18./19. Februar – Swinging 1920/30er …

P1210975Napier ist ein Phänomen. Wenn jemals eine Stadt aus Ruinen strahlend wieder auferstanden ist, dann ist es Napier.

Ein schweres Erdbeben und anschließendes Feuer zerstörten 1931 die Stadt nahezu komplett, der Erdboden hob sich um bis zu 2,70m.

Statt jedoch alles so schnell wie möglich und ggf. behelfsmäßig wieder aufzubauen, ging die Stadt einen völlig anderen Weg.

„Lasst uns eine neue Epoche beginnen“ wurde als Devise ausgegeben und Architekten sowie Architekturstudenten aus dem ganzen Land zusammen geholt. Das Ergebnis war kostengünstig und unglaublich ästhetisch: Aus billigem Beton wurde eine ganze Stadt im Art Deco Stil erbaut, die pastellfarbenen Fassaden-Farben entstanden, weil die Farben sparsam mit Wasser gestreckt wurden.

Napier war unser heutiges Tagesziel – erst mal waren wir aber noch in Taupo, wo es nach wie vor wettermäßig alles andere als gut war. Eine kurze Regenpause nutzten wir, um unseren Krempel hastig im Auto zu verstauen, eine weitere, um noch mal kurz bei den Huka Falls vorbei zu schauen.

Und die sind auch bei schlechtem Wetter spektakulär (und schnell und einfach vom Parkplatz aus zu erreichen!).
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Huka“ ist das Maori-Wort für „Schaum“ und weiß-blau schäumend stürzen hier 200.000l Wasser pro Sekunde durch eine nur 20 m schmale Schlucht.
Kaum waren wir wieder im Auto, öffnete auch der Himmel mal wieder seine Schleusen.

Wir verließen das nasse Taupo und sahen zu, dass wir auf dem „Thermal Explorer Highway“ über die Berge kamen. Immer wieder kurze heftige Schauer und ein weiterhin sehr heftiger Wind begleiteten uns – aber es wurde sehr schnell ziemlich warm.

In sanften Kurven zieht die Straße sich die dicht bewaldeten Hügel hinauf und hinab – man merkt deutlich, dass das hier eine Hauptverkehrsader ist! Kurzer Halt und noch mehr Wasser – die Waipunga Falls haben ordentlich Regenwasser getankt und stürzen malerisch in mehreren Strängen die Felswände hinab.
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Dann trauen wir unseren Augen kaum – an einer Raststätte stehen ein ganzer Pulk unglaublich toller Oldtimer! Ein Wagen schöner als der andere und alle top in Schuss!

Dunkle Wolken begleiteten uns weiter …
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Unterwegs holen wir die alten Autos alle wieder ein – sie scheinen das gleiche Ziel zu haben wie wir!
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Es wurde sonnig, es wurde heiß (29°!!), wir hatten Durst und kehrten ein – ins River Valley Café in Eksdale, direkt an der Straße (und absolut empfehlenswert!!! Mit wunderschönem Garten!).

Und dort standen sie auf dem Parkplatz – noch mehr glänzend in Schuss gehaltene Oldtimer.
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Nicht nur das – die Insassen waren auch da, und hatten sich passend ausstaffiert.
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Wir waren hingerissen – und hatten das Gefühl, dass da wohl irgendwas in Napier sein musste, wo die Leute alle hin wollten.

Napier war jetzt nur noch ein paar Autominuten entfernt, das Harbour View Motel schnell gefunden und begeisterte uns mit einem großen hellen Zimmer und frontalem Meerblick!
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Eigentlich wollten wir gleich in die Stadt – aber erst mal gab es erneut eine Regenpause.
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Dann ging’s aber los – und in der Stadt war schwer was geboten, denn es wurde das Art Deco Weekend eingeläutet!

Ein ganzes langes Wochenende ist die ganze Stadt in die 20er/30er Jahre zurück versetzt, fast alle sind entsprechend gekleidet und natürlich kommen auch die entsprechenden Fahrzeuge aus dem ganzen Land hierher, um sich zu präsentieren.
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Ob in der Bar des stilechten Masonic Hotel …
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…auf der Straße …
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… oder im Park – die ganze Stadt war im Art Deco Fieber. Auch die Kinder waren passend gekleidet!

Der Wind hatte allerdings oft leichtes Spiel mit den Kopfbedeckungen 😉 Aber er zauberte tolle Wolkengebilde an den Himmel.
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Da wieder ein Schauer drohte, verzogen wir uns zurück nach Ahuriri in unser Motel. Ahuriri ist erst nach dem Erdbeben entstanden. Vorher gab es hier nur Wasser, erst durch das Beben kam das Land empor und dort entstand um den Yachthafen herum ein hippes Szene-Viertel.

Der Blick vom Balkon am nächsten Morgen zeigte, dass die Schlechtwetterfront jetzt wohl weitgehend durch war. Frühstück in der Morgensonne, dann noch mal ein kurzer Trip in die Stadt.
Wir hatten wenig Hoffnung, einen Parkplatz zu finden – aber es klappte auf Anhieb und wir tauchten noch mal ein in eine vergangene Zeit.

Hingerissen war ich von den Kindern …
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Und von dem Soldaten mit seinem Liebchen …
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Dann wurde es aber höchste Zeit, uns auf den Weg zu machen, denn wir hatten heute ja noch einiges vor.

Unserer gestrige Strecke von Taupo nach Napier (mit Abstecher zu den Huka Falls):

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3 Kommentare zu “18./19. Februar – Swinging 1920/30er …

  1. Begeistert bin ich ja von jeder Seite des Reiseberichts! Immer tolle Fotos, immer ein sehr interessanter Schreibstil, eine wahre Freude. Die Fotos auf dieser Seite sind einfach nur begeisternd.

    Ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Seiten. Hoffe, ich habe bald Zeit zum weiterlesen!

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    • Und ich bin begeistert, dass dir meine Erzählungen so gut gefallen 😉
      Wenn ihr es irgendwie in eurer Planung unterbringen könntet, solltet ihr versuchen, zum Art Deco Festival in Napier zu sein – es findet jedes Jahr im Februar statt.
      Und auch das Open Air Konzert in Rotorua gibt es jedes Jahr – wenn’s geht, dort am Wochenende hin kommen – auch das Konzert vor dem Bathhouse findet jeden Sonntag Vormittag statt und ist einfach nur schön.

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      • Das Festival in Napier klappt nicht, wir sind erst im März auf der Nordinsel. Danke für den Tipp mit Rotorua, das hatte ich noch nicht auf meinem Plan!

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