Farben und Formen, Fenster und Fassaden – Singapur

p1280440Ubon Ratchathani ist zwar eine Provinzhauptstadt, aber eben doch eher provinziell als hauptstädtisch. Um von hier aus irgendwo hin zufliegen, muss man immer über Bangkok.

Auch für uns hieß das, zunächst in die thailändische Hauptstadt und anschließend weiter nach Singapur.

Dass dabei mehr oder weniger ein voller Tag drauf geht, ist leider unvermeidbar.

Kurz nach 7 Uhr fanden wir uns am Hertz-Schalter am Flughafen ein – wobei “Schalter” eine eindeutige Übertreibung ist! Die Mietwagenfirmen haben hier nämlich lediglich wackelige Schreibtische auf dem Gehweg vor dem Terminal aufgebaut, von Avis bis Sixt stehen sie in einer Reihe und man bekommt alles mit, was drum herum passiert.

Unser junger Mann von Hertz hatte offenbar gestern noch heftig an unserem Unfall-Problem gearbeitet und präsentierte uns jetzt strahlend einen piekfeinen Unfallbogen und ein Formular, aus dem hervorging, dass auf uns eine Selbstbeteiligung von 4.000 Baht entfiel. Nach ein paar Unterschriften und Anfertigung von Kopien für uns waren wir das Auto los und konnten einchecken.

Das ging schnell, viel los war hier nicht. Der Sicherheitscheck war derart dürftig, dass weder eine im Handgepäck vergessene 200ml Flasche Sonnenmilch noch eine Wasserflasche entdeckt wurden – das erledigte dann die Security in Bangkok, die beides konfiszierten. Ein Weilchen warten im überfüllten Warteraum Zwinkerndes Smiley
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… der sich aber allmählich doch füllte. Dann ging’s mit Nok Air in einer ehemaligen Lufthansa-Maschine (konnte man an der dunkelblauen Bestuhlung und den deutschen Aufschriften erkennen) – die bis auf den letzten Platz besetzt war – zunächst nach Bangkok.
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Nok Air ist uns echt ans Herz gewachsen – die frechen Flieger machen richtig gute Laune, der Service ist exzellent, selbst auf kürzesten Strecken gibt es was zu trinken und einen kleinen süßen Snack.
Von Bangkok aus ging’s mit Air Asia weiter – die Airline ist zwar sehr günstig, der Sitzkomfort jedoch für Menschen größer als ca. 1,75m mehr als dürftig.

Wir starteten mit deutlicher Verspätung, als wir in Singapur landeten war es schon deutlich nach 17:00. Mit dem Taxi waren wir schnell (20 Minuten) und günstig (22 S$) in Little India und in unserem Hotel “One Farrer”. Das Hotel war ein last-minute Schnäppchen und ein echter Glücksgriff!

Zwar ist das Zimmer eher klein, aber so durchdacht eingerichtet, dass man sich nicht beengt fühlt. Zahlreiche kleine Details sorgen für ein absolutes Wohlfühl-Ambiente – hochwertige Bettwäsche und Handtücher, Bio-Pflegeprodukte im Bad (sogar Mundwasser wurde gestellt!), ein extra-breites und sehr bequemes Bett, eine kostenlose Minibar mit Softdrinks sowie Kekse, Chips und Erdnüsse, eine Nespresso-Kaffeemaschine. Sogar eine gemütlichen Kuschelplatz am Fenster gibt es!

Nur an die Hightech-Ausstattung in Sachen Beleuchtung und Vorhänge mussten wir uns etwas gewöhnen – alles geht auf Knopfdruck auf oder zu und man kann die Beleuchtung tageszeit-angepasst steuern. Ideal für Menschen mit Spieltrieb! Und last but not least – der Blick war auch nicht schlecht.
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Uns trieb es aber erst mal raus aus dem Zimmer und an den Fluss. Und auch dafür liegt das Hotel ideal – die MRT-Station praktisch auf der anderen Straßenseite, bis zum Clark Quay fährt man nur zwei Stationen. Weil’s inzwischen schon spät war und wir doch ziemlich erschöpft, wurden die Kameras (und auch die Handys!) prompt vergessen – deshalb gibt’s leider keine Fotos vom wunderschönen buttergelben Vollmond über dem Singapore River …

Dafür legten wir am nächsten Morgen ordentlich los. Allerdings nicht ohne vorher ein unglaublich üppiges Frühstücksbüffet geplündert zu haben – denn Frühstück war in unserem Schnäppchen mit drin! Es gab wirklich nichts, was es nicht gab, sogar Bread-and-Butter-Pudding! Mein absoluter Liebling – noch dazu mit einer sagenhaft fluffigen Vanille-Sauce … jamjamjam … Und vorher eine würzige vietnamesiche Pho (Nudelsuppe). Und mindestens 10 Brotsorten – richtig gutes Brot! Und Käse … Und Berge von Obst. Frisches Joghurt, Smoothies …

Wir waren bald rundum voll gefuttert und beschlossen, erst mal ein Stück zu Fuß durch Little India zu wandern, um ein paar Kalorien wieder los zu werden. Die Straßen waren bunt geschmückt – es stand offenbar ein Fest bevor.
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Erstaunlich, was hier so alles auf Bäumen wächst …
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Der Hindu-Tempel wirkte von außen – abgesehen von dem üppigen Relief – eher unscheinbar. Im Inneren entfaltete sich jedoch eine geradezu verschwenderische Pracht.

Little India ist ein Rausch in Farben und Gerüchen, ein echter Angriff auf die Sinne.
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P1280470Auch die Hausfassaden, die bunten Fenster, die Fassaden-Malereien – so lebendig kann Architektur sein!
Und weil’s hier so schön rein passt (und ich leider vor lauter Reiseberichten nicht dazu komme, dem Thema einen eigenen Beitrag zu widmen – sorry!) ist das hier mein Beitrag zu Paleicas “Magische Mottos 2.0:Februar “Fenster und Fassaden”.
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P1280492Jetzt war allerdings erst mal ne kurze Pause angesagt – und unser Hotel bietet neben allen anderen Annehmlichkeiten auch noch eine schönen Pool!
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Weil wir nur einen vollen Tag hier haben – morgen geht’s weiter nach Australien – ging das mit dem Ausruhen aber nicht sonderlich lang. Ich hatte nämlich noch ein echtes Highlight auf dem Programm – die P1280500Gardens by the Bay!

Ein echtes Wunderland – mit bis zu 50 m hohen künstlichen Bäumen, einer Seenlandschaft, riesigen Gewächshäusern, Themen-Gärten und unzähligen Pflanzen. Der Eintritt auf das Gelände ist kostenlos – nur für die Gewächshäuser muss man etwas bezahlen.

Der Weg dort hin war wieder einfach – ein in die Metro, einmal umgestiegen und für schlappe 1,70S$ waren wir am Ziel. U-Bahn-Stationen sind hier keine düsteren muffigen Örtlichkeiten – sie sind hell und oft mit Kunst ausgestattet. Auch die Zugänge sind oft erstaunlich – hier läuft man durch ein Spiegelkabinett.
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Wieder am Tageslicht, werden wir sofort mit der hoch aufragenden Silhouette des Marina Bay Sand Hotels konfrontiert.
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Auch das kann als Beitrag zu  “Fenster&Fassaden” durchgehen. Und gleich gab’s noch mehr Grund zum Staunen – zur Linken das Riesenrad “Singapore Flyer” …
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… zur rechten die gewaltigen künstlichen Bäume des “Supertree Grove”.
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Mächtig und gleichzeitig unglaublich filigran – schon am Tag wirken sie magisch, nachts, wenn sie beleuchtet sind, muss es wie im Wunderland sein! Den Skywalk schenkten wir uns – großer Andrang und letztlich ist die Strecke dort oben doch recht kurz.

Stattdessen bummelten wir durch den chinesischen Garten, der noch neujahrsprächtig dekoriert war. Heute ist der letzte Tag der mehr als 2 Wochen dauernden chinesischen Neujahrsfestlichkeiten, das “Laternen-Fest”, das am 15. Tag nach Neujahr gefeiert wird.

Rot und Gold, die chinesischen Glücksfarben, dominierten hier.

Der Wasserspielplatz lockte zum Toben – allerdings nur für Besucher unter 12 und deren Eltern Zwinkerndes Smiley
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Durch die Wasserfontänen sah man den “Flyer” aus neuer Perspektive …
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Und es wurde auch ein ganz neuer Aspekt der bekannten drei Affen geboten, die nichts hören, nichts sehen und nicht sprechen …

Das Riesenrad bietet immer wieder nahezu unerschöpfliche An- und Aussichten. Dieses Mal über süß duftende Frangipani in einer Farbe, wie ich sie noch nie gesehen habe.
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Vorbei am Kingfisher Lake mit seinen gigantischen stählernen Libellen-Skulpturen gehen wir Richtung Ausgang.
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Mit der Metro sind wir in kürzester Zeit am Clarke Quay. Auch hier wieder farbenfrohe Fenster …
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Erstaunlich, wie man nur mit ein bisschen Farbe so viel Fröhlichkeit erzielen kann – und das an einem Regierungsgebäude! Ein kleiner Bronze-Junge mit seinem Hund sitzt am Fluss, Bumboote schippern Touristen hin und her – es wird langsam Abend.
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Wir streifen den Quay entlang, schauen uns die Angebote in den unzähligen Kneipen an.
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Ein Blick auf den dicken Spatz am Flussufer …
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Und auf die fröhlichen Bronze-Bengel, die vom Kai in den Fluss springen.
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Jetzt knurren unsere Bäuche aber doch schon vernehmlich – und Durst kommt noch hinzu. Wir suchen uns ein Plätzchen in einer der Ufer-Kneipen und sehen einfach zu, wie sich die Abendstimmung langsam entfaltet und die Welt in ein rosiges Licht taucht.
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Nur wenig später ist es dunkel – das geht blitzschnell hier, so dicht am  Äquator. Und ein letztes Mal genießen wir die Stimmung am Singapore River, die Lichter, die bunten Boote, das Treiben in den Kneipen …
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Morgen geht es weiter – nach West Australien. Zu neuen Flüssen, neuen (und auch bekannten) Orten, neuen Eindrücken. Aber heute – heute schlafen wir erst noch mal prächtig in Little India

Hier die Flugrouten von gestern:

Ein Kommentar zu “Farben und Formen, Fenster und Fassaden – Singapur

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