11. Juli – Auf Umwegen nach Inverness

P1160819Menno – warum war das nicht gestern so???? So sonnen-scheinig und blau-himmelig am Morgen, so richtig warm … Ich hätte den ganzen Tag auf der Terrasse mit Blick auf Loch Inchard verbracht, einfach nur gucken und genießen! Und jetzt müssen wir weiter …

Lucy hat heute schon wieder neue Gäste für das Häuschen – sonst wären wir glatt noch einen Tag länger geblieben.

Also Abschied von Anam Cara Croft, Lucy und Loch Inchard. Und auf nach Inverness.

Aber nicht gleich. Gestern konnten wir die geplante Wanderung zum Fareidh Head bei Balknakeil nahe Durness wetterbedingt nicht machen – aber heute war das Wetter gut. Also ging’s statt nach Süden erst mal nach Norden.

Wir schlängelten uns erst mal am Loch Inchard entlang –P1160722über ein paar Hügel P1160723Richtung Meer. In Balnakeil – das liegt direkt neben Durness, dem nordwestlichsten Ort auf dem britischen Festland – sah es heute deutlich freundlicher aus als gestern! Also Wanderschuhe an und los über den breiten Sandstrand Richtung Dünen.P1160725P1160728Und hinter den Dünen ein ein weiterer weißer Sandstrand Marke “Karibik”.P1160733P1160732Dass der Sand heute nicht ganz so strahlend weiß war, lag nur daran, dass er noch nass vom heftigen Regen in der Nacht war – normalerweise ist man hier fast geblendet! Den Kontrast zum weißen Sand bieten die pechschwarzen freundlichen Kühe. Mal stehen sie mitten im harten Dünengras …P1160738mal liegen sie im Sand.P1160741Jedenfalls scheinen sie sich hier sehr wohl zu fühlen. Knapp zwei Stunden dauerte die Wanderung bis hoch zum Aussichtspunkt – wo die Aussicht zwar fantastisch …P1160746aber wo es auch so windig war, dass Fotografieren praktisch unmöglich war – und zurück. Sandkörner flogen nicht nur in Augen und Ohren, sondern auch ins Objektiv. Zurück gingen wir mehr oder weniger querfeldein, einfach durch Wiesen und Dünen, bis wieder zum breiten Strand von Balnakeil.

Das gute Wetter hatte schon wieder genug, dunkle Wolken und weißer Sand bildeten einen tollen Kontrast.P1160754P1160757Gut durchgelüftet setzen wir uns jetzt ins Auto und fuhren – immer noch nicht nach Süden, sondern erst mal nach Osten. Bald geht es ins Inland, Lochs lösen das Meer ab.P1160775Eine Kurve folgt unmittelbar auf die andere, die Straße ist schmal – und doch ist das die einzige Verbindung des äußersten Nordwestens mit dem Nordosten.

Vor uns fährt ein großer Reisebus aus der Schweiz, schwankt in jeder Kurve hin und her. Entgegen kommen – gefühlt – hunderte von Wohnmobilen und Wohnwagen-Gespannen. Die Fahrer sitzen fast jedes Mal mit schreckstarren Augen hinter dem Steuer, wenn sie sich Zentimeter für Zentimeter an dem Bus vorbeischieben. Keine Route für jemand, der einen Termin einhalten muss. Und nichts für Ungeduldige – denn Überholen ist absolut unmöglich!

Uns ist es egal – jedes Mal, wenn der Bus mal wieder an einer Ausweichbucht anhält, um den Gegenverkehr passieren zu lassen, kann ich ein Foto aus dem Fenster machen Zwinkerndes Smiley. Oder nach der Wasserflasche auf dem Rücksitz fischen.P1160777P1160784P1160786P1160801Irgendwann hat der Bus Erbarmen mit uns und fährt auf einen Parkplatz. Aber wenig später biegen wir ohnehin ab, jetzt wirklich Richtung Süden!

Es geht über Hochebenen, über Hochmoore, wo man das Gefühl hat, den Himmel fast greifen zu können, wo die Wolken dicht über uns zu hängen scheinen, wo aber trotzdem eine fast unendliche Weite herrscht.P1160810P1160812P1160808In Lairg machen wir einen Kaffee-Stopp, dort gibt es ein richtig tolle kleines Café-Restaurant – The Pier Café, wo man nicht nur einen Panorama-Blick über Loch Shin hat, sondern auch wirklich gut essen kann. P1160814Danach weitere Hochmoore, endlose Fichten-Plantagen, die Straße von goldgelbem Ginster gesäumt.

Am Spätnachmittag sind wir in Inverness. Unsere Unterkunft, Sandwood Bed&Breakfast, ist sehr nett, günstig – und liegt prima! Eine absolut ruhige Wohngegend, aber in 10 Gehminuten ist man mitten in der Altstadt.P1160820Ein ausgedehnter Altstadtbummel wird vom einsetzenden Regen stark verkürzt – aber das Glen Mhor Hotel am Ufer des River Ness, bzw. dessen Bar/Bistro, in das wir vor dem Regen flüchten, erweist sich als Glücksgriff: Richtig gemütliches Pub-Niveau und richtig gute Küche auf hohem kulinarischen und eher niedrigem Preisniveau.

Überhaupt sind in England und Schottland nicht nur Pubs, sondern oft auch die Bars guter Hotels ein echter Geheimtipp – das Essen meist sehr gut und in der Regel auch sehr günstig, jedenfalls erheblich günstiger als in vielen Restaurants. Barmeals sind deshalb preiswerter, weil es keine Bedienung und deshalb keine Service-Charge gibt: Man bestellt Essen und Getränke am Tresen, bezahlt sofort, nimmt seine Getränke selbst mit zum Tisch, nur das Essen wird einem gebracht – aber oft muss man sich das Besteck ebenfalls selbst holen.

Und von wegen schlechte britische Küche – wir haben fast durchweg richtig gut gegessen in den letzten Wochen, meine immer enger werdenden Hosen lassen es mich tagtäglich leidvoll spüren …

Heute sind wir eine ziemlich lange Strecke gefahren:

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