Manche mögen’s heiß …

P1290921Wir ja im Grunde auch – aber im Moment ist es doch ein bisschen “too much!”

Morgens um 7 ist die Welt hier schon 30°C heiß – kein Wunder, das Thermometer ging in der Nacht ja auch nur auf maximal 28°C runter.

Das Nordwest Cape , der äußerste Nordwest-Zipfel Australiens, kühlt derzeit nachts praktisch überhaupt nicht mehr ab, tagsüber geht es auf bis zu 40°C hoch!

Allerdings wird der gesamte Kontinent im Moment von einer absoluten Hitzewelle heimgesucht, wie wir es so bei unseren vergangenen Reisen noch nie erlebt haben.

Zum Glück funktioniert die Klimaanlage n unserer geräumigen Wohnung bestens!

Nur – wir sind ja nicht hier, um uns einfach nur in einer kühlen Wohnung herum zu drücken! Noch schnell eine Ladung Wäsche in die Maschine geworfen (auch das gehört im Mantarays dazu – jeweils 4 Apartments teilen sich eine Laundry mit – kostenloser – Waschmaschine und Trockner. Und da wir keine Nachbarn haben, können wir sie ganz alleine nutzen). Dann steigen wir ins – ebenfalls klimatisierte – Auto.

Unser Ziel ist der (unklimatisierte Zwinkerndes Smiley) Nationalpark an der Westküste, der mit schönen Stränden aufwartet, an denen derzeit die Meeresschildkröten-Babys schlüpfen. Allerdings tun sie das nur in der Morgen- oder P1290979Abenddämmerung und man weiß auch nicht genau, wo am 5 Mile Beach das nächste Nest schlupf-bereit ist. Wäre es nicht so heiß und gäbe es nicht die Fliegen, würden wir uns abends sicher mal ein Stündchen oder so vorsichtig den Strand entlang schleichen – aber im Moment ist das echt kein Thema.

Stattdessen schauen wir uns an der Tantabiddi Boatramp mal kurz um, wo jedoch heute nichts los ist. Nett finde ich dort aber die “Sunscreen Station” – ein briefkastenähnliches Behältnis mit Sonnenmilch, Lichtschutzfaktor 30+! Hier kann sich jeder bedienen – obwohl hier wohl kaum jemand ungeschützt und ohne groß Hut in die Sonne geht.

Zurück an der Straße sehen wir aus den Augenwinkeln einen kleinen Trupp Dingos.

Bis wir allerdings aus dem Auto raus und die Kameras schussbereit sind, sind sie schon fast im Gebüsch verschwunden.

Am Eingang zum Cape Range Nationalpark knöpft uns eine sichtlich hitze-gestresste Dame 12 AU$ Eintrittsgebühr ab, dann dürfen wir weiter fahren. Links beginnt die Cape Range, die sich wie eine steinerne Welle aus dem ansonsten flachen Land erhebt.
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Die Turquoise Bay – sie wird in Australien zu den 10 schönsten Stränden des Landes gezählt – ist unser nächster Stopp. Ein kleiner Vogel schmettert trotz der brütenden Hitze auf dem Parkplatz sein Liedchen.
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Zum Strand sind es nur ein paar Schritte.
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Dann liegt es vor uns – schneeweißer Sand, türkisfarbenes Wasser.
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Und menschenleer! Was nicht weiter verwunderlich ist – denn Schatten sucht man hier vergebens. Bäume sind hier oben sowieso Mangelware – zumindest außerhalb von Städten, wo sie vermutlich von Menschen gepflanzt und bewässert werden, gibt es praktisch nur niedrige Büsche.

Ich laufe ein paar Meter durch das brühwarme Wasser, das aber – trotz Flut – zu flach zum Schwimmen ist. Dabei ist der Turquoise Beach berühmt dafür, dass es hier sehr küstennah wunderbare Korallen gibt und man sich von der sanften Strömung darüber hinweg tragen lassen kann.

Aber nicht heute. Nicht bei rund 40°C und gnadenlos brennender Sonne. Denn beim Schnorcheln kann man sich die aller-übelsten Sonnenbrände holen, auch wenn man mit T-Shirt schwimmt, was wir seit Jahren tun.

Also weiter, an der Range entlang. Die türmt sich jetzt auf wie die chinesische Mauer oder der Hadrian-Wall.
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Ab und zu huscht ein Känguru vom Straßenrand in den Busch. Es ist so gut wie kein Verkehr auf der Straße, das nutzen diverse Tiere für eine Inspektion der Straßenränder. Naht ein Auto, verschwinden sie aber in Windeseile.

Der Wall ist jetzt direkt an die Straße gerückt.
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Wenig später sind wir am Ziel, an der Mündung des Yardie Creek. Der Yardie Creek nennt sich zwar “Bach”, ist aber ein durchaus eindrucksvoller kleiner Fluss, der durch einen spektakulären Canyon verläuft und angeblich nie austrocknet. In der Saison – also von April bis November – kann man mit einem Boot durch den Canyon fahren. Dass diese Fahrten (und auch alle sonstigen Aktivitäten) derzeit nicht stattfinden, war uns nicht bewusst, als wir die Reise planten – ich denke, hätten wir geahnt, dass hier oben alles, aber auch wirklich alles im Sommerschlaf liegt, wären wir wohl nicht so weit in den Norden gefahren.

Ein paar kleine Tauben picken am Parkplatz nach Fressbarem …
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Ein Schild warnt davor, dass diese Straße nur mit einem Allradfahrzeug befahrbar ist …
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Und ja – das IST eine Straße!!!
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Auch wenn sie erst mal durch’s Wasser geht. Erst vor ein paar Tagen hatte ich in einem Blog von einem deutschen Pärchen gelesen, die auf diesem Weg nach Coral Bay fahren wollten – allerdings kamen sie nicht sehr weit, bevor sie im Sand stecken geblieben waren.

Wir versuchen es erst gar nicht, sondern machten uns per Pedes auf, entlang des Creeks. Ausgerüstet mit festem Schuhwerk, breitkrempigen Sonnenhüten, dick mit Sonnenschutz eingecremt und natürlich mit Wasser im Rucksack! Nur die Fliegennetze hatten wir vergessen, denn am Parkplatz war es nicht so doll mit den Fliegen. Als sie sich dann doch auf uns stürzten, waren wir schon zu weit, um noch mal umzukehren. Aber die Kombination “Fliegen wegwedeln-Gehen-Fotografieren” beherrschen wir inzwischen nahezu perfekt Zwinkerndes Smiley

Der Weg war zunächst auch einfach zu begehen und komplett eben.
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Tiefblau begleitete uns der Creek- im Hintergrund sah man bereits den Beginn des Canyons.
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Beim Blick zur anderen Seite sah man den Fluss ins Meer münden.
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Und links erstreckte sich meilenweit der Busch.
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Der ebene Weg währte nicht lang – jetzt ging’s bergauf!
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Und es wird eindringlich vor leichtsinnigem Verhalten gewarnt! Was angesichts des Pfades auch wirklich sinnvoll ist.
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Ohne die gelegentlichen weißen Pfosten und kleinen Warnschilder an besonders gefährlichen Stellen hätte man hier nie einen Weg vermutet! Es ging erst rauf, dann runter, dann wieder rauf – abe dann wurden wir auch mit einem tollen Blick Richtung Canyon belohnt.
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Noch ein bisschen mehr Gekraxel, noch ein bisschen bessere Aussicht …
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Aber um wirklich tiefer in die Schlucht rein sehen zu können, also um die Ecke rum, hätte man nochmal ziemlich weit runter klettern und dann wieder hoch steigen müssen. Das war mir heute eindeutig zu viel – immerhin waren wir inzwischen schon fast eine Stunde unterwegs! Bei über 40°C!!!

Mein agiler Mann wäre zwar gerne noch weiter gegangen, aber ich habe nach wie vor seit den Fuß-Brüchen im letzten Jahr etwas Manschetten – ein falscher Tritt hier und 4 Wochen Gips wären die Mindest-Folge.

Ganz zu schweigen von der Frage, wie man mit einem gebrochenen oder auch nur verstauchten Fuß bei den Temperaturen überhaupt wieder halbwegs heil wieder runter auf den Weg kommen würde. Handynetzt gibt’s nämlich hier auch nicht – man ist also auf sich allein gestellt und deshalb besser etwas vorsichtiger als vielleicht nötig.

Also blies ich zum Rückzug, dem Dieter dann auch – wenngleich etwas widerwillig – folgte. Der Abstieg war mindestens genauso anstrengend wie der Aufstieg …
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Dass nicht alle Leute meine Bedenken teilen, sahen wir, als wir wieder unten auf dem Weg angelangt waren. Zum einen fragte uns da ein Pärchen, wie denn der Weg nach oben sei – beide mit Flipflops an den Füßen, ohne Hüte oder andere Kopfbedeckungen. Wasser sah ich auch keines.

Und dann kam noch eine junge Familie mit einem kleinen Mädchen, vielleicht 4 oder 5 Jahre alt, das aus Leibeskräften brüllte und ganz offensichtlich keine Lust auf Kletterei hatte. Die Eltern sahen das anders und zerrten die Kleine einfach hinter sich her den Hügel hinauf …

Noch ein Blick auf die idyllische Flussmündung, wo ich zum ersten Mal hier oben Mangroven wachsen sah.
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Dann sind wir wieder im Auto – keine Fliegen mehr, Klimaanlage voll aufgedreht, kühles Wasser aus der Kühlbox. Auch kleine Dinge können manchmal große Freude bereiten Zwinkerndes Smiley

Bei einem kurzen Stopp, um nochmal die Ausläufer der Range zu bestaunen, halten wir ausgerechnet an einer Stelle, wo sich irgendwann mal ein Todesfall ereignet hat.
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Nur gebleichte Knochen sind von diesem Känguru übrig geblieben …

Der Blick auf die Range ist trotzdem eindrucksvoll!
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Zurück im Hotel widme ich mich erst mal der Wäsche, dann ein bisschen  an den Pool in eine der schattigen Cabanas, die so ein bisschen aussahen, wie die Termiten-Bauten …
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So war’s zumindest geplant – aber dort lauerten alte Feinde, die ich aus Neuseeland kannte: Sandflies!!! Nach drei Bissen hatte ich genug (ok, man konnte an der Rezeption was zum Einschmieren kaufen – aber erstens ist das Zeug Chemie pur, zweitens höllisch teuer und drittens stinkt es fürchterlich) – also wieder zurück ins Apartment.

Und dort überlegen, wo und was es denn heute Abend zu essen geben sollte. Gar nicht so einfach, wenn man sich die Liste mit den Möglichkeiten mal genauer ansah: Eine ganze Reihe der Lokale ist total  geschlossen, andere haben nur am Wochenende oder nur tagsüber auf.

Wir entschlossen uns schließlich für Pizza im Pinocchio Restaurant – ein Volltreffer! Anders als viele Restaurants in Australien hat das Pinocchio kein Kantinen-Flair, sondern ist ein richtig gemütliches italienisches Lokal, geführt von einer resoluten, aber sehr freundlichen italienischen Wirtin. Sowohl drinnen als auch auf der schattigen kleinen Terrasse sitzt man richtig schön.

Und die Pizza??? Die war, wie eine Pizza sein muss – kross aber saftiger Belag, riesig, aber hauchdünn. Richtig, richtig lecker eben! Geht doch …

Unsere eher kurze Ausflugsroute:

 

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