31. Januar – Tief im Süden …

P1190732… liegt Invercargill. Unser heutiges Tagesziel.

Nicht wirklich weit, in 1 1/2 bis 2 Stunden könnten wir dort sein.

Aber – wer will schon schnell reisen, wenn man sich auch Zeit lassen kann. Und statt der direkten Strecke die “Southern Scenic Route” fahren kann.

Kein Wölkchen ist am Himmel, als wir aufbrechen. Spiegelglatt liegt der Lake Wakatipu in der Morgensonne.

Wir fahren zunächst den südlichen Arm bis Kingston, fast 40 km. Der gesamte Lake Wakatipu ist rund 85 m lang, er hat eine einzigartige Form, wie ein kleines “h”, dem das hintere Bein fehlt.

Nachdem das Ende des Sees erreicht ist, geht es zunächst eine Weile durch eher karges Land – steppenartige Flächen, Schafe grasen an den Hügeln, ab und zu eine Farm, die hierzulande “Station” heißen. Leuchtend gelbe Rapsfelder blühen vor der Kulisse der Eyre Mountains.

Unzählige überfahrene Possums liegen auf der Straße – die Kiwis freuen sich allerdings über jedes tote Tier. Ursprünglich wegen ihres Pelzes aus Australien eingeführt, haben sie sich explosionsartig vermehrt, nachdem wegen der Anti-Pelz-Kampagnen in den 90er Jahren der Pelzabsatz weltweit extrem zurück ging und die Possums nicht mehr gejagt wurden. Mangels natürlicher Feinde verbreiteten sie sich rasch über ganz Neuseeland und wurden zur echten Gefahr für die heimische Tier und Pflanzenwelt.
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Sie lieben die neben dem Farn als National-Pflanze verehrten Rata-Bäume und –Büsche, die im Sommer mit ihren knallroten fedrigen Blüten ganz Neuseeland in einen Farben-Rausch versetzen. Aber wo die Possums zuschlagen, wächst so schnell nichts mehr. Außerdem verachten sie auch Kiwi-Eier nicht … Deshalb werden sie überall mit Giftködern bekämpft.

Die Southern Scenic Route schlägt einen weiten Bogen nach Osten, zum Lake Manapouri. Von dort aus starten die Touren zum Doubtful Sound, einem der schönsten Fjorde der Südinsel. Wir hätten die Tour gerne gemacht – aber angesichts des anfangs eher mauen Wetters wollten wir uns nicht langfristig festlegen und die mit 275NZ$ doch ziemlich teure Tour im voraus buchen.

Und nachdem klar war, dass das Wetter gut sein würde, waren natürlich auch die Touren ruckzuck ausgebucht – zumal es täglich nur zwei Boote gibt ….

Nun ja – wir hatten ja immerhin letztes Jahr den Milford Sound erlebt. Zwar unter etwas erschwerten Bedingungen – aber es war dennoch einfach wunderschön …

Trotzdem nagte es schon ein bisschen an uns, als wir an den See kamen und dann das Boot von der Anlegestelle im Waiau River aus ablegen sahen … Aber die Szenerie war auch so eine totale Idylle – die wir einfach nur genossen.
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Ein bisschen irritiert waren wir nur von den Wegweisern – das kam uns irgendwie hawaiisch vor Zwinkerndes Smiley

Und was kurze Zeit später die Schafe veranstalteten, gab uns auch Rätsel auf – sie rannten förmlich im Gänsemarsch eine Klippe empor, marschierten dann in Reih und Glied am Rand eines Abhangs entlang – ohne dass irgendwie ersichtlich war, dass jemand sie dort hin trieb…
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Wir fuhren weiter und erlebten schon wieder ein Rätsel: Von jetzt auf nachher verschwand der blaue Himmel und es machte sich eine dicke Hochnebel-Wand breit. Und zwar genau dann, als wir einen Berg hinauf fuhren. Man sieht unten im Bild, wie die Wand von rechts heran kommt.
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Abends erzählte uns Arthur (wer das ist, kommt später), dass dieses Phänomen sehr bekannt ist – genau an dieser Stelle treffen offenbar verschiedene Luftströmungen aufeinander. Der Spuk war vorbei, als wir an die Küste kamen …

Kaffee-Pause!! Und zwar nicht einfach irgendwo am Straßenrand, sondern in einem richtig süßen Strandlokal in einer Traumbucht – dem Pavillion in der Colac Bay!
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Zwar blies ein heftiger Wind – aber die Sonne wärmte und die Aussicht war großartig.

Bis Invercargill war es jetzt nicht mehr weit – bevor wir die Stadt anschauten, fuhren wir aber erst mal knapp 30 km weiter nach Süden, nach Bluff. Von dort aus ist es quasi nur noch ein Katzensprung bis zur Antarktis bzw. zum Südpol. Ok – 4.800 km weit müsste die Katze noch springen – aber bis zum Äquator wäre es etwas weiter – Zwinkerndes Smiley  Und gut Betuchte können von hier aus mit “Hiking New Zealand” eine “Antarctica Cruise” machen – 29 Tage für schlappe 19.000US$ (ohne Landegebühren!).
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Wir schauen einstweilen ein bisschen sehnsüchtig nach Süden – Eisberge gibt es hier nicht, dafür Palmen, Flax und blaues Meer…
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Aber man kann ja mal im Hafen nachfragen – vielleicht gibt’s da ja doch irgendwas Zwinkerndes Smiley – Nee, da ist kein Mensch da, nur ein richtig schönes Auto steht vor dem Fähren-Büro.
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Kiwis mögen alte Autos – oder besser gesagt, sie mögen keine neuen …

Noch ein bisschen die Stadt anschauen – Invercargill hat a) etliche richtig schöne Kolonialgebäude, b) an praktisch jeder Ecke eine Kirche (mal katholisch, mal anglikanisch, mal sonstwas) und c) ebenfalls an praktisch jeder Ecke einen Park oder zumindest eine Grünanlage.

Langsam wird es Zeit, in unserem Motel ein zu checken – und das Surrey Court Motel ist wieder eine absolut positive Überraschung! Bei dem sehr niedrigen Preis hatten wir – trotz der sehr guten Bewertungen – keine allzu hohen Erwartungen, aber es entpuppt sich als richtig hübsches kleines Motel!

Das war kein enges liebloses Motel-Zimmer, sondern eine Suite – Wohnzimmer mit bequemem Leder-Sofa und Esstisch und bestens ausgestatteter Küchenzeile, geräumiges helles Bad und ruhiges Schlafzimmer. Bunte Blumen vor dem Fenster und unglaublich nette Gastgeber…

Und weil die Laundry mit 5NZ$ für eine Ladung Wäsche inkl. Trockner richtig billig war, wurde schnell noch eine Ladung Wäsche gewaschen. Schnell deshalb, weil wir heute Abend noch was vor hatten.

Wir waren eingeladen bei Natalie und Arthur – einem jungen deutschen Paar, die vor knapp einem Jahr nach Neuseeland ausgewandert sind. Invercargill hatten sie unter anderem deshalb gewählt, weil man von hier aus in 1-2 Stunden an den schönsten Orten der Südinsel sind. Und als leidenschaftliche Surfer sind sie natürlich begeistert, dass etliche tolle Surf-Spots quasi direkt vor der Haustür liegen.

Für Arthur, den Video-Filmer, bieten sich hier fast perfekte Arbeitsbedingungen – er filmt nicht einfach nur am Boden, sondern mit kleinen Drohnen entstehen fantastische Landschafts-Videos- und Fotos, aber auch spannende Aufnahmen von Sportereignissen und anderen Events. Wir konnten kaum genug kriegen von seinen Filmen – auf seiner Website Videocopter könnt ihr ein paar Kostproben sehen.

Es war ein toller Abend – mit einem absolut fantastischen Essen, das Natalie quasi nebenbei nach einem langen Surf-Sonntag am Meer gezaubert hatte.

Und woher kennen wir die beiden? Eigentlich vorher gar nicht, bzw. nur über das Neuseeland-Forum. Aber so geht das eben heute – und wir waren überwältigt von der Herzlichkeit, mit der wir aufgenommen wurden. Danke nochmal an dieser Stelle!!!

Das war unsere heutige Route:

2 Kommentare zu “31. Januar – Tief im Süden …

  1. Das Neuseelandforum, eines der besten im Internet. Kann ich nur empfehlenBin schon etliche Jahre dabei. Grüsse lreuss2202

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    • Da hast du recht – ein richtig gutes Forum, wo man nicht nur Infos aus erster Hand bekommt, sondern auch total nette Leute trifft (und die man – wenn man Glück hat – sogar in Invercargill besuchen kann 😉

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