Gar nicht eng – die Eng!

Wenn der Tag mit weiß-blauem Himmel und Sonne satt beginnt …

Mit frischen Semmeln, nach einem ausgiebigem Plausch von der Oma des Hauses im eigenhändig bestickten Stoffbeutel ausgehändigt  …

Mit saftigem Marillen-Jam, legefrischen Eiern, Bauernspeck und Bergkäse …

… dann wird das ein richtig schöner Spätsommer-Urlaubstag in Oberbayern!

Nach einer Nacht, in der Wiesenduft ins Zimmer wehte und Weißbier und Helles für einen guten Schlaf sorgten, waren wir bestens gerüstet für Berge und Täler und alles, was irgendwie dazwischen liegt.

Wir wollten in die Eng, ca. 50 km von Lenggries entfernt. Könnte man locker in einer Stunde schaffen – aber wer will das schon! Wer rast schon durch die Jachenau, wenn man dort urige Dorflädchen und malerische Kirchen sehen kann.


Dann eine kleine Runde um den Walchensee. Auf einer Mautstraße, für die 4 Euro fällig werden. Glasklar und ruhig liegt der See in der Morgensonne.

Aber die Ruhe trügt – es ist reichlich was los hier! Jede Menge Stehpaddler, Kinder plantschen im niedrigen Wasser, und fast jeder freie Platz an den Ufern ist belegt.Auch Miniaturboote brauchen Ankerplätze 😉

Jede Kurve bietet neue Aus- und Ansichten. Berge spiegeln sich im stillen Wasser …


Es bleibt aber immer auch noch Zeit für den Blick nach unten, ins Gras …

Es bleibt reichlich Zeit, um immer wieder anzuhalten, auszusteigen, ein paar Schritte zu gehen, Landschaft einzusaugen …

In Wallgau nehmen wir eine weitere Mautstraße (für die netterweise nicht noch mal bezahlt werden muss, denn die Karte der Straße am Walchensee gilt auch hier!) nach Vorderriss, an der Isar entlang.

Die windet sich hier in fast unwirklichem eisblau über weißes Geröll.

Wir trödeln … stecken vorsichtig mal einen Zeh ins wirklich eiskalte Wasser (in dem aber doch erstaunlich viele Leute baden, wie wir unterwegs immer wieder sehen können!)

In Vorderriss biegen wir ab, nach – klar – Hinterriss! Wenig später beginnt wieder eine Mautstraße – hier gilt unser Mautkärtchen allerdings nicht mehr, denn inzwischen sind wir in Österreich. Diese wunderschöne Ecke ist nämlich eine österreichische Enklave und – zumindest, wenn man nicht zu Fuß übers Gebirge kommt – ausschließlich von Deutschland aus erreichbar.

Die schmale Straße windet sich durch eine märchenhaft schöne Landschaft, immer am Rissbach entlang, in die Eng.

Allerdings ist es wirklich alles andere als eng – die Riss plätschert, genauso eisblau wie die Isar, über Geröll durch ein breites Tal mit reichlich Wald und ersten Blicken auf die Berge des Karwendel Gebirges.
 

Auf Geröll und Tannenwälder folgt das, was diese Ecke so berühmt macht – der Große Ahornboden. Ein breites Hochtal, saftig-grüne Wiesen und rund 2000 Bergahorn-Bäume haben ihm seinen Namen gegeben.


Der Große Ahornboden ist ein wunderschönes Stück Natur, und mit seinen bis zu 600 Jahre alten Bäumen, der Kulisse der Karwendelberge und dem hübschen Dorf auf der Eng-Alm Naturdenkmal seit 1972.


Man kann herrlich wandern, es gibt reichlich Wege und viele Hütten in den Bergen – und schön ist es hier wirklich überall! Vom Parkplatz aus geht’s durch die Wiesen, auf denen Kühe grasen, Richtung Engalm und Dörfchen.

Alte sonnenverbrannte Holzhäuser stehen an einem schmalen Weg, es gibt einen Dorfladen, wo man den Käse und Butter kaufen kann. Beides wird hier vor Ort hergestellt, die Milch kommt von den Kühen, die sich hier jeweils einen Sommer lang mit duftenden Kräutern und saftigem Gras vollfuttern dürfen.

Wir durchqueren das Dorf, gehen über die Wiesen und einen kleinen Bach Richtung Berge. Und kommen kaum voran – jeder Schritt eröffnet neue Perspektiven. Mal zurück über die Hochebene und das Dorf …

… mal nach vorne, wo Kühe vor dramatischer Kulisse weiden.


Auf halber Höhe neue Ausblicke …


Und die ersten Silberdisteln zu unseren Füßen.

Wir stärken uns mit Apfelsaft und Apfelstrudel, kaufen Käse, Speck und Butter im Dorfladen – dann geht’s zurück zum Auto (wo eine Kühltasche wartet, denn es ist ziemlich heiß!) und gemächlich heimwärts.

Noch ein kurzer Stopp am Sylvensteinstausee, einem riesigen Trinkwasserspeicher.

Jetzt geht’s aber zügig nach Lenggries. Denn weil wir heute zum Essen in die Dorfschänke wollen, deren Biergarten aber immer rappelvoll ist, müssen wir zeitig da sein, um noch ein Platzerl zu ergattern.

Und tatsächlich – obwohl es erst kurz nach 18 Uhr ist, sind alle Tische im kleinen Garten besetzt. Aber die freundlich-resolute Bedienung setzt uns einfach zu einem anderen Paar an den Tisch und der Spätsommertag klingt aus mit Weißbier unter alten Kastanien und riesigen Buchen, mit Leberkäs mit Bratkartoffeln und Kas-und Spinatknödeln …

Schee war’s heut!

Und so sind wir gefahren:

2 Kommentare zu “Gar nicht eng – die Eng!

  1. Ach, da machst du mir ja diesmal Heimweh statt Fernweh!! Sitzen gerade am Viktoria See in Uganda und deine Bilder beweisen mal wieder, warum mich nicht jeder Berg und See in der Ferne vom Hocker haut. Am Ahornboden waren wir auch schon wandern und Lenggries ist unser „Hausberg“ zum Skifahren. Aber wir genießen gerade Uganda mit seinen wirklich freundlichen Leuten, abwechslungsreichen Landschaften, den Tieren und dem angenehmen Klima. Von den Gorillas waren wir hingerissen! Gute Erholung noch im schönen Bayern!

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    • Also – Uganda läuft da quasi außer Konkurrenz 😉 Aber der Isarwinkel ist einfach nur schön!
      Heute waren wir auf dem Brauneck – da kennst du dich sicher bestens aus. Auch ohne Skier ist es dort oben
      traumhaft! Allein schon die Blicke über die unzähligen Gipfel ….

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