14./15. März – Tolle Aussichten: Coffs Harbour und Port Macquarie

2015-03-15 15.03. - Port Macquerie 003200 km kann man in knapp zwei Stunden zurücklegen – wenn man nicht unterwegs Küstenwanderungen unternimmt, nach Surfern Ausschau hält, Wolken zusieht und Wellen bewundert.

Australische Straßen haben mehr oder weniger regelmäßig verlockende kleine Schilder am Straßenrand, auf denen steht z.B. “Scenic Lookout”.

Manchmal ist auch nur eine Kamera abgebildet oder es wird auf eine landschaftlich besonders schöne Straße hingewiesen. Und diese Schilder sind mit ein Grund für unsere geringe tägliche Fahrleistung – wir schaffen es nämlich nur sehr selten, ihnen zu widerstehen.

Auch heute lockte wieder ein Schild. Also Parkplatz angesteuert und losgewandert – der Aussichtspunkt war offenbar ein gutes Stück Fußweg entfernt, auf einer Landzunge. Norfolk Pines und andere Bäume bogen sich im Wind (der scheint hier mehr oder weniger durchgängig zu wehen…), Surfer paddelten gegen die Wellen an.
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Es ging ca. 15 Minuten aufwärts, parallel zur Küste und dann durch ein Wäldchen. Der Aussichtspunkt selbst war schon fast ernüchternd – man sah lediglich zur anderen Seite der Landzunge bzw. des Kaps.
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Schön war’s trotzdem! Die weitere Fahrt war landschaftlich eher kein Highlight – kilometerlange Zuckerrohr-Plantagen begleiteten unseren Weg. Monokulturen sind ja nie besonders attraktiv, aber Zuckerrohr gehört wie Mais zu den zumindest für mich total langweiligen Pflanzen.
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Noch einmal lockte ein Schild uns zu einem “Lookout”. Auch dieses Mal ein Fußmarsch, zur Spitze eines kleinen Kaps, auch dieses Mal lediglich Aussicht aufs schäumende Meer …
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2015-03-14 14.03. - Coffs Harbour 022Dann war Coffs Harbour erreicht. Unser kleines Motel, das Premier Motor Inn, ist nett, freundlich, das Zimmer frisch renoviert, das Auto wird praktischerweise direkt vor der Zimmertür geparkt…

Nur schnell die Koffer ausladen, dann lockt uns das warme Wetter Richtung Hafen. Dort gibt es nicht nur die üblichen größeren und kleineren Fischerboote und Yachten, sondern auch eine kleine Insel, Mutton Island, die man über einen Damm erreichen kann. Zwar nisten dort auch jede Menge Seevögel (die aber tagsüber meist nicht zu sehen sind, weil sie ihren Jagd-Geschäften auf dem Meer nachgehen – falls sie nicht gerade den Nachwuchs versorgen müssen), aber der eigentliche Grund, weshalb wir dort hin wollten, war, dass man von dort eine tolle Aussicht haben soll.

Hatte man auch – aber aus diversen Gründen war meine Kamera nicht einsatzbereit, so dass wir zwar den schweißtreibenden Aufstieg bis zum Gipfel des kleinen Insel-Hügels bewältigten, aber Bilder gibt es – erst mal – keine.

Was aber nicht sooo schlimm ist, denn die Lichtverhältnisse waren ohnehin eher bescheiden, es war zwar heiß, aber extrem windig, trotzdem dunstig, und außerdem waren wir inzwischen ziemlich ausgehungert und kurz vor dem Verdursten ;-).

Praktischerweise hat Coffs Harbour ganz in der Nähe des Hafens so eine Art “Cappuccino Strip” (so heißt die Kneipenmeile in Fremantle), wo auf ein paar 100 m eine nette kleine Kneipe neben der anderen ist.

Und da wurden wir fündig – bei selbst gebrautem Bier und fangfrischem Fisch (wobei das Ale nicht so gaaanz das war, was wir uns erhofft hatten, sehr fruchtig, aber eben irgendwie nicht “bierig”).

Und am nächsten Tag ein Bilderbuch-Morgen – blau gefegter Himmel und völlig windstill. Also nochmal zum Hafen. Über den Boardwalk im Hafenbecken erneut Richtung Mutton Island. Spiegelglattes Wasser, das die Masten der Segelboote und die Poller am Rande des Hafenbeckens reflektierte.
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Ein Boot wird entladen – riesige Fische werden mit einer Art Kran an Land gezogen. Wir sind allerdings zu weit weg, um erkennen zu können, was für Fische das sind.
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Die von Sonne, Wind und Wasser verwitterten Bohlen des Boardwalk schimmerten samtig silbern in der Sonne. Pelikane ziehen ihre Runden im stillen Wasser.
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Obwohl es noch früh war, waren schon viele Leute unterwegs – mit Hund oder Kinderwagen, sie joggten oder schlenderten gemütlich im Hafen herum und über den Damm. Und alle, wirklich alle hatten ein Lächeln im Gesicht! Und die allermeisten warfen uns ein freundliches “Good morning” oder “Hi” im Vorbeigehen zu.

Heute morgen sparten wir uns den Aufstieg bis zum Gipfel – einen guten Überblick hat man auch schon auf halber Höhe (und der Aufstieg ist wirklich verdammt steil!).
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Weiter ging’s. Aber nicht sehr weit – schon nach rund 15 km lockte bei Sawtell wieder ein Lookout. Vom Parkplatz aus führte ein schmaler Weg erst durch ein Wäldchen, dann parallel zum Fluss Richtung Meer. Die Aussicht war fantastisch – die Farbe des Flusses allerdings weniger…  ein richtig düsteres Kaffeebraun… Allerdings sollten wir diese Farbe noch öfters bei Flüssen sehen, sie kommt offenbar von durch Regen gelösten Pigmenten und Erden.
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Wir liefen und liefen … nach ca. 20 Minuten hatten wir irgendwie den Verdacht, falsch zu sein, womöglich ein Schild übersehen zu haben, und kehrten um. Und siehe da – ein winziger Hinweis auf dem Parkplatz zeigte an, dass wir versehentlich auf dem Küsten-Wanderweg gelandet waren – der “Lookout” lag in einer völlig anderen Richtung ganz oben auf der Spitze des Hügels!

Und dorthin konnte man sogar mit dem Auto fahren – der Blick war allerdings kein anderer als bei unserer kleinen Wanderung. Egal, es war ein weiterer schöner Morgenspaziergang.

Weil die heutige Etappe eher kurz war, gab es einen Abstecher, nach Bellingen. Durch eine friedliche Landschaft, vorbei an aufgeräumten Farmen, Sonntagsruhe lag über dem Land. Sogar die Kühe waren zu faul zum Grasen und lagen einfach nur in den Wiesen unter schattigen Bäumen herum.
2015-03-15 15.03. - Port Macquerie 045Bellingen gilt als Wochenend-Fluchtort anspruchsvoller Sydney-Bewohner, die keine Lust auf Strand-Stress haben und sich lieber in die ländliche Idylle verziehen. Entsprechend ist das Angebot in Bellingen: Bio-Läden, Öko-Cafés, vegane Restaurants. Aber so richtig viel los war nicht – obwohl Wochenende war…
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Also zurück Richtung Küste und dort mal wieder ganz anders als das Navi wollte. Wenn wir ein Schild “Scenic Tourist Drive” sehen, ist uns egal, was das Navi vorschlägt – wir folgen den Verlockungen einer landschaftlich besonders schönen Straße fast immer. Auch wenn die manchmal zur Sackgasse mutiert … oder wir irgendwo eine Abzweigung übersehen und unser Navi dann flehentlich bittet “Kehren Sie, wenn möglich, um!!!”

Der Himmel nahm eine immer düstere Färbung an – und wir hatten uns irgendwann gründlich verfahren und kurvten inzwischen im Nirgendwo ständig enger werdenden Sträßchen herum.
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Unser Navi war inzwischen in einen Streik getreten, schikanierte uns mit widersprüchlichen Angaben und ständig wechselndem Display. Außerdem schaltete es sich alle paar Minuten vollständig aus …

Vernünftige Karten hatten wir ausgerechnet für diesen Abschnitt keine mehr und außerdem nicht den Hauch einer Ahnung, wo wir eigentlich waren. Navigation nach Sonnenstand … nicht so einfach in Australien, wo alles andersrum ist als bei uns und die Sonne sich außerdem mehr und mehr verdünnisierte.

Wir fuhren also einfach weiter (blieb uns ja auch kaum was anderes übrig), bis wir in einen kleinen Ort kamen. Und wir wieder Handy-Empfang hatten. Jetzt kam die Konkurrenz zum Einsatz – unser Smartphone kann nämlich auch navigieren und schaffte es souverän, uns von den kleinen Nebenstraßen zurück zu einer größeren zu lotsen, so dass wir am späten Nachmittag Port Macquarie doch noch erreichten.

Und es gerade noch schafften, das Gepäck ins Hotel zu schleppen, bevor ein Gewitter mit unglaublichen Wolkenbrüchen losbrach. Wir saßen fasziniert in unserem trockenen Zimmer und sahen den tobenden Elementen zu, die die Welt in Sepia-Töne tauchten.
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Nach einer guten Stunde war der Spuk vorbei und der Strand lag bereits wieder in der Abendsonne. Sogar ein Stehpaddler wagte sich schon wieder aufs Wasser …
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Obwohl wir dem Ort nicht wirklich was abgewinnen konnten – die Abendstimmung an der Mündung des Hasting Rivers, der hier in breiten Schleifen ins Meer fließt, hatte schon was …
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Unsere Strecken gestern und heute:

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