The Great Southern

p1280834Mediterranes Klima, 250km Küstenlinie, 39.000 qkm Fläche, ca. 54.000 Bewohner – das ist in schnöden Zahlen die Great Southern Region im Südwesten von Western Australia, in der wir derzeit sind.

Albany ist quasi der Regierungssitz, hier sitzt die Regional-Verwaltung.Während sich in der Great Southern 1,4 Menschen 1 qkm Fläche teilen, sind es in Deutschland (357.000 qkm/ca. 84 Mio Einwohner) mehr als 230, die sich auf einen Quadratkilometer quetschen.

Kein Wunder also, dass die Menschen hier mehr als entspannt und locker sind. Schließlich haben sie nicht nur viel Platz, sondern auch eine umwerfend schöne Natur um sich herum.

Davon wollten wir heute noch ein bisschen mehr sehen – mussten aber zu allererst ins Büro der Parkaufsicht. Denn ich wollte sicher gehen, dass meine Kreditkarte gestern nicht drei Mal belastet worden war, ohne dass wir ein Park-Ticket bekommen hatten.

Im Büro ging’s australisch locker-freundlich zu. Die Dame loggte sich ins Automatenprogramm ein, checkte den entsprechenden Automaten und dessen Transaktionen und gab Entwarnung – kein Vorgang war zu der Zeit vollendet worden, als wir dort waren. Offenbar kommt es häufiger vor, dass die Automaten keine Tickets ausspucken – sie scheinen ziemlich feuchtigkeits-empfindlich zu sein. Aber “No ticket, no transaction!” meinte sie – also zahlen wir unseren Eintritt bei ihr nach, erhielten ein ordentliches Ticket und sie vermerkte – für alle Fälle – unsere Autonummer, denn wir wollten natürlich verhindern, dass der Mietwagen-Verleiher einen Strafzettel bekam.

Nachdem das erledigt war, konnten wir uns wieder aufs Sightseeing konzentrieren. Dazu ging es heute nach Westen, Richtung Denmark. Nicht allzu weit von Albany entfernt machen wir aber gleich einen Abstecher Richtung Mutton Bird Beach. Über kleine Sträßchen, durch Eukalyptus-Wälder, über kleine Flüsse fuhren wir zu einer kleinen Halbinsel, der ein Mini-Inselchen vorgelagert war, Shelter Island.
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ABER – das wäre nicht The Great Southern, wenn es hier lediglich ein felsiges Inselchen gäbe! Ein paar Schritte zur anderen Seite – und unter uns breitete sich wieder eine absolute Strand-Idylle aus!
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Hier führt der legendäre Bibbulmun Track durch – ein rund 1000 km langer Wanderweg von den Kalamunda Hügeln bei Perth bis Albany.
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Das war uns ein bisschen zu weit – aber ein paar Schritte durch den Wald waren durchaus drin. Der sah ein bisschen gespenstisch aus …
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Öffnete sich aber bald zu einem wirklich märchenhaft schönen Blick über den schmalen türkisen Wasserstreifen von der Insel. Wir kommen uns fast wie Eindringlinge in eine verwunschene Welt vor.
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Staunen und schauen – man könnte natürlich auch mal kurz ins Wasser hüpfen, aber die Strömung ist hier tückisch. Also geht’s die steinerne Treppe wieder hinauf …
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…. und weiter nach Westen.

Vor Denmark kommt Bornholm – hier weiß man, woher die frühen Siedler stammten! Auch einige Deutsche haben sich hier nieder gelassen – vor drei Jahren haben wir hier im Windrose B&B übernachtet, das von einer deutschen Familie geführt wird.

Denmark kann ebenfalls mit absoluten Top-Stränden punkten – einer schöner als der andere. Der Ocean Beach ist quasi der Hausstrand der Denmarker – ein fast endloser Strand und dazu noch eine Lagune, die bei Ebbe durch eine Sandbank vom Meer abgetrennt ist. Bei Flut vermischen sich die Gewässer wieder …
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… und jetzt ist gerade Flut. Das Ganze sieht ein bisschen aus wie die Palette eines Malers oder wie ein Aquarell – von Pastellblau bis Aquamarin reicht die Farbpalette des Wassers.
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Gleich um die Ecke wird es wild – warum diese Felsen “Black Hole” heißen, erschließt sich uns nicht wirklich, sie sehen eher rot aus.
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Aber ein bisschen düster wirkt die Szenerie schon! Also weiter – von den schwarzen Löchern zu schwarzen Rindern – und ein paar Kängurus!
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Ziemlich weit weg – aber immerhin unsere ersten auf dieser Fahrt! Weiter geht’s zum nächsten Strand, dem Lights Beach. Der ist ideal zum rumturnen und Strand-Laufen! Tolle Felsen, kleine Wasserläufe – barfuss durch die Rockpools … Wir fühlen uns wie kleine Kinder.
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Riesige Felsen wir schlafende Ungeheuer.
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Die auflaufende Flut schafft kleine Bäche und Tümpel, durch die man waten kann. Stille Wasser …
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Um die Ecke tobt das Meer, schäumen die Wellen.
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Es wird nicht mehr lange dauern, dann sind die riesigen Felsbrocken von Wasser umgeben. Die Flut kommt jetzt schnell herein.
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Außerdem wird der Himmel mal wieder zunehmend düsterer – die Elephant Rocks, die eigentlich noch auf dem Programm standen, fallen deshalb flach – bei Flut kann man sie ohnehin nicht richtig sehen.

Stattdessen fahren wir zurück nach Albany – kilometerweit entlang an schwarz verbrannten Bäumen.
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Hier wüten regelmäßig heftige Buschfeuer – aber was bei Menschen Panik auslöst und als Katastrophe angesehen wird, macht der Natur erstaunlich wenig aus. Die tiefschwarzen Stämme tragen fast alle wieder grünes Laub – einige Bäume brauchen sogar regelmäßige Brände, damit ihre Samen keimfähig werden.Wir beschließen den heutigen Tag im Traditions-Pub “Earl of Spencer”.
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Das hat uns vor drei Jahren wirklich gut gefallen – leider hat es sich nicht unbedingt zum Guten verändert. Das Essen ist nicht wirklich gut, aber zumindest die Atmosphäre ist nach wie vor urig…
Die heutige Route:

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