Grand Canyon im Mekong

P1280344Steter Tropfen höhlt den Stein – eine Binsen-Weisheit, aber eine, die zu den größten Natur-Wundern dieser Erde geführt hat.

Der vergleichsweise kleine Colorado-River hat in den USA über Millionen Jahre hinweg den gigantischen Grand Canyon in den dortigen roten Sandstein gefräst.

In Thailand ist es der erheblich größere Mekong, der hier im Osten ebenfalls den weichen Sandstein bearbeitet hat und Krater, Canyons, Höhlen geschaffen hat.

Zu sehen ist die Canyon-Landschaft allerdings nur während der Trockenzeit – in der Regenzeit verschwindet alles in den Fluten des Mekongs.

Heute morgen erlebten wir den ersten Sonnenaufgang in Thailand – wir sind am aller-östlichsten Zipfel des Landes, nirgendwo sonst geht die Sonne so früh auf wie hier! Und – so wenig wir ansonsten von unserem Hotel begeistert sind – das Frühstück war so ziemlich das beste, das wir bisher hier im Osten bekommen haben!

Damit die Begeisterung aber nicht zu groß wurde, setzte die Wäsche-Liste einen ordentlich Dämpfer drauf. Wir hatten fast nichts sauberes mehr anzuziehen und wollten nicht mit einem Sack dreckiger Wäsche nach Singapur und weiter nach Australien. Also musste gewaschen werden. Aber bei den Preisen hier hätten wir uns auch gleich neu einkleiden können – rund 1 € für ein Paar Socken, 2,50€ für eine Bermuda und immerhin noch 2€ für ein T-Shirt!!!! Und darauf noch 7% Steuer und 10% Service!

Also wurde wirklich nur das Notwendigste rausgesucht, der Rest musste warten….

Lange hielt unser Ärger nicht an, wir brachen auf. Zunächst nur bis ins Dorf – wir wollten jetzt endlich mal der Frage auf den Grund gehen, was es mit dem “Two Colored River” auf sich hatte. Theoretisch wussten wir natürlich, dass hier der Moon River aus Thailand auf den aus Laos kommenden Mekong trifft – aber ob da wirklich unterschiedliche Farbenerkennbar sind?

Der Aussichtspunkt befindet sich in einem Wat, ein großer sitzender Budhha schaut Richtung Wasser.
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Ein Fischer stakt sein Boot vorsichtig durch die Fluten …
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Man sieht jede Menge kleine Felsen-Inselchen, kann auch erahnen, dass hier zwei Flüsse aufeinander treffen …
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Aber unterschiedliche Farben können wir nicht erkennen.

Auf dem Weg zum Canyon wollten wir noch ein paar andere Stein-Formationen ansehen, programmierten das Navi entsprechend und los ging’s. Allerdings hatte das dämliche Navi mal wieder völlig andere Vorstellungen als wir. Ich hatte gelesen, dass die pilzförmigen Steine auf dem Weg nach Sam Phan Bok, dem Canyon liegen sollten. Und dorthin führte die gute Route 2112. Weshalb wir nach dem Willen des Navis trotzdem schon nach einigen Kilometern nach links Richtung Mekong abbiegen sollten, war uns ein Rätsel.

Durch Schaden (leider) immer noch nicht wirklich klug geworden, gaben wir dem Drängen schließlich nach und bogen ab. Und landeten – natürlich – mal wieder auf einem Feldweg!
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Geschlagene 7 km mühten wir uns so ab, überquerten eine Brücke, die vermutlich nur deshalb nicht unter uns zusammenbrach, weil sie völlig erstaunt war, dass sich so was Großes drüber wagte, und landeten schließlich in einem Dorf. Und auf einer richtig normalen Straße, die von links, also von der Route 2112 zu kommen schien!

Uns reichte es jetzt – Pilzsteine hin oder her, wir wollten einfach nur auf eine richtige Straße! Also setzten wir kurz zurück, um in die bessere Straße einbiegen zu können – und da krachte es! Ziemlich heftig… Ein blöder Pfosten, vorher nicht sichtbar, aber leider ziemlich hart, kollidierte unsanft mit unserem linken hinteren Kotflügel!
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Unsere Laune sank auf den Gefrierpunkt, aber wir trösteten uns damit, dass wir ja schließlich eine Vollkasko-Versicherung abgeschlossen hatten und fuhren weiter. Ohne Pilz-Steine (die sahen wir nur kurz im Vorbei-Fahren – wollten aber aus naheliegenden Gründen nicht nochmal wenden Zwinkerndes Smiley ) – aber auf guter Straße war Sam Phan Bok schnell erreicht.
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Zum Fluss hinab führte ein betonierter Weg und wir stapften los – ignorierten die Angebote diverser Songthaew-Fahrer, uns runter zu fahren. Es ging über Sand und Gestein in eine Art Wunderland …
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Das Wasser hatte Täler entstehen lassen, Vertiefungen in den Sandstein gefressen, in dem Wasser zurück geblieben war und eine kleine Seen- und Krater-Landschaft entstehen lassen.
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Wir staksten vorsichtig über die zerklüftete Oberfläche, wateten durch feinen Sand, bestaunten Krater und Schluchten …
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Manche nahmen sich ein Boot und bestaunten das Ganze von unten – aber wir waren entschieden näher dran!
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Solche eindrucksvollen Bilder bekommt man nur zu sehen, wenn man sich die Mühe macht, über die Felsen zu klettern!
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Langsam forderte die Hitze und die unbarmherzig brennende Sonne ihren Tribut. Wir kletterten wieder zurück – und als wir am Standplatz der Songthaews angekommen waren, lockte das Angebot einer Fahrt deutlich mehr als vorhin! Sehr erleichtert ließen wir uns auf die schmalen Bänkchen fallen und genossen die rumpelige Fahrt nach oben (immerhin fast 1000 m weit) so richtig nach dem Motto “Besser schlecht gefahren als gut gelaufen!”

Auf dem Heimweg sahen wir immer wieder kleinere und größere Feuer am Straßenrand oder im Wald und Gebüsch – die “Burning Season” hat begonnen!
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Obwohl Brandrodung eigentlich verboten ist, unternimmt niemand wirklich etwas gegen die Feuer. Auch die Stoppeln der Reisfelder werden demnächst abgefackelt und die ganze Gegend in dichte stinkende Rauchschwaden hüllen – Zeit, das Feld zu räumen!

Aber noch war es nicht so weit – noch hatten wir einen genussvollen Abend im Orchid Resort vor uns – friedliche Blicke auf den Mekong …
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… und nachdem uns Pé gestern den Mund wässrig gemacht hatte, als er von seinem eigenen Abendessen schwärmte, gab es heute für uns das, was Pé sich von seiner Frau gestern zubereiten ließ: Ribeye Steaks mit Ofenkartoffeln und einem herrlichen Tomaten-gurken-Salat! Das Steak butterweich, auf den Punkt gebraten, die Kartoffeln perfekt und flaumig, mit gesalzener Butter, der Salat frisch und einfach nur lecker! Pé’s Frau war früher Sous-Chefin beim Marriott in Bangkok – das schmeckte man!

Und auch wenn das heute fast der letzte Abend in Thailand war – so eine hervorragende Mahlzeit kann man sich wirklich nicht entgehen lassen!

Die heutige Strecke –allerdings ohne die Umwege, die zeigt Google Maps nicht mal an!

3 Kommentare zu “Grand Canyon im Mekong

  1. Da werden Erinnerungen wach. Den Namen des Hotels weiss ich nicht mehr obwohl es sehr schön wahr. Zimmer nummer war 222 eine Glückszahl sagte damals unser Guide und die Weiterfahrt war dann auf der 2222. Hatten eine Bootsfahrt auf dem Mekong und Moonriver. Es gibt einen kleinen Wasserfall. In der Regenzeit natürlich mehr. Wir haben den Farbenunterschied gesehen. Sind an einer Sandbank zwischen den Flüssen ausgestiegen und ein kurzes Fussbad. Dafür fehlen uns die Felsformationen.tja der Mensch kann nicht alles haben. Gute Reise nach Australien. Da fehlt uns total und wird es wohl auch bleiben. Keiner wird jünger. Viel Spaß und werde mit euch reisen sank der Berichte

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