Blau – Weiß – Rot

Du weißt, das es richtig, richtig heiß ist, wenn –

– aus dem Kaltwasserhahn an der Dusche nur noch lauwarmes Wasser kommt,

– du alle 10 Minuten zur Wasserflasche greifst,

– du keine Lust hast, von der Klimaanlage weg zu gehen.

Aber – die Küste soll richtig toll sein! Und vielleicht ist es am Meer ja doch ein klitzekleines bisschen kühler???

Schließlich werden wir so schnell nicht wieder hierher kommen – wenn überhaupt. Und außerdem – inzwischen sollte ich wirklich mal aufhören, über die Hitze zu stöhnen – daheim frieren die Leut! Das bisschen Frühling, was sich vor ein paar Tagen in Deutschland zaghaft gezeigt hatte, ist schon wieder weg, die Wetter App zeigt kühle Temperaturen und Regen für Heidelberg.

Also einen (gefühlten) Liter Sonnenmilch auf die Haut, breitkrempigen Hut auf den Kopf und los geht’s!

Das mit dem Hut war allerdings keine gute Idee – merke ich, als wir wenige Minuten später auf Kalbarris Aussichtspunkt, dem Chinaman Rock, angelangt sind. Der Wind bläst hier nämlich fast mit Orkanstärke – mein schöner breitkrempiger Strohhut war in Nullkommanix fort geweht. Ich hinterher – denn den wollte ich nicht kampflos aufgeben!

Also stattdessen Kappen auf und die richtig fest gezurrt und dann – die Aussicht genießen!
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Und man konnte sie WIRKLICH genießen – denn auch die Fliegen konnten dem starken Wind nicht stand halten und waren nur spärlich vertreten!

Noch ein Stückchen weiter vor gelaufen- und da breitete sich ein malerisches buntes Panorama zu unseren Füßen aus: P1300179
Im Hintergrund die kleine Stadt, links daneben kann man den Murchison River erkennen, der sich träge in S-förmigen Schleifen Richtung Meer windet. Dort hinten, an der Flussmündung, befindet sich auch der kleine Hafen der Stadt. Im Vordergrund vermischen sich Fluss- und Meerwasser, eingerahmt wird das Ganze von rotem und weißem Sand. Eine richtige Farbpalette.

Noch ein paar Schritte weiter und wir sehen, dass da ein Bootsrennen im Gange ist – etliche Fischerboote jagen mit rasender Geschwindigkeit Richtung Stadt.
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Hat sicher noch was mit dem Sport-Fishing Weekend zu tun… Uns zieht es weiter, zu den viel-gerühmten “Blue Holes”. Ein wunderschöner Sandstrand, mit weißen, an manchen Stellen fast zartrosa schimmerndem Sand.
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Was diesen Strandabschnitt aber so bemerkenswert macht, ist nicht der Sand, sondern die Felsen – flache Platten mit vielen Löchern – ein offenbar magischer Anziehungsort für Fische, die sich in diesen “Blue Holes” versammeln.
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Schnorchler und Fischer lieben diese Ecke! Und im Moment war man im Wasser auch besser dran als an Land – hier blies der starke Wind einem den Sand nur so um die Ohren! Meine Beine fühlten sich an, als würden ständig hunderte von Nadeln reingejagt! Ist aber sicher SEHR gut für die Durchblutung Zwinkerndes Smiley

Also weiter zu weniger sandigen Plätzen. Zum Red Bluff, der riesigen roten Sandsteinklippe. Zwar musste man auch hier zunächst wieder über Sand …
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Der war aber ziemlich fest getreten – und außerdem war man ohnehin abgelenkt durch die fantastischen Ausblicke, die sich gleich boten.
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Zur Rechten ein Blick zurück Richtung Kalbarri, mit dem Blue Holes Beach im Vordergrund. Zur Linken gab es Blätterteig in Rot.
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Die gewaltigen roten Sandsteinklippen, die die Küste hier dominieren, sehen ziemlich bröselig aus und sind es auch. Überall wird eindringlich davor gewarnt, sich zu nah an Klippenränder zu wagen – was die selfie-verrückten chinesischen Touristen natürlich absolut nicht von waghalsigen Foto-Manövern abhielt. Nicht ganz ungefährlich, denn nach wie vor blies der Wind sehr heftig.
Als ordentliche Deutsche hielten wir uns natürlich brav an den angelegten Weg…
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Zumal die Aussichten von dort aus genauso schön waren!
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Wir entschlossen uns, die Küste jetzt quasi von hinten her aufzurollen, fuhren erst mal ein Stück weiter, bis zur “Natural Bridge” und dem “Island Rock”.

Hier war der Wind deutlich schwächer – und deshalb waren wieder die Fliegen in Massen unterwegs! Kaum aus dem Auto raus, sah man so aus:

Ohne Mückennetze ging gar nichts – und weil ich darunter auch noch eine Sonnenbrille trug und das Auf- und Absetzen der Brille unter dem Netz nicht wirklich einfach war, wurden eine Menge Fotos mit Netz und Brille gemacht …. Was nicht unbedingt immer zu deren Qualität beitrug!

Nach einem kurzen Marsch mit ständigem “Aussie Salute kamen wir zu einer Aussichtsplattform, die allerdings bereits fest in der Hand einer Gruppe Chinesen war, die alle von Kopf bis Fuß bedeckt waren – lange Hosen, lange Ärmel, Mückennetze. Und dennoch wild um sich schlugen ..

Links gab’s erneut Blätterteig-Felsen …
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Rechts hatte der Blätterteig Löcher und eine “Natural Bridge” hatte sich gebildet.
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Wieder zurück auf den Weg und erneut ein Stück gewandert, hatte man den “Island Rock” im Blick – ein frei im Wasser stehender Felsen, der aber garantiert früher mal Teil des Festlandes war.
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Roten Sandstein-Blätterteig gab es auch weiterhin an jedem Fleck Küste – aber schließlich ist es ja genau das, was die rote Küste von Kalbarri so berühmt macht. Also hier noch ein Nachschlag – dieses Mal an der Eagle Gorge.
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Wenn man mal ein bisschen näher ran kam an die Felsen, offenbarten sich tolle Details – und man konnte auch deutlich erkennen, dass der Stein tatsächlich ziemlich brüchig ist.
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Allmählich setzten uns Hitze, Wind und Mücken dann aber doch so sehr zu, dass wir wieder heim fuhren. Ein bisschen Lesen am schattigen kleinen Pool, immer wieder darin abkühlen.

Und dann futterten wir unsere letzten Vorräte auf – wir hatten noch Schinken und Käse, Oliven und Tomaten und gutes Sauerteig-Weißbrot, dazu ein kühler Weißwein …

Morgen geht’s in den hoffentlich kühleren Süden, nach Fremantle. Und dort gibt’s dann keine Hausmannskost mehr, sondern Fisch satt!

Der Weg entlang der Küste:

 

3 Kommentare zu “Blau – Weiß – Rot

  1. Also da gibt es ein kostenloses Sandpeeling und Frau meckert!!!!
    Brüchige Felsen sind wirklich gefährlich. In Gozo ist das berühmte Felsentor beim Sturm am 8.3. eingestürzt. Der Ministerpräsident ist untröstlich.

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    • Früher oder später stürzen diese Natur-Brücken wohl alle ein – man kann nur hoffen, dass man dann nicht drauf steht, wie es bei der „London Bridge“ an der Great Ocean Road der Fall war.
      Tja – Sandpeeling ist so ne Sache 😉 Hier haben sich die feinen Körnchen richtig in die Haut eingegraben! Normalerweise mach ich das ja selbst gerne – am Strand sitzen und sich mit Sand abreiben und dann rein in die Fluten! Hier ging das wegen der verdammten Mucken leider gar nicht …

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