26. Januar – Pfannkuchen im Nebel

P1190197Am Arthurs Pass hatten wir uns mental eigentlich auf Regen und eher kühle Temperaturen eingestellt.

Alle Beiträge im Internet, die ich angesehen hatten, zeigten Leute in Regenjacken, die fröstelnd auf dem Bahnsteig herum standen …

Wir hatten gestern schon Sonne und angenehme Temperaturen – und heute morgen ging’s genau so weiter. Obwohl es fast die ganze Nacht hindurch geregnet hatte.

Unsere fröhliche Gastgeberin meinte „Two days of sunshine in a row is very rare – must be the Southeasterlies“. Wir hatten keinen Schimmer, was ein „Southeasterly“ ist – aber unsere Wetter-App klärte uns auf: Im Moment herrscht eine ungewöhnliche Wetterlage – von Südosten kommt ein dickes Tief an, dass bereits den gesamten südlichen Bereich mit heftigen Regenfällen überzogen und Invercargill, der südlichsten Stadt Neuseelands, ziemlich un-sommerliche Temperaturen von 11,9° beschert hat.

Die üblen Winde ziehen langsam nach Norden – und mit ihnen heftiger Regen. Und ausgerechnet die quasi zweite Reihe in den Bergen bleibt dabei komplett abgeschirmt und verschont.

Klar, dass wir beschlossen, so lange wie möglich in der „zweiten Reihe“ zu bleiben ;-), 22° und immer wieder Sonne war deutlich attraktiver.

Vorbei am hoteleigenen Fahrrad, das wohl schon länger nicht mehr bewegt worden war …
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ging’s Richtung Westen. Nach den heftigen Regenfällen der Nacht tropfte das Wasser von den Felswänden an der Straße herunter, Nebel hing in den Bäumen. Immer wieder Wasserfälle …

Und immer wieder öffneten sich die Berge.
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Die Straße stürzt sich ins Tal, runter zu Fluss.
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Kurze heftige Schauer – dann wieder Sonne. Die Strecke ist fantastisch – eine elegante schmale Brücke schwingt sich über ein Flusstal. Sie hat die durch Steinschlag immer wieder zerstörte alte Pass-Straße ersetzt.
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In der Otira Gorge (= Schlucht) hoffen wir vergebens auf feuerrote Rata-Bäume, die die Hänge bevölkern. Wir sind ca. 2 Wochen zu früh dran … sie blühen erst im Spätsommer. Aber Wasser gibt es reichlich!
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Langsam kommen wir runter in die Ebene. In ein breites Tal mit einem mäandernden Fluss, der mehr aus Kies als aus Wasser zu bestehen scheint.
Im Westen dicke Wolken – also wieder ein kleiner Umweg, zum Lake Brunner. Dort scheint die Sonne – zumindest gelegentlich – und wir erleben Idylle pur. Saftig grüne Wiesen, Schafe und Kühe, kleine Bäche…

Dann der Lake Brunner – fast schwarzes Wasser, umgeben von üppigem Regenwald.
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In Moana ein winziger Bahnhof, in den der endlos lange TranzAlpine einläuft.P1190189
Und ein zauberhaftes kleines Café, wo wir in der Sonne sitzen und Kaffee und Tee trinken.
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Am Grey River entlang geht’s Richtung Küste – ein kurzer Stopp an der Brunners Mine, einem alten Kohle-Bergwerk, wo 1896 mehr als 60 Bergarbeiter beim schlimmsten Unglück der neuseeländischen Geschichte umgekommen sind.P1190209P1190208
Dann sind wir an der Küste. Und es beginnt zu regnen. Heftig. Sehr heftig!! Außerdem wird es zunehmend nebliger – bald sehen wir kaum noch die Straße.
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Ein klitzekleiner Lichtblick – und tolle Blicke aufs Meer!
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Aber das war’s dann auch schon – der Nebel nimmt wieder zu, der Regen nimmt wolkenbruchartige Züge an, die Pancake Rocks können wir vergessen. Gut, dass wir sie schon im letzten Jahr ausgiebig besichtigt haben – und zwar bei Sonne – Beweis hier!

Dass wir dieses Jahr noch mal nach Punakaiki fuhren – obwohl das ein Umweg war – hängt ausschließlich mit unserer wunderschönen Unterkunft im Punakaiki Beachfront Motel zusammen – wir wollten einfach noch mal dort hin! Und heute erwies sich das als Glücksgriff – im strömenden Regen und Nebel in einem popeligen Motel-Zimmer zu sitzen wäre echt deprimierend.

In unserem geräumigen Holz-Cottage hingegen, auf der überdachten Terrasse, das Brausen des Meeres im Ohr und eine heiße Schokolade in der Tasse – da verschmerzt man so manches. Auch vernebelte, verregnete Pfannkuchen.

Und Bruce, unser Gastgeber, war sehr gerührt, dass wir wieder gekommen waren …

Mit der Laundry, also Waschmaschine und Trockner, direkt neben unserem Cottage, konnte ich auch so ganz nebenbei eine Ladung Wäsche waschen und trocknen…

Und abends gings wieder ins (einzige) Pub zu Fish’n Chips. Und weil die Bedienung unsere Bestellung verwechselt hatte, gab’s zwei Bier umsonst – das sorgte zusammen mit dem monotonen Meeres-Rauschen für die nötige Bettschwere…

Nachtrag: Der Tag endete noch sehr versöhnlich – mit einem schönen Sonnenuntergang und Wein am Meer (ich hatte gestern vergessen, die Bilder hoch zu laden …)
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Und morgen … Morgen ist wieder ein neuer Tag!

Unsere heutige Route vom Arthurs Pass über den Lake Brunner nach Punakaiki:

5 Kommentare zu “26. Januar – Pfannkuchen im Nebel

  1. wenn ihr die Westcoast fast ohne Sandflies genießen wollt, kann ich euch August empfehlen. Wir waren dort bei strahlendstem Sonnenschein und konnten lange Strandspaziergänge in Okarito, Gillespiesbeach etc. genießen. Allerdings stürzten sich die wenigen Biester auf meine Hände und Beine meiner Tochter. Sie war in jedem See, an jedem Strand bis zu den Knien im Wasser. Hatte was von Kneipp-kur…… Krank wurde sie jedenfalls nicht.

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  2. Danke für den Nachtrag … auch der Karte ;))

    Wir hatten letztes Jahr dort (Rapahoe) sehr viele Sandfly’s; und auch aus dem schönen Okarito (weiter südlich an der Westküste) sind wir geflüchtet; wie ist es dieses Jahr?

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    • Ja – leider sind die Sandflies dieses Jahr deutlich aktiver als letztes Jahr! Ich hab schon ein paar Bisse abbekommen – aber es macht mir nicht viel aus, weil ich eine tolle Creme mit einem Lokalanästhetikum drauf schmiere und 10 Minuten später ist der Juckreiz weg. Und nach 2 Tagen siehst du nix mehr 😉
      Okarito ist – leider – total ins Wasser gefallen… Die Bilder am See (am folgenden Tag) wurden am Lake Wahapu gemacht, kurz vor dem Abzweig nach Okarito. Da hat es leider heftig geregnet, so dass wir gleich nach Fox weiter gefahren sind.

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  3. Super, was du auch Schlechtwettertagen noch abgewinnst 🙂 Wie immer ein sehr schöner, stimmungsvoller Bericht. Und euer Cottage am Meer ist geradezu traumhaft, da kann man sich gut vorstellen, daß selbst der stärkste Regen noch Spaß macht…

    Ich habe übrigens in deinem Reisebericht vom letzten Jahr nachgelesen, was ihr diesmal wegen des Nebels und der Wolken verpaßt habt, also die Pancake Rocks, die ganzen Gletscher und als Zugabe etwas tropischen Regenwald. Ist ja wirklich eine sensationell schöne Landschaft!

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