Wo Mönche auf Felsen hausen

P1280242Auch heute ging’s wieder am Mekong entlang. Allerdings mit einem Schlenker ins Land.

Denn irgendwo hatten wir von einem riesigen Sandsteinfelsen gelesen, der einsam mitten in der Gegend steht und in dessen Felswände ein Kloster eingebaut sein soll.

Das Ganze soll auf ziemlich wackligen Stegen erreichbar sein, aber auch von unten schon recht spektakulär aussehen.

Also – nix wie hin …

Das kleine Foto am Textbeginn heute soll übrigens keine Reklame für eine Tankstelle sein, sondern die mir gestellte Frage beantworten, wie Frau denn die stundenlangen Fahrten quer durchs Land so ganz ohne sanitäre Einrichtungen bewältigt.

Das übliche Mädels-Problem – wir müssen einfach immer sicher sein, dass es irgendwo eine Toilette gibt, und sei es auch nur, um die Psyche zu beruhigen. Und obwohl wir hier in der hinterletzten Ecke Thailands sind, wo es ländlicher kaum noch geht, gibt es an fast allen mittleren und größeren Straßen in ziemlich regelmäßigen Abständen Tankstellen. Viele davon mit einem kleinen Supermarkt, einem Café (die Kette “Amazon” bietet richtig guten Kaffee, Cappuccino und Latte und häufig auch sehr guten Kuchen oder zumindest leckere Plätzchen) und auch Toiletten.

Die sind zwar nicht immer wirklich so, dass man gerne hin geht – und Papier gibt es grundsätzlich keines – aber immerhin, es gibt sie.

So – nachdem dieses Problem gelöst ist, wenden wir uns den eher spirituellen Dingen zu und biegen von der Route 211 in Bueng Kan ab auf die 222, um zum Wat Phu Tok, der auch unter dem Namen Wat Jetiyakhiri bekannt ist, zu gelangen.

Wir erreichen eine kleine Parkanlage an einem See mit einem mächtigen Eingangstor – einer ziemlichen Gratwanderung zwischen Kunst und Kitsch.
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Am See steht ein kleiner Pavillon mit einer Art Bibliothek, deren Bestuhlung nicht wirklich zu entspannter Lektüre einlädt…
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Hinter dem See ragt der riesige Felsen mit dem Kloster in die Höhe.
P1280254359 m ist er hoch, sein Name “Wat Phu Tok” bedeutet “Einsamer Felsen” in der Sprache des Isan. Es ist noch relativ jung, wurde erst 1968 von dem Mönch Ajahn Juan zu bauen begonnen und seither wird immer irgendwie daran weiter gewerkelt.
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Man kann einige Gebäudeformationen erkennen – sehr gut erkennen kann man aber auch die wackeligen Stege und Treppen, die um den Felsen herum führen.
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Sieben mal, auf immer höheren Ebenen, führen sie um den Felsen herum. Sie symbolisieren die 7 buddhistischen Level der ERleuchtung. Um sie zu begehen, muss man unbedingt schwindelfrei sein – und man darf keine Angst vor Schlangen haben, die vor allem in den oberen Etage hausen.
Da ich sowohl Höhenangst als auch ziemlich viel Angst vor Schlangen habe, lassen wir das mit dem Aufstieg lieber mal – mutigere Leute haben ein paar Fotos ins Netz gestellt, die man sich anschauen kann – z.B. im Thailandee Blog.
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Im Gegenlicht schwer erkennbar, aber doch sichtbar ist eine kleine Hütte unter einem Felsen – die ist für Übernachtungs-Gäste. Allerdings sollen ausländische Besucher dort nicht sehr willkommen sein, es hat offenbar schon einige Fälle von schlechtem Benehmen durch Backpacker gegeben, die das ganze nicht als spirituelle Erfahrung sondern als reine Mutprobe betrachtet hatten.

In dem kleinen Park am Fuße des Monolithen herrscht schläfrige Ruhe.
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Ein kerzenartiger Chedi steht auf einer kleinen Anhöhe, eine Gruppe ist eben zu ihm aufgebrochen, um zu beten und hat die Schuhe unter einem mächtigen Baum zurück gelassen.
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Wir fahren weiter – vorbei an einer ausgedehnten Seen-Landschaft.
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Die Straße kurvt wieder zum Mekong zurück und wird über weite Strecken zur schattigen Allee.
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Dann sind wir in Nakhon Phanom – im River Hotel – angekommen. Ein sehr schönes und gepflegtes Zimmer mit tollem Blick und erstaunlich elegantem Bad – und das für 900 Baht!


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Es ist schon spät, wir sind müde und hungrig – da Nakhon Phanom nicht wirklich viel bietet, entschließen wir uns, heute mal im Hotel zu essen – auf einer Terrasse direkt am Mekong und umgeben von einer großen Schar Thais, die alle schwarz gekleidet sind und sich hier ganz offensichtlich zu einem Leichenschmaus getroffen haben – denn es fließen immer mal wieder irgendwo ein paar Tränen. Es wird aber auch viel gelacht und dem Appetit scheint es keinen Abbruch getan zu haben.

Die Route von heute:

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