14./15. März – Homeward bound …

P1230702Am 6. Januar sind wir aufgebrochen, 70 Tage später flogen wir wieder nach Hause.

Die letzten beiden Tage in Bangkok waren vor allem eines – faul …

Und wenn man in Bangkok richtig faul ist und keine Lust auf großes Sightseeing hat, gibt’s nur eines: Einfach ins Express-Boot reinsetzen und bis zur Endhaltestelle in Nonthaburi fahren.

Das dauert ca. eine Stunde, kostet 14 Baht (= ca. 0,40€) und ist Sightseeing vom Feinsten.

Nur – wenn man an der Taksin Brücke einsteigen will, hat man keine Chance, einen Sitzplatz zu bekommen! An diesem Haupt-Einstiegspunkt drängen regelmäßig riesige Menschen-Scharen in die Boote.

Aber wir waren ja nicht zum ersten mal hier und wissen, wie man ganz bequem an einen Sitzplatz kommt: Man steigt zunächst ins Boot in die Gegenrichtung ein, fährt ca. 3 Minuten  (= zwei Stationen) bis zur Endhaltestelle (und muss dafür meistens sogar gar nichts bezahlen – aus unerfindlichen Gründen wird auf dieser letzten Strecke häufig nicht mehr kassiert) und steigt dort um ins (noch komplett leere) Boot nach Norden.

So machten wir es dann auch – und sicherten uns einen Logenplatz ganz vorne. Es ging vorbei am vornehmen Mandarin Oriental
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und am gerüst-verhangenen Wat Arun.
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Vorbei an unzähligen buddhistischen und chinesischen Tempeln, an Moscheen und auch einigen Kirchen.


Vorbei am Gewusel der Express- und Langschwanz-Boote, der Fähren und Schleppkähne. Immer wieder staune ich, dass hier offenbar nur selten was passiert…
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P1230668Wir passieren die elegante Rama VIII Brücke – ein technisches Meisterwerk! Die Schrägseil-Brücke ist fast 500 m lang, an vergoldeten Stahlseilen aufgehängt und von einer goldenen Flamme gekrönt.
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Je weiter man nach Norden kommt, desto schlichter wird die Bebauung. Statt imposanter Neokolonial-Gebäude stehen hier kleine hölzerne Pfahlbau-Häuschen direkt im Wasser.


Es gibt zahlreiche Gerüchte, dass deren Tage gezählt sind und sie abgerissen werden sollen …

In Nonthaburi angekommen, ist man in einer völlig anderen Welt. Die Großstadt scheint unendlich weit entfernt, hier kommen nur selten Touristen her, es geht gemächlich zu. Statt Tutuks gibt es Fahrrad-Rikschas, der Verkehr ist auch hier chaotisch, aber alle arrangieren sich miteinander.

Das Angebot auf den Märkten und in den engen Gassen richtet sich ausschließlich an Thais, die Preise sind entsprechend niedrig.


Wir sind begeistert – von aromatischen Currypasten, duftendem frisch gebackenen Kuchen und Keksen, von frischem Fisch und bunten Früchten – auch wenn die manchmal purer Zucker sind.


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Ein bisschen probieren, was trinken, ein paar Gewürze kaufen – dann geht’s wieder zurück zum Boot.
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In Chinatown steigen wir aus, streifen durch die enge, heiße, stickige, quirlige Sampeng-Lane, wo es nichts gibt, was es dort nicht gibt. Allerdings ist das Angebot in Sektionen eingeteilt – wir landen bei den Accessoires, bei Hüten, Haarschmuck und Deko-Artikeln…


Und holen erst mal tief Luft, als wir am Ende wieder auf die Straße treten.
China-Town muss mal sehr hübsch gewesen sein – man kann den Charme der alten bunten Häuser aber fast nur noch erahnen unter dem Gewirr von Stromkabeln, Klimaanlagen und Werbeschildern.
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Ein kleines Stückchen weiter sind wir im Viertel der Schrott- und Eisenwaren-Händler, der Schrauber und Schweißer. Hier wird nichts weggeworfen – irgendjemand kann irgendetwas davon bestimmt noch gebrauchen …
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Noch ein Blick über den Zaun zur Holy Rosemary Church
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…dann sind wir wieder am Ausgangspunkt, setzen mit der Fähre für 3 Baht (= ca. 0,08€) auf die Thonburi-Seite über und kommen gerade noch rechtzeitig zu Kaffee, Tee, Kuchen und Törtchen ins Hotel.

Jeden Nachmittag wird dort die Kaffeestunde zelebriert (es gibt natürlich auch kalte Getränke!) – und wir genießen das jetzt einfach …

Nebenbei wird noch online eingecheckt, die netten Damen in der Lounge drucken die Bordkarten aus – und dann … dann müssen die Koffer noch gepackt werden.
Und zwar so, dass morgen noch jede Menge Kräuter rein passen – denn die werden erst morgens gekauft, damit sie frisch bleiben.

Abends der letzte, der wirklich aller-aller-letzte Sonnenuntergang auf der Dachterrasse. Neben uns sitzen Deutsche, der Dialekt klingt vertraut – sie kommen ebenfalls aus Heidelberg! Die Welt ist ein Dorf … Dass sie morgen Abend mit genau dem gleichen Flieger wie wir Richtung Heimat fliegen, überrascht dann nicht mehr wirklich.

Wir haben für den letzten, den allerletzten Tag noch einiges vor: Letztes Frühstück in der Morgensonne unten auf der Fluss-Terrasse, dann zum Gemüsemarkt. Kaffir-Limetten Blätter und Zitronengras, Galgant, Chilies und „Holy Basil“, das scharfe Thai-Basilikum werden bündelweise ins Hotel geschleppt, und dort sorgsam im Koffer verstaut.

Noch ein paar gemütliche Stunden im Pool, nochmal Kaffee-Stunde – und so gegen 16:30 brechen wir langsam auf. In meinen Augen viel zu früh, denn der Flieger geht erst um 20:35 und normalerweise ist man in einer knappen Stunde am Flughafen – aber das Nervenkostüm meines Mannes ist etwas dünner als meines 😉

Und heute war das unsere Rettung – denn schon nach wenigen Minuten Fahrzeit, kaum auf die Schnellstraße aufgefahren, standen wir. Im. Stau. In der Mutter aller Staus. Nichts, absolut gar nichts bewegte sich.

Schließlich fragte unser Fahrer, ob wir einverstanden seien, wenn er vom Express-Way runter und durch die Stadt fährt. Ein kleiner Umweg, aber in einer -Stunde wären wir da….

Meinte er. Nur – diese Idee hatten gefühlt eine Million andere Autofahrer vor ihm auch schon. Und es ging weiterhin nichts. Gar nichts. Und wenn, dann nur meterweise. Und an jeder Ampel standen wir weitere Ewigkeiten.

Irgendwann war klar, dass wir es nicht mehr schaffen würden. Oder nur noch, falls ein Wunder geschieht. Es war inzwischen schon 18:30 Uhr vorbei, wir mussten allerspätestens um kurz nach 19:00 unser Gepäck abgeben. Da – urplötzlich lief es wieder – und unser Fahrer wurde zum Kamikaze-Driver!! Er überholte rücksichtslos links und rechts, wechselte die Fahrspuren, fuhr auf dem Seitenstreifen – und hielt mit quietschenden Reifen um kurz nach 19 Uhr vor dem Suvarnabhumi Flughafen.

Mit weichen Knien kletterten wir aus dem Taxi, es gab ein dickes Trinkgeld, wir hechelten ins Gebäude. Nur Minuten, bevor der Check-In zu machte, schlugen wir am Emirates Schalter auf.

Wir waren so fix und fertig, dass wir einfach nur froh waren, den Flug noch gekriegt zu haben. Selbst mein äußerst seltsamer Sitznachbar, der während des ganzen Fluges kein einziges Wort sagte und mich nur mit seinen nackten Füßen etwas nervte, die er ständig in meine Richtung streckte (bis ich – versehentlich – mal kräftig drauf trat…), war nicht weiter schlimm. Und erneut war der A 380 einfach nur toll – breite, bequeme Sitze, viel Abstand zum Vordersitz und wir bekamen wieder Obst …

Wen’s interessiert – hier könnt ihr ganz genau sehen, wie der Riesenvogel von innen aussieht (wir saßen übrigens ziemlich vorne, von hinten gesehen rechts, in der 4. Reihe vor der Treppe – da hat man ein richtig tolles Raumgefühl, weil man nicht einfach nur auf unzählige Sitzreihen starren muss).

Durch Drehen und Klicken kann man sich vor- und rückwärts im Gang bewegen!

Und wer neugierig ist, wie’s oben bei den Reichen in der Business und First Class aussieht, kann sich das bei Stern.de noch genauer anschauen.

Wir mussten uns mit der Economy begnügen – und in Dubai fast drei lange Stunden mitten in der Nacht ausharren, bevor es weiter ging. Und beschlossen, künftig nur noch Non-Stop zu fliegen – denn die arabischen Flieger sind zwar absolut top, aber die Reiseunterbrechung macht uns mittlerweile doch ganz schön zu schaffen. Vor allem, wenn es mitten in der Nacht ist.

Immerhin klappte in Frankfurt alles reibungslos – fast, denn es gab wieder Probleme mit meinem Pass, weil ich erneut versuchte, durch die elektronische Kontrolle zu kommen. Aber drei Vornamen und ein Doppelname als Nachname – da streikt die Technik offenbar.

Mal sehen, ob unser Bürgeramt einer Namensänderung zustimmt … Aber das wird erst für die nächste Reise relevant. Und die – kommt ganz bestimmt!!!

3 Kommentare zu “14./15. März – Homeward bound …

  1. Pingback: Go West – Mae Sot | Fernweh ......

  2. Liebe Renate (und wie Du sonst noch heißt …)
    vielen, vielen Dank für Deinen tollen Reisebericht in diesem Jahr!!! (…bis jetzt, da kommt ja bestimmt noch mehr …)
    Ich habe jeden Eintrag verschlungen, viele mehrfach gelesen und sehr genossen. Es war fast so, als wäre ich dabei gewesen! Sehr professionell!
    Und … wie ist es dann wieder zu Hause?
    Reisen verändert doch den Blickwinkel und die Wertigkeiten, geht Dir das auch so?
    Lg
    Daniela

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    • Daheim – ist es auch wieder schön, wäre noch schöner, wenn es etwas wärmer wäre 😉
      Aber das Fernweh lässt uns nicht los – es geht garantiert dieses Jahr auch noch ein paar Mal weg, dann eher kürzer – und im Winter wieder auf große Fahrt!
      Und was Blickwinkel-Veränderungen angeht – man staunt dann einfach ein bisschen über die doch sehr unterschiedlichen Prioritäten, die Menschen (und auch Länder) so manchmal haben.

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