17. Februar – Nach uns die Sintflut …

P1210784Für manche Tage würde ich am liebsten ein ganzes Buch schreiben, um alles erzählen zu können (Blog schreiben ist übrigens auch der ständige Kampf mit sich selbst, nicht allzu weitschweifig zu erzählen).

Aber gelegentlich gibt es auch Tage, wo man schnell fertig ist.

Tage wie heute.

Wo ich morgens um 7 aufgewacht war, weil der Regen unentwegt auf unser Wellblechdach prasselte – was er allerdings schon den größten Teil der Nacht getan hat. Jetzt war aber noch ein heftiger Sturm dazu gekommen, der ums Haus heulte und pfiff.

An Schlaf war nicht mehr zu denken, also machte ich mir’s im Bett gemütlich, schaute dem peitschenden Regen zu und versuchte genauso vergeblich wie am gestrigen Abend, ins Internet zu kommen. Das Internet und die entlegenen Gegenden Neuseelands haben noch nicht wirklich zueinander gefunden …

Und überlegte, wie wir unser Gepäck und uns später halbwegs trocken ins Auto bringen würden – denn das stand nicht gerade direkt vor der Haustür.

Und wünschte, wir könnten bei so einem Wetter einfach hier bleiben ….

Und dann, um 8 Uhr, hörte es schlagartig auf zu regnen und die Sonne kam raus! Schien also doch noch alles gut zu werden heute!

Gemütlich frühstücken, noch ein ausgiebiger Plausch mit Carel, der sich sehr über den Regen freute – er füllt die ziemlich leeren Zisternen. Dann brachen wir auf – äußerst widerstrebend! Wenn es nicht total ausgebucht gewesen wäre, wäre ich schwer in Versuchung gekommen, noch eine Nacht dran zu hängen!

In der Nähe sollte ein spektakulärer Eisenbahnviadukt sein – den sahen wir gleich neben der Straße.
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Dann suchten und fanden wir die Old Coach Road und wollten dort ein Stück gehen, wurden aber von einem jungen Farmer gewarnt, es treibe sich ein bewaffneter Wilderer hier herum, die Polizei durchsuche das Gelände mit Spürhunden und es sei nicht unbedingt empfehlenswert, hier herum zu laufen.

Ok, dann eben nicht – wir fuhren von Ohakune aus Richtung Skigebiete am Ruapehu. Zunächst ging es durch dichten Urwald, in dem ein durchdringender Geruch nach Schuhcreme hing – Teebäume!

Die Straße kletterte langsam bergauf, bis zur Baumgrenze. Dort blies der Wind derart heftig, dass es mir fast die Kamera aus der Hand riss, außerdem wurde es zunehmend nebliger.
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Die Straße endete an einem riesigen Parkplatz, wo die Skilifte begannen – im Winter ist hier die Hölle los, heute war es eher trist.
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Auf dem Rückweg sahen wir etwas, das wie Rauch aussah – nicht unbedingt ungewöhnlich bei einem Vulkan.

War es aber nicht – sondern ein Wasserfall! Dessen Wasser nicht nach unten fiel, sondern der Schwerkraft trotzte und in die Höhe stieg!
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Was sich wie ein Wunder anhört, war allerdings lediglich Windkraft – der Wind kam mit einer derartigen Gewalt durch die darunter liegende Schlucht, dass er das Wasser nach oben trieb.

Auch ich konnte mich kaum auf den Beinen halten und hielt mich ziemlich weit vom Rand des Abgrunds entfernt – obwohl der Blick nach unten und die vielfältigen Gesteins-Farben absolut faszinierend waren.
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Das war’s dann aber auch, jetzt setzte der Regen ein …
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Und dann kam alles zusammen: Regen, der wie ein Wasserfall vom Himmel fiel, ein Sturm, der den Regen derart gegen die Windschutzscheibe knallte, dass man kaum noch etwas sah, und Nebel …P1210778
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Es war erst früher Nachmittag, als wir am sturmgepeitschten Lake Taupo ankamen.
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Kein Vergleich zum seidenglatten, tiefblauen See vom letzten Jahr. Kein gemütliches Schlendern und schon gar kein Picknick am Ufer … Und wir hatten uns so auf ausgedehnte Wanderungen durch brodelnde Thermo-Felder und an Wasserfällen entlang gefreut.

Da half nur schleunigst einchecken im Motel – leider ein tiefer Abstieg im Vergleich zu den letzten Unterkünften, zum Glück sind wir nur eine Nacht hier.

Und jetzt regnet es. Und regnet. Und gießt. Sintflutartig.

Und es stürmt … Und leider wird sich das im Moment nicht so schnell ändern, denn eine dicke Sturmfront sucht ganz Neuseeland heim.

Nun denn – zum Glück bebt die Erde hier wenigstens nicht auch noch, wie in den letzten Tagen mal wieder in Christchurch und weiter im Süden …

Aber – wenn es doch wenigstens Internet gäbe!!! Auch das scheint dem Unwetter zum Opfer gefallen zu sein, der Blog muss mit der Freischaltung warten, bis wir irgendwann mal wieder eine vernünftige Anbindung haben.

Unsere heutige Regen-Tour:

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