Jimbaran

Die letzten Tage auf Bali sollten noch ein bisschen Strand und Meer bringen.

Nun ist das ja so eine Sache mit dem idealen Strand -je nachdem, ob man faulenzen oder schwimmen, surfen oder Strand-Spaziergänge machen will, fallen die Vorstellungen ganz unterschiedlich aus.

Wenn man allerdings einen Mann an seiner Seite hat, der unter einer idealen Meeres-Location nochmal was ganz anderes versteht, bleiben Überraschungen nicht aus …

Nach vier Tagen im Paradies kam die Vertreibung. Ok, wir zogen freiwillig weiter – aber schwer fiel es trotzdem. Einziger Wehmutstropfen im Paradies war die mehr als schwächliche Internet-Verbindung gewesen – deshalb klappte es auch mit dem Blog-Schreiben nicht wirklich gut.
Am ganz frühen Morgen hatte es heftig geregnet, auf den Lotosblättern standen dicke Tropfen. Die Morgensonne verwandelte sie in funkelnde Diamanten …


Ein kleiner Sonnen-Skink genießt die morgendliche Wärme am Terrassen-Rand.

Und Buddha lächelt – frisch eingekleidet – mild im Morgenlicht…

Auf Bali werden viele Religionen praktiziert und alle respektiert – die meisten Bewohner sind allerdings Hindus. Den Heiligen und Göttern der anderen Religionen zollen sie jedoch den selben Respekt wie den Hindu-Göttern.

Unser Taxi – bzw. ein Auto, das wir ein paar Häuser weiter dort gebucht hatten, wo wir auch das Motorrad gemietet hatten – stand pünktlich um 12 vor der Lobby. Der Verkehr war wieder heftig –
für die knapp 40 km bis Jimbaran brauchen wir mehr al 1 1/2 Stunden …

Das kleine Hotel „The Open House war allerdings eine leichte Enttäuschung. Nicht nur, weil das Zimmer – zumindest im Vergleich zu unserem geräumigen Shindu – ziemlich klein geraten ist, auch das Grundstück ist extrem schmal und bietet zwar einen Pool mit Liegen, aber darüber hinaus ist kein Platz mehr.
Allerdings ist alles noch ziemlich neu und absolut sauber.Das liegt nicht zuletzt an der resoluten Eigentümerin, einer Balinesin, die mit ihrem spanischen Ehemann auch schon in Europa Hotels betrieben hat und weiß, was Europäer schätzen.

Direkt am Strand liegt es nicht – aber der Queen Beach ist nur ca. 50 m weit weg, und dort kann man kostenlos die von einem kleinen Fischlokal bereit gestellten Liegen nutzen. Man geht durch ein imposantes steinernes Tor …

… und ist dann am breiten Strand der Bucht von Jimbaran.Allerdings ist der Strand hier – nun ja … Da kommen wir wieder zum Anfangsthema zurück.
Dieter hat sich nämlich genau diese Ecke des fast endlos langen Jimbaran-Strandes ausgesucht, weil hier die Fischer aktiv sind. Es gibt einen lebhaften Fischmarkt, wo fast den ganzen Tag Fisch angelandet und verkauft wird. Ringsum haben sich unzählige kleine Fischlokale angesiedelt, die abends Tische und Stühle auf den Strand stellen und fangfrischen Fisch grillen.


Dieser Strand ist also klar erkennbar KEIN reiner Touristen-Strand, sondern ein „working beach„, also vorrangig Arbeitsplatz für diejenigen, die nicht mit Touristen, sondern mit der Fischerei ihren Lebensunterhalt verdienen. Auch wenn man durchaus auch mit den Touristen Geschäfte machen will- wobei man sich hier klar erkennbar um eine ganz bestimmte Besuchergruppe bemüht.

Nur ein kleines Stück weiter sind die Fischer allerdings weitgehend unter sich. Rund um den Pier und den Fischmarkt verirren sich eher selten mal Touristen an den Strand.

Hier werden Boote repariert, Netze geflickt und Fische sortiert.Frisches Eis in riesigen eisigen Blöcken wird auf kleine Boote verladen. Hier ist alles Handarbeit. Und Schutzkleidung gibt es keine – allenfalls ein paar dünne Handschuhe bieten minimalen Schutz vor Frostbeulen.

Eine ganze Flotte der malerischen bunten Ausleger-Boote dümpelt in der Bucht.


Auch an Land ist einiges los – in einer Reihe etwas schmuddeliger und düsterer Baracken wird der Fang des Tages verkauft.

Es beginnt zu regnen – aber auch für solche Fälle ist am Fischmarkt gesorgt: Es gibt kleine Stände und überdachte Sitzplätze, wo man mit einem Drink – frische Kokosnuss oder Softdrinks- und einem kleinen frisch gegrillten Snack dem Regen ganz entspannt entrinnen kann.

Am späten Nachmittag hat sich der Regen wieder verzogen. Also auf zum Strand, wir wollen auch was von dem frischen Fisch haben! Und stellen leicht irritiert fest, dass der sonst immer total leere Platz vor dem steinernen Tor zum Strand gerammelt voll mit Bussen ist!

Den Grund sehen wir wenige Sekunden später – alle Lokale haben Tische bis fast ans Wasser aufgestellt – und die allermeisten sind bereits besetzt. Gefühlt 90% der Gäste kommen aus China und Korea (was uns später bestätigt wird). Sie werden von allen möglichen anderen Urlaubsorten abends mit Bussen ausschließlich zum Essen hierher gebracht.

Okay – nicht ausschließlich zum Essen! Kinder spielen selbstvergessen im nassen Sand …

Und ein bisschen Strandlaufen und vor allem Selfies muss natürlich auch sein!


Es ist wie Kino – und wir haben einen Logenplatz und inzwischen auch ein kühles Bintang-Bier, Erdnüsse und ein Schälchen Suppe.

Ein Fisch – Red Snapper – wird ausgesucht, dazu 6 riesige Tiger-Prawns, alles wandert auf den Grill und wird wenig später mit diversen Beilagen serviert. Alle haben ähnliche Gerichte auf dem Tisch, denn das Menü ist überall mehr oder weniger identisch. Allerdings liegen auf den Tellern der asiatischen Gäste meist riesige Langusten, auch Austern und Muscheln werden dort offenbar bevorzugt.

Inzwischen ist die Sonne hinter den Wolken verschwunden und das Licht verändert sich geradezu dramatisch!


Nirgendwo haben wir schönere Sonnenuntergänge erlebt als auf Bali – faszinierende Wolkengebilde und eine Sonne, die Himmel und Meer mal schwefelgelb, mal blutrot, mal golden färbt, liefern absolut grandiose Vorstellungen!




Es soll ja Leute geben, die nur deswegen nach Bali reisen …

Die Strecke von Ubud nach Jimbaran:

Ein Kommentar zu “Jimbaran

  1. Diese Sonnenuntergänge öffnen mein Herz und streicheln meine Seele – ist das Kitsch? Ja vielleicht, aber wunderschöööön.
    Herzlichen Dank für die Fotos und liebe Grüße

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