Frust und Wut …

8./9.  Januar
Frust – über den Verlust, Wut (auf mich selbst) – weil ich manchmal einfach wirklich zu dämlich bin! Zu unkonzentriert …

Frust auch über den mehr oder weniger verlorenen Tag, den schlechten Beginn unserer Reise.

Wut natürlich auch auf den Taxifahrer, die Taxi-Gesellschaft …

Es hat einfach ein paar Tage gedauert, bis ich wieder eine gewisse Gelassenheit gefunden hatte, alles verdaut war und ich darüber berichten kann. Dabei ist es letztlich nicht wirklich weltbewegend – zwar sehr ärgerlich (und auch ein bisschen schmerzlich) – aber es hätte ja auch viel schlimmer kommen können!

Dabei fing doch alles so gut an …

Zwar etwas später als geplant kamen wir am Montag kurz vor 18 Uhr in Sydney an. Die Verspätung holten wir fast wieder auf, weil unsere Koffer fast schon vor uns angekommen waren. Auch die Taxischlange hatte sich schnell abgebaut und uns wurde ein lustiges schwarzes London-Taxi zugewiesen.

Nur der Himmel sah nicht wirklich gut aus – und kaum waren wir los gefahren, ging auch bereits ein Wolkenbruch nieder. Es goss wie aus Kübeln – erst wenige Meter vor unserem Hotel ließ der Regen nach. Dieter hechtete aus dem Taxi, brachte schon mal eine Tasche in Sicherheit, während ich noch mit dem Taxifahrer um den Fahrpreis verhandelte. Der war nämlich rund 12$ höher als das, was das Taximeter anzeigte!

Der eine Zuschlag war die Flughafengebühr, das wussten wir. Aber woher die weiteren 8 $ kamen war nicht klar. Angeblich eine Tunnelgebühr … Letztlich zahlte ich eben den geforderten Preis, gab aber kein Trinkgeld und sah zu, dass ich auch aus dem Taxi kam, bevor der nächste Guss runter kam. Wir waren beide inzwischen doch ziemlich müde und mitgenommen nach den langen Flügen und wollten nur noch einchecken, dann was essen und ins Bett.

Kaum waren wir in der Lobby, merkte ich – meine Kamera ist nicht mehr da!!!! Die hatte ich während der Preis-Diskussion neben mich auf den Sitz gelegt – und da lag sie immer noch! Die netten Jungs an der Rezeption versuchten sofort, die Taxigesellschaft zu erreichen – aber dort war bereits Feierabend.

Sie gaben mir noch den Tipp, den Verlust über die Website der Taxikompanie zu melden – das scheiterte aber daran, dass ich keine Quittung hatte und deshalb weder die Nummer des Taxis noch den Namen des Fahrers kannte. Beides hätte in ein Online-Formular eingetragen werden müssen …

Aber noch hatte ich auch die irrationale Hoffnung, der Taxifahrer (oder die nächsten Passagiere) würde die Kamera schnell bemerken und den Fund ihrer Zentrale melden. Oder sie sogar ins Hotel bringen! 

Die Hoffnung, das weiß man ja, stirbt bekanntlich zuletzt …

Heute war also nichts mehr zu machen. Statt begeistert Wiedersehen mit dem Darling Harbour zu feiern, den wir zu Fuß in wenigen Minuten erreichen konnten, war es ein eher bedrückter Abend. Blog schreiben – dazu hatte ich an diesem Abend auch überhaupt keine Lust – außerdem waren mit der Kamera ja auch alle Bilder vom Flug weg.

Allerdings hatte ich den letzten Beitrag bereits bei der Zwischenlandung in Melbourne geschrieben – und auf dem Handy fanden sich tatsächlich ein paar Bilder, die ich in der Kabine gemacht hatte! Deshalb – und nur deshalb – gibt es einen vergnügten und sogar bebilderten Bericht über den (tollen!) Flug von Taipei nach Melbourne.

Am nächsten Morgen ein Anruf bei der Taxi Gesellschaft, wo man mir – typisch Australien! – fröhlich versicherte, ich solle mir keine Sorgen machen, alles werde bestimmt wieder gut! Nur dass ich keine australische Handynummer hatte, fanden sie nicht so gut – also wurde schleunigst eine Simcard besorgt und aktiviert und gleich nochmal bei den Taxi Leuten angerufen.

Wieder war man erbarmungslos fröhlich – „Don’t worry – it will all turn out just fine!“ – es gab allerdings offenbar keinerlei Hinweise in den Unterlagen, dass ich den Verlust bereits gemeldet hatte. Also alles noch mal von vorne …

Ich muss wohl nicht betonen, dass es beim dritten Anruf wieder genauso war – nett und freundlich, aber keiner hatte irgend eine Ahnung von der Sache …

Wie’s weiter ging, erfahrt ihr demnächst …

13 Kommentare zu “Frust und Wut …

  1. Oh je, ich kann mir sehr gut vorstellen, wie du dich fühlst. Für jemanden, der mit Leidenschaft fotografiert, bricht erst mal die Welt zusammen. Aber ärgere dich nicht zu sehr. Das bringt nichts. Ich weiß, das ist leicht gesagt, aber du möchtest eure Reise ja noch genießen. Sicher findest du noch eine neue passende Kamera.
    Und das Wetter wird ganz sicher auch noch besser!!!
    Liebe Grüße
    Annett

  2. Sicher ist das ärgerlich mit der Kamera, aber vergiss es ganz schnell, das ist nur materieller Verlust. Es gibt viel schlimmere Sachen, die passieren hätten können..
    Du bist ja jetzt in einer Großstadt, da kannst du Dir schnell Ersatz besorgen oder mit der kleinen Sony vorlieb nehmen.
    Weiterhin gute Reise
    Erhard

    • Du hast ja sooo recht … aber verdaut werden musste das Ganze doch erst mal 😉 Allerdings – die winzige Sony geht auf Dauer gar nicht!

  3. Oh, das ist grosser Mist! Vielleicht trudelt sie wider Erwarten doch noch ein, die Kamera. Mir ist mal eine Kamera auf Bali geklaut worden. Eigene Schuld, ich hab mich auch selten dämlich angestellt, was mich selbst am meisten geärgert hat. Shit happens.
    Liebe Grüsse aus Nan, wo es gerade echt kalt ist. Verschnupft bin ich auch. Erinnert mich sehr an eure Erfahrungen – bibber…

    • Da scheinen ja einige Leidensgenossinnen unter den Kommentator/innen zu sein 😉 Mein Frust legt sich auch so allmählich …
      Ja, der Isaan kann im Januar vor allem nachts SEHR kalt werden! Ich hoffe, eine Erkältung macht sich schnell vom acker und du kannst den Rest deiner reise unverschnupft genieße!

  4. Was für eine Sch…..aber bitte nicht den ganzen Urlaub ärgern. Solche Dinge passieren immer mal wieder. Hauptsache Euch geht es gut. Sind gerade auf der Autobahn bei Frankfurt! Eine Woche Düsseldorf und Köln Verwandtschaft und Patentochter besuchen.
    Take it easy.

    • Tja, leider ist es mir bereits zum zweiten Mal passiert – allerdings wurde mir 2013 die Kamera geklaut. Trotzdem hast du absolut recht – die Reise werde ich mir davon NICHT verderben lassen!

  5. So ein Pech aber auch, hoffentlich findet sich die Kamera noch bis zu Eurer Abreise.
    Auch von mir, die besten Wünsche und gute Reise in Australien.
    Liebe Grüsse Iris

    • Wie jetzt??? Du hast deine Kamera ebenfalls verloren? Aber hoffentlich nicht gerade auf dieser Reise! ich hoffe doch sehr auf tolle Fotos aus dem Mekong Delta!

  6. Ach herrje, das tut mir wirklich von Herzen leid! Mir ist schon Ähnliches passiert, und da hatte ich mir auch ein Loch in den Bauch geärgert über meine eigene Schusseligkeit… Aber wenn man müde ist nach langer Anreise, kann so etwas halt passieren.
    Da du diesen raffinierten cliffhänger eingebaut hast, besteht ja Hoffnung, daß sich die Kamera doch noch findet. Ich wünsche es dir jedenfalls sehr…

    Im übrigen wünsche ich euch nochmals eine wunderschöne und spätestens ab jetzt pannenfreie Reise! Ich kann euch leider auf den nächsten Wochen nicht begleiten, weil ich selber unterwegs sein werde. Aber ich hole alles nach, wenn ich wieder zurück bin.
    Liebe Grüße
    Brigitte

    • Du sagst es – der Ärger über mich selbst ist eigentlich das größte Problem! Als mir in Laos die Kamera geklaut wurde, konnte ich auf die Diebin sauer sein – jetzt nur auf mich selbst …
      Euch beiden eine tolle Zeit in Südamerika – hoffentlich wird alles trotz Erdrutsch auf der Carretera Austral so, wie ihr es erhofft habt!

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