Goldener Oktober in Paris

p1250821Noch mal kreuz und quer durch die Stadt – heute von der Place de la Concorde aus. 

Staunend stehen wir vor dem riesigen Obelisken von Luxor, im 13. Jh. v.Chr. von Ramses II. in Theben errichtet und 1836 vom ägyptischen Vizekönig dem letzten regierenden französischen König, Louis-Philippe I., zum Geschenk gemacht. Zwei volle Jahre dauerte der Transport von Ägypten nach Frankreich …p1250872a
Mindestens genauso spannend finde ich aber auch die unglaublich aufwändig gestalteten Laternen!

Vorbei an den süßen Versuchungen von Laduree streifen wir durch die Rue du Faubourg St. Honoré.
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Sind fasziniert von Kleinigkeiten: Eine Litfaßsäule, elegant wie ein Kunstwerk. Kunstvolle Fliesen an einer Passage. Kunst, transportfertig…Noch mehr Kunst gibt’s in einer kleinen Passage, die wir fast übersehen hätten.
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Auch Mode wird hier eher minimalistisch – als seien es Kunstwerke – dargeboten. Aber immerhin – das ist nicht irgendein Klamottenladen – das ist Yves St. Laurent!
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M. Hollande scheint daheim zu sein – jedenfalls weht die Tricolore über dem Elysée-Palast. Das sieht man schon von weitem – auf dem Weg dorthin müssen wir aber an ziemlich grimmig dreinblickenden und schwer bewaffneten Soldaten vorbei.
Ein paar Meter weiter wurde das Haus neben dem Innenministerium in Miro-Farben bemalt.Wir wollen zum Arc de Triomphe – unser Smartphone Navi warnt uns, dass das eine recht weite Strecke zu Fuß ist! So was nehmen wir schon ziemlich ernst 😉
Und – wer auch immer die Champs d’Elysées toll findet – wir finden sie ziemlich langweilig! Deshalb wird der Bus genommen, der uns in einigen wenigen Minuten vor dem Triumphbogen abliefert.
Und da steht er nun, mitten im Verkehrsgewühl…
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Um überhaupt ein Foto machen zu können, ohne den unzähligen selfie-fanatischen asiatischen Touristen in die Quere zu kommen, müssen wir schon ein bisschen zur Seite gehen. Dafür hat man hier den eindeutig besseren Blick 😉

Es wird Zeit für eine Pause. Zeit, für ein bisschen Grün, Natur …
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Mit der Metro geht’s zum Jardin des Tuileries – dort herrscht reger Betrieb. Die Sonne scheint alle, die in der Umgebung arbeiten, zu einer Mittagspause am Brunnen heraus zu locken.
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Wir setzen uns ebenfalls in einen der bequemen Liegestühle am Brunnen – und hängen einfach ein Weilchen ab …
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Es ist unglaublich schön hier – eigentlich könnte man noch eine ganze Weile sitzen bleiben und die Umgebung quasi aufsaugen – aber wir wollen ja noch mehr von der Stadt sehen.

Ein kurzer Seitenblick auf das Pferdegespann auf dem kleine Triumphbogen…
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… dann geht’s über die Brücke zum „Rive Gauche„.
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St. Germain de Pres ist irgendwie ganz anders, als wir es uns vorgestellt haben …

Vielleicht hätten wir uns mehr Zeit nehmen sollen – so bleibt es bei einem Blick auf das Café Les Deux Magots, wo sich Simone de Beauvoir regelmäßig mit Jean Paul Sartre getroffen hat, Picasso, François Truffaut und Umberto Eco Stammgäste waren.
Das Café de Flore – hier trifft man (vielleicht!) Karl Lagerfeld und andere Kreative.

Mit dem Bus geht es an der Seine entlang – wir wollen auf die Île de St Louis. Kurz vor der Brücke steigen wir aus – und da steht das „Institut du Mond Arabe“ – von dessen Terrasse aus man einen tollen Blick auf Notre Dame haben soll.

Wir wollen es wissen – lassen die Taschenkontrolle über uns ergehen, steigen in den Aufzug und fahren in den 9. Stock. Dort gibt es ein Restaurant – und eine große Terrasse, von der man tatsächlich einen begnadeten Blick auf die Kathedrale hat!
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Das Institut selbst ist leider im Moment eine Baustelle – aber wir können zumindest von innen eine Blick auf die Fenster werfen. An der südlichen Fassade wird der Einfall des Sonnenlichts durch tausende Irisblenden hinter der Glasfassade reguliert, die sich computergesteuert stufenlos öffnen und schließen.
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Von aussen sieht das dann so aus:
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Über die Brücke geht es auf die île St. Louis – mehr oder weniger touristen-frei und sehr beschaulich.
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Ein Kaffee in einem winzigen Bistro – dann geht’s über die zweite Brücke zurück ans „Festland“.
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Wir wollen zur Place de la Bastille – also einfach immer gerade aus.

Der geschichtsträchtige Platz ist allerdings fast eine Enttäuschung – ein verkehr-umtoster riesiger Platz. Zwar steht in der Mitte die Siegessäule, aber von den gewaltigen Mauern der Bastille ist nichts mehr zu sehen.

Fast nichts erinnert an das, was wir in der Schule gelernt haben  – der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 hatte dazu geführt, dass die gewaltigen Mauern zwischen dem 16. Juli 1789 und 4. Oktober 1790 als Symbol des Ancien Régime von 500 Arbeitern unter Leitung des Bauunternehmers Pierre-François Palloy abgerissen und anschließend in Steinquadern verkauft wurden.

Heute erinnern nur noch ein paar ringförmige Pflastersteine auf dem Boden an die ehemalige Bastion.
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Nur ein paar hundert Meter entfernt befindet sich allerdings ein echtes Kleinod – der/die Place des Vosges. Von Heinrich IV. als Place Royalle in den Jahren 1605 bis 1612 gebaut war dies der erste städtische Platz von Paris.
Anlässlich der Doppelhochzeit von König Ludwig XIII. mit Anna von Österreich (1601–1666) und der Schwester des Königs, Elisabeth, mit dem künftigen König Philipp IV. von Spanien wurde er zwischen dem 5. und 7. April 1612 mit feierlichen Turnieren eingeweiht.
Zum ersten Mal in Europa wurden alle Seiten eines Platzes mit dreigeschossigen Häusern mit Arkaden bebaut. Das hier erstmals verwirklichte Konzept diente dann später als Vorbild für die Gestaltung zahlreicher Plätze und Straßen in ganz Europa.
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Das war’s dann für heute, uns blieb nur noch der Heimweg – aber auch der bot noch ein paar Highlights.

Wir stiegen unterwegs nämlich mal kurz aus, denn die Metro Station Arts et Metiers sollte spektakulär sein – einem U-Boot nachempfunden. Zwar mussten wir etliche hundert Meter unterirdisch herum laufen, weil wir mit der „falschen“ Linie angekommen waren – aber dann fanden wir ihn doch – den kupfernen Metro-Bahnhof.

Ein toller Abschluss eines tollen Tages – der auch ganz nebenbei für uns noch eine besondere Bedeutung hatte: Wir sind heute genau 25 Jahre verheiratet – es ist also unser Silberhochzeitstag ❤

3 Kommentare zu “Goldener Oktober in Paris

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