27. Februar – Magische Regenwelt

P1220681Irgendwie hatten wir gehofft, dass sich das dicke Tief, das seit Tagen in der Tasman Sea lauerte, noch ein bisschen Zeit ließe. Oder sich irgendwo anders hin verziehen würde.

Oder das gesamte Wasser über dem Ozean auskippen und uns nur in Form einiger harmloser Wölkchen heimsuchen würde …

Unsere Wetter App hat allerdings schon seit Tagen heftigen Regen für’s Wochenende angekündigt .

Aber das MUSS ja nicht unbedingt immer stimmen.

Dann, beim Aufwachen: Dicke Wolken, trübe Stimmung – und obwohl unsere Wirtin Maureen uns wortreich versicherte, es werden allerhöchstens am späteren Nachmittag regnen, blieben wir skeptisch.

Sehr viel hatten wir heute allerdings ohnehin nicht vor – ich wollte noch mal waschen, damit wir mit möglichst sauberen Klamotten fliegen konnten, ansonsten wollten wir Russell besuchen. Und dann war da noch diese wunderbare Straße von Russell nach Whakapara, die sich ca. 70 km lang in 100 Kurven um alle möglichen Buchten herum zurück zum SH 6 windet, und die wir schon zwei mal aus Zeitmangel nicht gefahren waren.

Nach Russell kommt man entweder etwas umständlich auf dem Landweg oder schnell und einfach mit der Fähre. Die nahmen wir – und hatten dabei diese Aussicht:
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Das sah nun nicht wirklich nach ein paar harmlosen Wölkchen aus … Russell ist allerdings auch bei weniger gutem Wetter ein charmantes Örtchen mit vielen alten Holzhäusern (und jeder Menge Touristen).
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Auch hier gibt es einen Schwertfisch-Club, der allerdings deutlich gediegener und eleganter daher kommt, als sein eher rustikaler Zwilling in Paihia. Gäste sind hier immer willkommen, man bekommt auch als Nicht-Mitglied ein günstiges und gutes Essen und preiswerte Getränke.
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Und man hat vom Balkon aus – normalerweise –  einen tollen und weiten Blick über Hafen und Bucht …
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Mit dem Barkeeper fachsimpelte ich noch ein bisschen über den Schwertfischfang – schließlich hatten wir ja erst gestern gesehen, wie zwei so Riesen-Dinger an Land gezogen wurden. Als ich ihm das Gewicht der beiden Fische nannte, lachte er allerdings nur und zeigte mir, was ein wirklich großer Marlin ist:
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Sage und schreibe 1.017 Pounds (= ca. 461,5 kg) brachte dieser Striped Marlin auf die Waage! Da konnte man einige Leute mit satt machen. Denn – das hatte ich noch gar nicht erwähnt – Schwertfisch schmeckt fantastisch!

Als wir vorgestern in Paihia im Schwertfisch-Club aßen, brachte uns ein Fischer frisch gefangenen Marlin zum probieren, in 3 Varianten: Roh, mariniert und geräuchert.

Nun bin ich wirklich keine Freundin von rohem Fleisch oder Fisch, aber diese Kostprobe hat mich wirklich überzeugt – wenn der Fisch absolut frisch ist, schmeckt er auch roh begnadet! Zusammen mit einer vom Fischer selbst komponierten Soße aus Wasabi, schwarzem Pfeffer und heller Sojasoße – ein Gedicht!

Aber wir waren hier und jetzt nicht zum essen da, sondern nur zum schauen und verabschiedeten uns. Es ging ab in die Natur. Und – in den Regen …

Und der fiel schneller auf meine Kamera-Linse, als ich abdrücken konnte. Also gibt’s jetzt reichlich Bilder mit Regenflecken!
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Ihr seht – eine wunderschöne Strecke. Und wir ärgerten uns schon ein bisschen, dass wir sie nicht vor drei Tagen, bei der Herfahrt, genommen hatten. Aber die Fahrt von Coromandel war ja schon ziemlich lang gewesen und irgendwie hatten wir nicht wirklich an schlechtes Wetter in den folgenden Tagen geglaubt!

Trotzdem – die Landschaft hat auch bei Regen und Nebel einen ganz eigenen Zauber

Und überhaupt – es war auch so ein schöner Tag gewesen, meine Wäsche war in der Zwischenzeit gewaschen worden und musste nur noch in den Trockner gestopft werden. Ein Tässchen Kaffee, ein Stückchen Kuchen … und dann ging’s nochmal los.

Wir hatten ein Schild gesehen, auf dem für 17 Uhr eine Fischauktion auf der Dorfwiese angekündigt war. Und Maureen erzählte, der Erlös werde karitativen Zwecken zur Verfügung gestellt. Als nichts wie hin… Und weil es gerade NICHT regnete und ich eine unverbesserliche Optimistin bin (zumindest, was Wetter angeht), nahmen wir KEINEN Schirm mit …

Was wir ca. 15 Minuten später bitter bereuten – ABER: Hier gibt es ja netterweise an fast jeder Ecke Ständer mit großen grünen Schirmen, die man sich ausleihen kann (siehe kleines Foto am Anfang)! So beschirmt, konnten wir bestaunen, was so alles angeboten wurde:
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Diese beiden Jungs im Panzer hätte mein Reisegefährte am liebsten gleich erstanden – nur das absolute Verbot, im Motel Fisch zu kochen (und auch der Mangel an einem geeigneten Topf, denn die Viecher waren riesig!!!) hielte ihn ab, mit zu steigern. Die beiden gingen letztlich für 100NZ$ pro Stück an ein chinesisches Paar….

Ansonsten gab es große Fische ..
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… kleine Fische …
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Krustentiere…
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Es zog sich ziemlich in die Länge – und es regnete wieder heftiger, also heimwärts. Und zu einer absolut ungeliebten Aufgabe: PACKEN!!!

Klar, wir mussten in den letzten Wochen fast täglich irgendwie packen – aber eben nur “Irgendwie”. Jacken und Schuhe flogen im Auto herum, Schmutzwäsche im Beutel ebenso. Da wir aber morgen das Auto in Auckland abgeben und zwei Tage später in den Flieger nach Bangkok steigen, musste jetzt nach fast 6 Wochen erstmals alles wieder in die Koffer.

Und einer unserer Koffer musste – mit Phils Hilfe – auch noch repariert werden, denn er hatte einen ziemlich großen Riss in einer Ecke bekommen. Aber starkes Textil-Klebeband beseitigten die größten Schäden und damit wird er hoffentlich bis Frankfurt durchhalten.

Jetzt war es gut, dass das Wetter schlecht war und uns sowieso nichts nach draußen lockte – denn es dauerte eine ganze Weile, bis alles verstaut war, die Kühltasche wieder auf Kleinformat zusammengefaltet, die restlichen Lebensmittel entsorgt… Und dann musste das Auto auch noch entrümpelt werden, da hatte sich auch ne Menge angesammelt.

Und die Brückenmaut in Auckland musste noch übers Internet entrichtet werden.

Zwischendrin trieb uns der Hunger zu einem letzten Mahl in den Schwertfisch-Club – der liegt gleich um die Ecke vom Swiss Chalet. Noch mal Fisch, frisch gefangen, noch mal ein Spaziergang im Regen – dann süffelten wir daheim den restlichen Rotwein leer – man will sich ja nicht unnötig mit Gepäck beladen 😉

Die kurze aber wunderschöne heutige Route:

5 Kommentare zu “27. Februar – Magische Regenwelt

  1. Vielen Dank für die tolle Reise durch Neuseeland, natürlich werde ich euch die restlichen Tage in Auckland noch begleiten.
    Danach packe ich unsere Siebensachen für unsere erste Neuseeland Reise, bin schon sehr gespannt wie es sein wird, fliegen am 25. März und hoffen, dass wir einen schönen Herbst haben werden.
    Liebe Grüße aus dem eklig kalten Deutschland
    Ingrid

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      • Bin eher der stille Mitfahrer der sich Anregungen und Tipps holt, hier musste ich mich einfach outen denn der Bericht aus 2015 war schon Spitze.
        Wünsch euch noch einen tollen Aufenthalt in Kambodscha.

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  2. Och – ist die Reise durch Neuseeland schon wieder vorbei ???
    Und diesmal geht es nicht weiter nach Australien? Ich hatte gedacht, Ihr seid noch bis Ende März unterwegs.
    Liebe Grüße
    Daniela

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    • Tja – dieses Jahr sind wir nicht ganz so lange unterwegs, „nur“ 70 statt wie letztes Jahr 84 Tage. Und weil die Reisekasse etwas entlastet werden muss, sind wir derzeit noch zwei Wochen im billigen Kambodscha.

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