28. Juni – Magische Landschaften: Snowdonia Nationalpark

Obwohl wir ihn nur gestreift haben, nicht wirklich intensiv besucht oder gar erwandert haben – schon eine eher oberflächliche Stippvisite machte Lust auf viel, viel mehr!

Grandiose Landschaften, eindrucksvolle Berge, sanfte Täler mit saftigen Wiesen, malerische Seen – wir waren hingerissen vom Snowdonia Nationalpark.

Dabei standen die Zeichen alles andere als gut am Morgen – es war mal wieder Regen angesagt. Und außerdem hatten wir verschlafen. Ok – nicht wirklich verschlafen, aber die Frühstückszeiten nicht richtig gelesen.

Frühstück bis 9:30 gibt es nämlich nur am Sonntag – ansonsten ist um 9 Uhr Schluss! Das hatten wir irgendwie falsch verstanden und wurden um Punkt 9 Uhr vom Klopfen unseres Wirts aufgeschreckt, der wissen wollte, ob wir noch ein Frühstück haben wollten.

Klar, wollten wir, und folgten ihm sofort nach unten – wurden allerdings für’s Zuspät-Kommen mit einer seeeehr abgespeckten Frühstücksvariante bestraft! Egal, die ewigen Eier mit Speck etc. können uns sowieso nicht wirklich begeistern! Nur wäre etwas Marmelade zum Toast schon nett gewesen – aber wir wissen ja „Wer zu spät kommt ….“

Immerhin hatte der Regen gerade mal eine Pause eingelegt, als wir das Gepäck im Auto verstauten – und die nutzten wir dann auch gleich noch zu einem kurzen Besuch der See-Promenade.

Da gibt’s am Ende der Promenade eine kleine Balustrade, und wenn man da dran tritt, soll man Glück bei Prüfungen haben. Aberystwyth ist eine Universitätsstadt – Glück bei Prüfungen also ziemlich wichtig. Nun haben wir zwar alle Hochschul-Prüfungen schon vor unzähligen Jahren absolviert – aber vielleicht hilft es ja unseren Kindern, die noch im Prüfungsstress sind, wenn man stellvertretend tritt!

Nachdem das erledigt war, ging’s aufs Land. Und statt dem schnellsten Weg zum Ziel nahmen wir Umwege, die einfach unglaublich schön waren.

Zum Beispiel die B 4405, die am Tal-y-llyn Lake (oder Llyn Mwyngil) entlang führt.


Dem uralten Gletschersee am Fuß des Cadair Idris (893m) entspringt der River Dysynni, dem wir bis zu seiner Mündung bei Tywy folgen wollten.

Die Straße führt durch ein anfangs eher schmales Tal, der Fluss ist nur ein kleiner Bach.


Rechts säumen steile Felswände und links blühende Hecken die Straße. Dann weitet sich das Tal.




Ein kleiner Ort taucht auf – der aber immerhin einen Bahnhof hat: Abergynolwyn. Von hier aus fährt 3-4 Mal täglich eine Schmalspurbahn, die Talyllyn Railway , an die Küste bis Tywyn.

Die Berge werden niedriger, werden zu Hügeln, an denen sich heckengesäumte Wiesen bis ins Tal erstrecken.

  

Wir sind an der Küste – dramatische Wolken und sanft abfallende Wiesen, durch niedrige Steinmauern unterteilt.


Die Straße windet sich durch das Tal des Mawddach entlang – die Landschaft gehört zu den schönsten in Großbritannien.

Im Mündungsbereich am Meer wird der Fluss zu einem breiten, allerdings sehr sandigen und gezeitenabhängigen Strom. Weiter oben, an seinem Anfang, ist er allerdings noch schmal und  mit Stromschnellen durchsetzt. Hier könnte man wunderschöne Wanderungen unternehmen – wenn es nicht regnen würde.

Wir kommen wieder zurück in die Bergregion, auf die A 470. Die windet sich zusehends in die Höhe, fast bis zu den tief hängenden Wolken.



In Beddgelert wird es Zeit für eine Pause und einen Kaffee. Beddgelert ist nicht nur ein sehr malerisches Dorf, es ist auch Zentrum und Ausgangspunkt unzähliger Wanderrouten im Snowdonia Nationalpark.

Zu einem ausgedehnten Bummel kam es leider nicht – der bisher eher halbherzige Nieselregen wurde immer stärker und zwang uns zuerst in eine Teestube und dann zurück ins Auto.

Der Regen und die eher schlechte Sicht waren nicht gerade förderlich für eine Passfahrt – aber wir hatten uns so auf die Strecke über den Llanberis Pass gefreut, dass wir die nicht einfach streichen wollten.

Zwar waren die Blicke leider ziemlich beeinträchtigt – aber trotzdem überwältigend.

Der Blick zurück auf den kleinen See Llyn Llydaw war noch halbwegs klar. Dann nahm der Regen jedoch an Stärke zu, weiter Bilder waren nur noch durch die Windschutzscheibe möglich.

Erst ging’s in engen Kurven bergauf, die Berge wirkten noch eher sanft.

Jenseits der Passhöhe – mit 360m nicht wirklich hoch – säumten schroffe Berghänge die Straße und gaben ein Hochgebirgs-Feeling.




Bis es schließlich wieder sanfter wurde.

Vor dem endgültigen Tagesziel machten wir noch einen kurzen Schlenker nach Caernarfon – schließlich ist ein Tag ohne Schloss in Wales kein richtiger Tag 😉

Das Schloss zählt zu den größten und best erhaltenen und thront in dramatischer Lage direkt am Wasser.


Viel mehr als ein paar schnelle Blicke von außen und ein kurzer Besuch im Inneren waren bei dem heftigen Regen und dem inzwischen peitschenden Wind nicht mehr drin.


Dann suchten wir schleunigst unsere heutige Unterkunft in Bangor auf, das Ashbrook House. Endlich im Trockenen – sogar eine Heizung gab es hier! Und jede Menge Komfort.

Von Aberystwyth bis Bangor durch die westliche Ecke des Snowdonia NP – so sind wir gefahren:

 

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