29. Februar – Raindrops keep falling on my head …

P1230234… singt Barry Manilow – aber er weiß auch “I’m never gonna stop the rain by complainin’”…

Also beklagen auch wir uns nicht, sondern überlegen, was man an so einem Regentag in Auckland unternehmen kann.

Ein Blick aus unserem Panorama-Fenster zeigt, dass es wohl besser eine Indoor-Aktivität sein sollte … 

Zum Regen hatte sich auch noch ein fieser Wind gesellt, der die Tropfen fast waagrecht über die Stadt trieb Museen oder Galerien wollen wir aber eher nicht besuchen – zwar gibt es da einiges in Auckland, aber irgendwie zieht es uns trotz Regen eher in die Natur. Besser gesagt, aufs Wasser.

Eingeplant für heute waren nämlich etliche der vorgelagerten Inseln, und da Schiffe ja schließlich eine Innenkabine haben, schauten wir mal, was da so im Angebot war. Ausflüge mit längerem Aufenthalt auf unbewohnten Inseln kamen allerdings eher nicht in Betracht, am Ende wurde es eine 90-minütige Harbour Cruise mit einem kurzen Aufenthalt auf der Vulkan-Insel Rangotito.

Im Hotel hatte man uns netterweise einen Late-Checkout bis 13 Uhr gewährt, das passte prima. Das Gepäck wurde beim Concierge deponiert und wir machten uns auf Richtung Hafen. Bei Fullers war der nette ältere Herr, der uns die Tickets verkaufte, ganz unserer Meinung – bei schlechtem Wetter, sagte er, gebe es nichts besseres als eine schöne Bootstour.

“Lehnt euch einfach zurück, trinkt einen schönen heißen Tee oder Kaffee auf unsere Kosten und genießt das Ganze!”

Und das taten wir! Schon nach wenigen Minuten hatten wir das schlechte Wetter fast vergessen – vom überdachten Deck aus konnte man die Fahrt richtig genießen! Erst mal am Hafen entlang …


Es ist unschwer zu erkennen, das die Wolken ziemlich tief hingen – die Spitze des Towers verschwand in einem Wolken-Kissen.

Fähren pflügen durchs Hafenwasser – wie Busse verbinden sie Downtown Auckland mit Vororten auf diversen Inseln, Halbinseln und Landzungen.
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Ein Blick zurück – die Stadt verschwindet im Nebel.
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Das Bean Rock Lighthouse kommt in Sicht – ein alter hölzerner Leuchtturm, der schon seit 1871 im Dienst ist. Früher mit Kerosin-Befeuerung, heute leuchtet das Licht mit Solarenergie.
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Wir erreichen die Vulkan-Insel Rangitoto, dort kann, wer will, 20 Minuten an Land gehen.

Klar – wir wollen! Über einen langen Pier und durch ein Maori-Tor geht’s auf die Insel.
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Auch der Vulkan hat sein Haupt in den Wolken vergraben, eine Besteigung wäre in der kurzen Zeit ohnehin nicht machbar, also beschränken wir uns auf den Küstenpfad. Und der ist unglaublich schön!

Ich komme mir vor wie in einer Märchenwelt – tiefschwarzes Vulkan-Gestein, mit silbernen Flechten überzogene Felsen und Bäume, rostig rote Grasbüschel, saftig grünes Gebüsch. Und im Hintergrund immer wieder die Silhouette der Stadt.

Irgendwie passt das Wetter perfekt zu dieser verwunschenen Landschaft …

Zum Vergrößern/Diashow Bilder anklicken!

Man könnte sich verlieren in dieser Landschaft, auf dieser Insel – es ist fast unwirklich schön. Und ich bin völlig alleine mit diesen Eindrücken, niemand vom Schiff hatte offenbar Lust, den glitschig-feuchten Pfad entlang zu gehen. Leider ist der Genuss nur kurz – 20 Minuten sind entschieden zu wenig hier!

Wie um mir den Abschied zu erleichtern, setzt der Regen wieder ein. Also zurück aufs Schiff, zu heißem Kaffee und einem Brownie. Noch ein Schlenker zur Harbour Bridge, die wir gestern mit dem Auto überquert haben.
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Ein paar Bungee-Springer hüpfen uns fast aufs Deck …
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Dann liegt die Brücke hinter uns, und wir cruisen durch den Yachthafen.
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Vorbei am Hilton Hotel am Pier, dessen Pool so ausgerichtet ist, dass man den perfekten Blick auf den Tower hat.
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Von der Seite sieht das Hotel fast aus wie eines der gigantischen Kreuzfahrtschiffe.
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Unser Rundfahrt-Ticket enthielt noch eine Round-Trip Fahrkarte nach Devonport. Die wollten wir nicht verfallen lassen und nahmen gleich nach der Landung die Fähre. Nur knapp 10 Minuten dauert die Überfahrt – dann ist man in einem beschaulichen Örtchen, wo jedes zweite Haus entweder im Kolonial oder im Art Deco Stil erbaut ist.

Allerdings sehen selbst die Palmen vor dem noblen Esplanade Hotel im wieder einsetzenden heftigen Regen ziemlich traurig aus.
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Und auch wir haben keine rechte Lust mehr auf einen ausgedehnteren Bummel – es geht nur kurz die Straße rauf und wieder runter.
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Und dann wieder zurück nach Auckland. Schließlich haben wir heute noch einiges vor – wir müssen nämlich noch zum Flughafen!

Auf dem Rückweg bewundern wir noch die Ausdauer einiger Segler …
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… dann sind wir wieder an Land. Und wandern zurück zum Heritage Hotel, wo unser Gepäck auf uns wartet.

Samt Gepäck geht es schräg über die Straße – dort ist die Haltestelle des Airport-Busses. Der kommt auch prompt und für 16NZ$ pro Person gondeln wir Richtung Flughafen. Und sind ziemlich froh, dass wir keinen Flug erwischen müssen – denn wir stehen erst mal nur im Stau…

Wer sich jetzt wundert, warum wir im Flughafen-Bus sitzen, obwohl unser Flug erst morgen geht, muss wissen, dass der Abflug zu einer absolut unchristlich frühen Stunde stattfindet – um 6:00 Uhr morgens!!!! (Wobei das allerdings möglicherweise genau die Zeit ist, zu der irgendwo Frühmessen oder so was abgehalten werden … mangels entsprechender Bildung in dieser Richtung weiß ich das aber nicht so genau… Unchristlich ist also eventuell etwas übertrieben – aber höllisch früh ist es auf jeden Fall!)

Und das bedeutet – um 4 Uhr am Flughafen sein… Und das wiederum bedeutet, so um 3 Uhr aufstehen …

Deshalb hatten wir das komfortable Heritage Hotel schweren Herzens verlassen, um die Nacht (bzw. die Teil-Nacht) in einem Flughafen Hotel zu verbringen. Das bot einen kostenlosen 24-Stunden Shuttle Service vom und zum Flughafen – und den nutzten wir jetzt gleich mal.

Mit dem Bus am Domestic Terminal angekommen, rief ich im Hotel an und es hieß, dass uns das Shuttle in wenigen Minuten abholen würde. Nur einen Moment später war der Minibus da und brachte uns ins Heartland Hotel.

Unsere Erwartungen waren minimal – das Hotel war ausgesprochen preiswert, und wir hofften einfach nur auf ein einigermaßen sauberes Zimmer und ein halbwegs bequemes Bett, um wenigstens etwas Schlaf zu bekommen. In einer Mail, die ich gestern noch hingeschickt hatte, hatte ich um ein ruhiges Zimmer im obersten Stockwerk gebeten, nachdem ich bei Tripadvisor gelesen hatte, dass es  im Erdgeschoss wohl ziemlich laut sei.

Tja – wir erlebten eine absolut positive Überraschung! Nicht nur der Empfang war umwerfend nett und freundlich, wir bekamen auch wirklich ein sehr ruhiges Zimmer ganz oben und zwar ein offenbar frisch renoviertes!

Zwei breite Betten mit guten Matratzen, ein helles, blitzsauberes Bad – wir waren mehr als zufrieden mit unserer Wahl!

Weil die Nacht schon um 3 zu Ende sein würde, wollten wir früh ins Bett, aber vorher schnell noch was essen – blöderweise war das Restaurant bis auf den letzten Platz besetzt. Ich erläuterte dem Ober unsere Situation, der setzte uns erst mal mit einem Bier in die Bar, und nachdem sich abzeichnete, dass so schnell wohl nichts im Restaurant frei werden würde, fragte er, ob wir auch in der Bar essen würden.

Klar, würden wir – hier war es zudem erheblich bequemer und interessanter als im Restaurant – und in Nullkommanix hatten wir unser Essen. So viel Flexibilität möchte ich mal in Deutschland erleben!

Die Nacht war kurz – trotzdem schliefen wir erstaunlich gut und fest – bis um kurz vor 3 Uhr der Wecker klingelte …

2 Kommentare zu “29. Februar – Raindrops keep falling on my head …

  1. Nicht das ich drängeln möchte … aber ich bin schon gespannt auf die Nachträge zwischen Invercargill und der Otago Peninsula … ;-))
    Gibt es aus Kambodscha auch was zu lesen?
    Habt Ihr was von der Sonnenfinsternis mitbekommen?

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    • Keine Sorge – die Catlins und Otago Peninsula Nord sowie die Zugfahrt sind in Arbeit 😉 Jetzt, in Kambodscha, hab ich ein bisschen mehr Muße – aber ich wollte erst mal Neuseeland richtig abschließen.

      Und von Kambodscha kommt auch noch was – versprochen!

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