27. Juni – Zur Cardigan Bay

Die Wetter App war heute ziemlich pessimistisch – es war für praktisch den ganzen Tag Regen angesagt.

BBC hingegen war deutlich optimistischer – es klang zwar nicht optimal, aber doch deutlich besser. Und da ich große Stücke auf den BBC Wetterbericht halte, hielt ich mich lieber daran . Allerdings waren sich beide einig, dass der Regen nun wohl doch endlich recht nachhaltig kommen würde.

Am Morgen war davon aber noch wenig zu merken – und wir hielten deshalb an recht küsten-lastigen Route fest.

Ziemlich querfeldein ging es zunächst nach Fishguard – dort legen die Fähren nach Irland ab. Allerdings nicht im Ort selbst – der hat nur einen winzigen Hafen, der allerdings sehr malerisch ist. So malerisch, dass er 1971 als Kulisse für die Verfilmung des Dylan Thomas Romans “Under Milkwood” diente.
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Viel hat sich seither sicher nicht geändert hier. Ob es damals bereits den Fährhafen gab, weiß ich nicht – allerdings ist der ja auch quasi um die Ecke. Ganz hinten im Bild kann man eine Autofähre der Stena Line erkennen!
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Ein kleines Stück außerhalb des Ortes gibt es einen hübschen kleinen Weg zu einem verfallenen Fort – auch hier sieht man im Hintergrund wieder die Fähren sowie die Mole.
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Zur anderen Seite eine dramatische Klippenlandschaft.
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Lang blieben wir hier aber nicht – obwohl die Morgensonne durchaus angenehm war!

Beim nächsten Halt war die Sonne weg – das passte aber gut zur eher düsteren Stimmung hier in Nevern. Auf dem Friedhof des winzigen Dörfchens geht man durch eine Allee von mehr als 600 Jahre alten Eiben zur Kirche – düstere  Bäume, mit verdrehten und verwinkelten Ästen, die richtig bedrohlich wirken.
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Einer der Bäume weist eine “blutende” Stelle auf, wo ein Ast entfernt wurde – es wird gemunkelt, dass an diesem Ast einst jemand gehängt wurde …
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Neben der uralten Kirche aus dem 13. Jh. steht ein fast 4 m hohes Steinkreuz, das um das Jahr 1000 herum errichtet worden sein soll.

Reich verziert und mit magischen Inschriften versehen ist es eines der schönsten und best-erhaltenen keltischen Hochkreuze in Wales – und soll Wunder bewirken, denn Teile der Inschrift sind bis heute nicht entziffert. Ihr wird deshalb eine magische Wirkung zugeschrieben.
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Wesentlich weniger düster wirkte die alte Steinbrücke über das Flüsschen Nevern.
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Das war noch nicht alles an alten Gemäuern für heute – auf dem Weg nach Cardigan legten wir einen Schlenker ins Teifi Tal zum Cilgerran Castle ein.
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Die trutzige Burg aus dem 12. Jh. thront hoch über dem Fluss, ist ziemlich verfallen und hat einiges erlebt. Im frühen 12. Jh. wurde hier die schone Prinzessin Nest, die “walisische Helena”, entführt. Langwierige politische Verwicklungen und Fehden waren die Folge.
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Nur ein paar Meilen weiter liegt Cardigan an der Mündung des River Teifi.
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So malerisch der kleine Yachthafen am Fluss war – richtig erwärmen konnten wir uns für die Stadt nicht, sie macht einen etwas herunter gekommen Eindruck.

Wir wollten es ein bisschen heller und freundlicher und steuerten ein gar nicht so kleines Seebad an. New Quay ist nach Aberystwyth das zweitgrößte Seebad in der Cardigan Bay und klebt förmlich am steilen Ufer. Ein eher kleiner Sandstrand, viele bunte Häuser und für uns die Gelegenheit für Kaffee und Tee in der Sonne!
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Schließlich gab es noch ein “Must-see” für uns auf der Strecke – Aberaeron! Normalerweise hätten wir den Ort links liegen lassen – aber ich hatte im Frühjahr den Krimi “Ein Sommer in Wales”  von Constanze Wilkens gelesen, der hier und in der Cardigan Bay spielt.

Deshalb wollte ich unbedingt zumindest einige der Schauplätze, die da so detailliert beschrieben waren, sehen. Und tatsächlich – alles war genau wie im Roman – sogar das hellblau getünchte Hotel am Hafen steht wirklich da!
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Die letzten Sonnenstrahlen des Tages ließen die Häuser am Hafen noch mal bunt aufleuchten – dann kam es so, wie BBC Weather prophezeit hatte: Es begann zu regnen.

Zwar hatte es wieder aufgehört, als wir in Aberystwyth ankamen, aber es war ziemlich trübe geworden. Unser B&B fanden wir schnell, es lag direkt neben der Ufer-Promenade in einer kleinen Seitenstraße, unweit vom Schloss bzw dem, was davon übrig war.
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Unser Wirt meinte erbost, daran seien die Engländer schuld – aber die waren an der Zerstörung der meisten walisischen Burgen beteiligt, das ist hier also kein Einzelfall. Trotzdem – wir spürten erstmalig, dass die Waliser und die Engländer sich auch nach vielen hundert Jahren nicht wirklich grün sind.

Bevor der Regen richtig einsetzte, wollten wir noch einen Blick auf die Stadt werfen. Die Universitätsstadt liegt in einer weiten Buch …
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… propere viktorianische Häuser säumen die Ufer-Promenade.
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Wäre das Wetter etwas besser, könnte man hier wunderbar einen schönen Sonnenuntergang genießen – so blieb es bei einer mageren, aber trotzdem malerischen Andeutung.
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Auf der Suche nach Bier und Essen durchwanderten wir die Stadt ein bisschen – auch hier wieder bunte Häuer, viel Blumenschmuck und alte Bauten.
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Fündig wurden wir schließlich in einem alten Pub – am Bahnhof!
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Mit Blick auf den malerischen alten Bahnsteig gab es Fish’n Chips und kühles Lager – beides sehr gut!

Die Route von heute_

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