5. Juli – Hebriden-Sonntag …

P1160215Tiefe Stille liegt über der Insel, nichts regt sich. Sonntage sind heilig auf den Äußeren Hebriden, hier, wo die presbyterianische “Free Church of Scotland” auf Lewis, Harris und North Uist noch strikt auf der Einhaltung der Sonntagsruhe besteht.

Ein Hebriden Sonntag: Kein Geschäft, nicht mal eine Tankstelle ist dort geöffnet. “Als Gott die Zeit erschuf, hat er viel davon gemacht”, erklärt ein lokales Sprichwort. 

Deshalb leistet man sich hier, einen Tag pro Woche einfach nichts zu tun.

Ein Hebriden Sommer-Sonntag-Morgen – Wolkenfetzen jagen über den blauen Himmel, Sonne wechselt mit kurzen Schauern ab. Alles wirkt glasklar, wie frisch gewaschen. Die Luft ist knackig, aber der tag verspricht, warm zu werden. Im Hafen von Lochmaddy machen sich Segler fertig für einen Turn, um die Ecke dümpeln ein paar Boote im Morgenlicht. Hummer-Reusen liegen verlassen am Kai, die Arbeit ruht ….P1160153P1160146P1160149Nur die Fähren fahren – und auch das erst seit ein paar Jahren. Wir verlassen die Äußeren Hebriden heute – mit der Fähre!P1160151Und wir gehen schweren Herzens – in nur einer Woche haben es die Western Isles geschafft, uns in ihren Bann zu ziehen. Mit ihrer eigenwilligen Landschaft, dem Licht, das vom Wasser facettenreich gespiegelt wird – außen rum und mitten drin, in den vielen Tausend Seen, der Ruhe und dem gemächlichen Tempo, das hier herrscht.

Letzte Blicke zurück …P1160160P1160162 … dann blicken wir nach vorne. Das Meer war glatt wie Seide, die Überfahrt ging schnell, 1 1/2 Stunden später waren wir wieder auf Skye.

Und beschlossen, noch mal den “langen” Weg, im Uhrzeigersinn über die Nordküste von Trotternish, zu nehmen. Immer wieder tolle Aussichten – wir brauchten (wie so oft) für eine eigentlich kurze Strecke eine kleine Ewigkeit. Aber hier ist einfach oftmals der Weg das Ziel!P1160173P1160182P1160185Wie so oft – abrupter Wetterwechsel. Düsterer Himmel, Regen …P1160187… und beim “Old Man of Storr” bereits wieder Sonne. Hier ist ganzjährig April-Wetter.P1160195Über die “Skye Bridge” geht es zurück aufs Festland – endgültiger Abschied von den Hebriden Inseln.P1160197Aber auch auf dem “Mainland” ist es schön – auch wenn es zunächst irgendwie gar nicht “Schottisch” aussieht.P1160198Dass das Wetter heute prima war, ist unbestreitbar. Dass es aber so warm war, dass man Abkühlung im Pool suchen muss … ? Ok, wenn man knapp 20° schon als Hitze wertet, macht das vielleicht Sinn. Jedenfalls für die drei kleinen Töchter unserer heutigen Gastgeber im Tigh Arran B&B in dem winzigen Dörfchen Duirinish (winzig = 21 erwachsene Einwohner/innen, dazu 4 Kinder unter 12 Jahren!).

Ian, der Vater, hatte seinen hitzegeplagten Töchtern das Schwimmbecken aufgeblasen und die hopsten fröhlich kreischend darin herum. Und weil es so warm war, wollten die Mädels sogar im Zelt im Garten übernachten …

Unser heutiges B&B steht auf einer Anhöhe mit wunderbarem Blick über Loch Carron – P1160223P1160216und sehr hübschem Zimmer.P1160219Nach der lauwarmen Tröpfeldusche auf Berneray waren wir auch begeistert über eine richtig gute Dusche mit heißem Wasser und gutem Wasserdruck! (Aber meist sind Mängel in dem Bereich weniger den einzelnen B&Bs anzulasten, als dem Wassernetz oder auch dem Alter eines Hauses.)

Kaum eingecheckt, zog es uns gleich wieder fort – wir wollten Plockton, einen kleinen, aber sehr bekannten Ort, in dem wegen des dortigen Mikroklimas sogar Palmen wachsen, endlich mal NICHT im Regen sehen! Aber es war wie verhext – wir fuhren in Duirinish los bei schönstem Sonnenschein – im 2 Meilen entfernten Plockton blieb der blaue Himmel nur noch minutenlang – dann regnete es. (Dieses Spiel wiederholte sich 2 Stunden später, als wir zum Essen noch mal hin fuhren und auch am nächsten Tag …)

Immerhin war es nicht ganz so düster wie bei unserem letzten Besuch 2011. Hier ein Plockton Potpourri:


Im Plockton Inn (wo unsere Gastgeberin, Mary, arbeitet und ihr Mann Ian uns gerade noch einen Tisch für 19:30 sichern konnte) genossen wir ein fantastisches Essen: Fangfrische Plockton Langoustines – klein, aber so leckere haben wir noch nie gegessen, ganz festes Fleisch weil – wie uns erklärt wurde – sie viel Zeit zum wachsen haben. Dann Lachs von der Isle of Skye und Lamm von hiesigen Bauern.

Pappsatt und zufrieden bestaunten wir später nur noch die plötzlich wieder aufgetauchte Abendsonne von unserem Zimmer aus, mit einem “Wee Dram” zum Tagesabschluss.P1160237P1160239Unsere heutige Strecke:

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