19. Juni – Sommer in Dorset

Dorset ist Bilderbuch-England vom Feinsten – malerische Dörfer mit reetgedeckten Cottages und uralten Kirchen. 

Eine eindrucksvolle Küste mit schneeweißen Kalkfelsen und goldenen Stränden.

Grüne Felder und lichte Wälder.

Schmalste Sträßchen, gesäumt von Hecken, in denen es blüht und zwitschert. Kleine Hafenstädte, Burgen, Schlösser …In unserem zauberhaften B&B Twiga House hatten wir bestens geschlafen. Ein typisch englisches Frühstück stärkte uns für den Tag, dann ging’s Richtung Küste, nach Lulworth. Wind und Wellen hatten dort im Lauf von Millionen Jahren die unterschiedlichen Gesteinsformationen abgetragen und eine fast kreisrunde Bucht geschaffen. Lulworth Cove zählt zu dem meistbesuchten Küsten-Attraktionen der Gegend.

Wie beliebt der Ort ist, merkten wir schnell – denn obwohl heute ein Werktag ist und noch recht früh, war der Parkplatz schon brechend voll! Wenn es warm wird, zieht es die Briten einfach ans Meer …

Von oben sieht man besser – dachten wir – und nahmen den schweißtreibenden Aufstieg vom Parkplatz in Angriff. Nach gefühlt 1000 Höhenmetern gab’s zur Belohnung einen Panoramablick.

Auch zur anderen Seite war die Aussicht nicht schlecht!


Eigentlich wollten wir bis zu den weißen Kalkfelsen gehen – aber es war einfach zu heiß für große Wanderungen. Also erst Mal wieder runter, ins Dorf.
Vorbei an bunten Häuschen und an einem malerischem Bächlein ging’s zur Bucht.
Hier hatten es sich schon ein paar Gehfaule in der Sonne bequem gemacht – obwohl der Kies-Strand alles andere als einladend wirkt!

Wir nahmen nochmal einen kleinen Anstieg in Angriff – dann lag Lulworth Cove vor uns. Glasklares Wasser, aber nicht mal die kleinste Welle …

Ein paar Schritte weiter konnte man der Natur bei der Arbeit zusehen – hier wird gerade eine neue Bucht geschaffen! Erst mal die Felsen aushöhlen und malerische Bögen schaffen …. Irgendwann stürzen die dann ein und Wind und Wellen werden den Rest erledigen. Und in ein paar tausend Jahren oder gibt es hier eine neue Bucht.

Mit dem Auto ging es ein Stückchen weiter, Richtung weiße Klippen und der zweiten Attraktion der Gegend – Durdle Door! Auch hier wieder ein total überfüllter Parkplatz – nur mit viel Glück ergatterten wir ein freies Plätzchen.

Und netterweise galt unser Parkticket aus Lulworth auch hier, so dass wir nicht nochmal 5 £ zahlen mussten. Im England ist es fast unmöglich, sein Auto irgendwo abzustellen, ohne dass kräftig kassiert wird.

Auch hier war wieder Laufen angesagt – jetzt ging’s allerdings erst mal bergab. Und schon nach 10 Minuten lag ein kleiner Traumstrand zu unseren Füßen. Nur eben leider sehr tief unterhalb der Füße …

Dass man Erinnerungen und schöne Aussichten auch mal anders als in Selfies und digitalen Bildern festhalten kann, zeigte diese junge Frau, die die Szenerie im Aquarell fest hielt..

Ich bannte allerdings die Eindrücke doch lieber schnell digital auf eine SD-Card, auch den Strand zur Rechten.

Und weil’s so schön ist, gab es ein paar Meter weiter sogar noch einen Panorama-Blick – gleich auf eine Doppelbucht!

Noch nicht genug Strände? 50 m weiter gab`s Sandstrand satt. Einmal nach rechts, dramatisch eingerahmt von schneeweißen Klippen auf der einen …

… und dem malerischen Felsbogen des Durdle Doors auf der anderen Seite.

Man kann unschwer erkennen, dass der Weg zum Sand nicht wirklich ganz einfach war – trotzdem pilgerten ganze Heerscharen nach unten. Oft schleppten sie auch noch Bierkartons, Kühltaschen, Sonnenschirme und Liegestühle mit sich.

Und nachdem sie sich mit Bier und anderem Mut angetrunken hatten, wurde der Tor-Felsen erklettert, um sich dann von oben todesmutig ins Wasser zu stürzen.

So verlockend das kristallklare Wasser war, wir stürzten uns doch nicht rein (die kurze Abkühlung hätten wir mit einem schweißtreibenden Aufstieg danach bezahlen müssen), sondern fuhren weiter.

Vorbei an einem herrschaftlichen Anwesen, das in der Sonne döste …

… ging’s zur Kimmeridge Bay. Auch hier wieder ein perfektes Halbrund – allerdings wurde die Idylle  heftig getrübt durch den unsäglichen Gestank von vergammelndem Seegras. Das lag in Bergen am Rande der Bucht – die Briten schien das aber kaum zu stören, sie badeten trotzdem hier.

Es wurde langsam Zeit für Tee, genauer, für Cream Tea. Diese südenglische Leckerei besteht aus einer Kanne Tee (auf Wunsch auch Kaffee) und Scones mit Clotted Cream und Erdbeermarmelade. Clotted Cream ist eine sehr dicke, eingekochte Sahne – so ein bisschen wie Mascarpone, aber viel besser!

In Corfe wurden wir fündig! Das malerische winzige Örtchen wird überragt von einer Burgruine, dem Corfe Castle.



Und direkt zu Füßen der alten Burg betreibt der National Trust eine Teestube mit einem schönen Garten – dort gab’s dann Cream Tea mit Schlossblick!

Wir wollten noch einmal Richtung Meer – über Worth Matravers, ein Dörfchen, das schon seit vor-römischer Zeit existiert …

… fuhren wir nach Swanage. Der Stadtstrand war bestens besucht.

Nicht weit entfernt lag das letzte Ziel für heute – Old Harry! Der alte Knabe ist schneeweiß, besteht aus zwei Teilen und steht im Wasser – gewaltige Kalk-Felsen vor der Küste. Wie die beiden Felsen zu ihrem Namen gekommen sind, weiß kein Mensch – allerdings ist „Old Harry“ auch ein Name für den Teufel …

An einem pittoresken Pub konnten wir parken (gebührenpflichtig!!!) –

Ein paar Meter weiter begann der Weg zu den Klippen. Eine Meile – zum Glück völlig eben, meine Beine waren schon ziemlich müde. Im warmen Abendlicht schlenderten wir über frisch gemähte Wiesen bis zu den ersten Klippen.

Die See war spiegelglatt, es war absolut windstill – nur die herumrasenden Motorboote verursachten ein paar Wellen. Und dann kam Old Harry in Sicht – zunächst von der einen …

… dann von der anderen Seite.


Rechts von Old Harry lag die massive Kalksteinwand des Parsons Barn (das Scheunentor ist gut erkennbar 😉 ) bereits im Schatten – davor erheben sich die Pinnacles aus dem Wasser.

Genug gewandert und geklettert für heute – zurück in Wareham landeten wir wieder am Fluss. Enten wuselten um die Tische am Quay, der Wetter-Fisch auf dem Kirchturm drehte sich gemächlich im sanften Abendwind – und wir genossen das gemütliche Ende eines traumhaften Sommertags in Dorset.


Hier sind wir heute herum gestreift:

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