Im Wasser, auf dem Wasser und ums Wasser herum

p1290565Schon um 7:45 der erste Termin des Tages – wir kommen langsam in Termin-Stress!

Allerdings hat dieser Termin den Vorteil, dass man sich nicht besonders anziehen muss: T-Shirt über dem Bikini bzw. der Badehose reicht. Und man hat auch keine lange Anreise – einfach runter an den Strand und dann nach rechts.

Der Termin ist ein Frühstückstermin – nicht für uns, sondern für Delphine.

Die werden hier mehrfach am Tag direkt am Strand gefüttert, das erste Mal um 7:45. Und kommen auch super pünktlich, wie uns gesagt wurde. Jetzt frag ich mich bloß – woher weiß ein Delphin, wie spät es ist????

Unser Zimmer ist zwar mehr als schlicht, hat aber einen grandiosen Blick aufs Meer.
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Das zeigt sich schon am frühen Morgen tiefblau, der Himmel ebenfalls – und die Temperaturen sind schon um 7 Uhr in den 30ern. Wir sehen zu, dass wir in T-Shirt und Flipflops kommen und stapfen am Strand entlang, nach rechts.

Hier ist schon mächtig was los – auf dem Steg am Strand drängeln sich die Menschen, im Wasser die Delphine.
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Bis die Fütterung bzw. der einleitende Vortrag beginnt, darf niemand auf den Sand – und erstaunlicherweise halten sich alle daran.  Wozu gibt’s denn Teleobjektive – man kann die Tiere auch aus einer gewissen Entfernung ganz gut sehen.

Wieder fällt auf, dass die meisten irgendwann schwere Verletzungen erlitten haben – Angriffe von Haien scheinen extrem häufig zu sein.
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Als es dann endlich so weit ist, drängt sich eine ziemlich große Menschenmenge – sicher um die 100 Personen – am Rand des Wassers. Aber alle akzeptieren, dass die Füße nicht im Wasser sein dürfen. Es folgt ein längerer Vortrag, von dem ich im Grunde nur mitnehme, dass die Delphin-Babies nur eine eher geringe Chance haben, erwachsen zu werden. Sie sind leichte Beute für die Haie. Nur eines von fünf schafft es …

Und die Fütterung ist heute nur noch eher symbolisch. In der Vergangenheit hatte das intensive Füttern dazu geführt, dass die Mütter ihren Jungen das Jagen nach Fischen nicht mehr beibrachten, weil sie sich selbst weitgehend auf die bequeme Futterquelle verließen. Kein Problem, so lange das Jungtier gesäugt wurde – aber wenn dann ein neues Baby kam, verhungerten die Jungtiere oft, weil sie keine Ahnung hatten, wie sie an einen fetten Fisch  kommen sollten.

Deshalb gibt es heute nur noch ein paar ganz wenige Fische gratis – ansonsten sind die Tiere wieder Selbstversorger.
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Die verspielten Tiere glitten vor uns hin und her – sie sind aber ziemlich schnell und deshalb nicht wirklich gut zu fotografieren. Erst, als es dann wirklich Fisch gab, streckten sie auch mal den Kopf richtig aus dem Wasser.
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Einerseits war es natürlich schön, die Tiere mal etwas mehr aus der Nähe zu sehen – und das quasi in freier Wildbahn, also keine gefangenen Tiere in einem Aquarium. Andererseits ist es schon eine ziemlich Show. Obwohl die Fütterungen an diesem Tag noch zwei Mal wiederholt wurden, gingen wir deshalb kein zweites Mal hin.

Stattdessen gab es ein ausgedehntes Frühstück auf dem Balkon,
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und später noch einen kleinen Waran direkt unterm Balkon.
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Weil wir gestern erst nach Rezeptions-Schluss angekommen waren, mussten wir uns heute Vormittag noch ordentlich anmelden. Und weil es in den letzten Tagen so heiß war, gingen uns die sauberen Klamotten schon wieder langsam aus, es musste also gewaschen werden. Dass die Waschmaschinen hierzulande meist nur mit kaltem oder lauwarmem Wasser waschen, sind wir inzwischen ja schon gewöhnt. Hier stand jedoch extra noch ein Hinweis dabei, dass das Wasser “Bore Water” sei. Hä???? Was war das denn?

Einmal kurz gegoogelt und die Sache war geklärt – “bore water” ist (mehr oder weniger) geklärtes Grundwasser. Nicht zum Trinken geeignet, aber waschen kann man offenbar damit. Allerdings stellte sich heraus, dass das Wasser leicht bräunlich ist – das erklärte wohl auch den merkwürdigen Zustand der Bettwäsche, die einen leichten braun-grauen Touch hatte …

Da ich das erst nach dem Waschen gesehen hatte, stopfte ich die Wäsche eben in die Maschine – und sie sah zumindest nach dieser einen Wäsche nicht viel anders aus als sonst.

Der Wäschetrockner war kaputt – aber in dieser Anlage (Resort ist die Übertreibung des Jahrhunderts!) funktioniert ohnehin so einiges nicht. Die Zapfhähne der Bieranlage in der Bar waren defekt, in der Gemeinschaftsküche für mehrere hundert Gäste gab es nur einen einzigen funktionierenden Toaster und das Restaurant war ausgerechnet am Abend zu. Wären wir aber sowieso nicht hin gegangen …

Stattdessen ging es für uns schon wieder aufs Wasser – heute klappte es nämlich mit der Segelcruise! Die Shotover sollte um 13 Uhr am Jetty ablegen, genau dort, wo heute morgen die Delphine gefüttert wurden. Von denen trieben sich übrigens immer noch etliche dort herum – sie hatten Gesellschaft bekommen von einer großen Schildkröte, die gemächlich durchs Wasser pflügte.

Ein Stückchen entfernt tuckerte ein Boot mit Hunden an Bord Richtung Strand …
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Es ging an Bord – und wir merkten gleich, dass das eine ziemlich entspannte Sache werden würde! Zwar segelten wir eindeutig unter einer Piraten-Flagge …
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… aber die Crew machte einen ziemlich friedlichen Eindruck! Der Steuermann beherrschte das Ein-Fuß-Steuern fast so gut wie die Fischer am Inle See in Myanmar das Einbein-Rudern Zwinkerndes Smiley Und konnte gleichzeitig auch noch fürs Foto posieren!

Die Passagiere lümmelten sich entspannt in den Netzen zwischen den beiden Bootskörpern des Katamarans.
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Die Hotelanlage entschwand allmählich …
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… und die Skipper gaben das Zeichen zum Segel setzen. Etliche Passagiere mussten jetzt mit helfen – es mussten Kurbeln gedreht und Leinen gelöst werden, dann wurde das Hauptsegel hoch gezogen.

Nachdem das erledigt war, kam Segel Nummer Zwei dran …

Und jetzt schoss die Shotover wirklich nur so durchs Wasser – und der Fahrtwind war eine Erholung für alle! Nach der Arbeit kam das Vergnügen – die ersten Wassertiere tauchten auf. Delphine …
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Eine neugierige Schildkröte …
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Und dann sichteten wir tatsächlich Dugongs = Gabelschwanz-Seekühe! Die sind weltweit extrem selten und in größerer Zahl nur noch hier, in der Shark Bay, anzutreffen. Sie ernähren sich ausschließlich von Seegras – und davon gibt es hier reichlich!
Zwar konnte man sie mehr ahnen als wirklich richtig und in voller Größe sehen – aber immerhin! Allerdings waren sie extrem schwierig zu fotografieren – denn 1. sind sie sehr scheu und in dem Moment, als unser Boot näher kam, flohen sie, deshalb waren sie 2. ziemlich weit entfernt und ich konnte (weil sie sich relativ schnell bewegten 3. KEIN Teleobjektiv verwenden.
P1290605Weil sie regelmäßig zum Atmen an die Oberfläche kommen müssen, kann man sie immer mal wieder kurz sehen – sehr selten strecken sie jedoch den Kopf aus dem Wasser – das Auftauchen ist eine Sekunden-Angelegenheit.

Hier links ein recht unscharfes (weil extrem vergrößertes) Foto, auf dem man aber die Umrisse des Tieres ganz gut erkennen kann.
Wie sie tatsächlich aus der Nähe aussehen, kann man bei Wikipedia sehen – dieses Foto stammt vom User Gejuni:
Dugong

Copyright: https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Gejuni

Dann war mir das Fotoglück aber völlig unerwartet doch noch hold – eine Seekuh-Mutter mit Kalb schwamm ins Visier und mit viel Glück (und dank der Serienfunktion!) bekam ich sie richtig gut ins Bild!
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Sekunden später sah man nur noch den Rücken – dann waren sie weg. Noch ein weiteres Mal erwischte ich einen Einzelgänger beim Auftauchen – das war’s dann aber auch für heute.
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Jetzt war Entspannung angesagt – aber erst mal kräftig Sonnenschutz nachcremen. Der großzügig auf dem Boot zur Verfügung gestellte Kanister wurde eifrig genutzt!
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Und dann ging*s über Bord – ab ins Wasser!!!! Zwar nicht schwimmen mit Seekühen (die hatten längst die Flucht ergriffen), aber immerhin schwimmen mit den anderen, im glasklaren Wasser der Shark Bay (wobei die Sharks sich zum Glück rar machten …)
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Manche wollten gar nicht mehr aus dem Wasser – aber schließlich waren alle wieder an Bord und ruhten sich aus von den Strapazen.
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Eine rundum begeisterte und entspannte Truppe lief gegen 16 Uhr langsam wieder am Pier von Monkey Mia ein. Wir konnten unser Hotel-Gebäude mal in voller Größe von außen betrachten …
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… und dabei feststellen, dass ich ein T-Shirt überm Balkon-Geländer vergessen hatte!

Rundum zufrieden und voller neuer Eindrücke gab’s erst mal Kaffee und Muffins auf dem Balkon, ein bisschen Lesen, Wäsche von der Leine im Hof abhängen, Blog schreiben … Und später dann einen grandiosen Abendhimmel – der förmlich nach Fotografieren schrie! Und zwar unten, am Strand.

Beim Blick vom Balkon sahen wir Capesy mit seiner Tochter unten am Strand – also nix wie schnell runter. Blöderweise war ich derart schnell, dass ich – unten angekommen – feststellte, dass meine Kamera keinen Akku hatte! Der steckte oben im Ladegerät, der Ersatzakku lag auf dem Nachttisch …

Also gab’s statt toller Wolken-Bilder Geplauder mit Capesy – und lediglich bei der Rückkehr ins Zimmer noch vom Balkon aus eine letzte Ahnung davon, wie toll der Himmel gewesen war.
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Aber heute konnte mir wirklich gar nichts die Laune verderben – es war ein rundum toller Tag! Der in der Bar mit Bier und Lasagne (und mit Pam und Maria)zu Ende ging.

Und mit Stink-Bugs … Diese recht großen dunklen Käfer mit glänzendem Panzer krabbelten hier überall herum und wir wurden gewarnt, bloß nicht auf einen drauf zu treten. Denn – wie der Name schon sagt – sie stinken. Ziemlich stark. Und ziemlich lange …

Aber wir ignorierten die Bugs einfach. Und genossen die wunderbar laue Sommernacht, in der endlich sogar die Fliegen Ruhe gaben!

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