In die kühlen Alpen

19. Januar 2018
Die zunehmende Wärme (d.h. inzwischen zunehmende Hitze, denn bei 38° kann man kaum noch von Wärme sprechen) machte uns den Abschied von Lakes Entrance nicht ganz so schwer.

Wir freuten uns auf frische Luft in den australischen Alpen, auf grüne Wiesen und kühle kleine Bäche.

Wir freuten uns auf Bright …und ganz besonders auf die Merrimeet Cottages!

Der Weg führte zunächst durch eher unspektakuläres Farmland – bemerkenswert sind hier lediglich die Ortsnamen! Tambo Crossing und Doctors Flat, Anglers Rest und Dinner Plain …. Manchmal fragt man sich schon, was da wohl dahinter steckt!

Wer hier in die Berge fährt, wird quasi zwangsweise entschleunigt. Die Straße ist eine endlose Aneinanderreihung von Kurven, so dass man schon mal aus fahrtechnischen Gründen nicht zu sehr auf’s Gaspedal drücken kann. Hinzu kommen aber unzählige Holzlaster, die man nicht bzw. nur sehr selten überholen kann …

Was einem wiederum ausreichend Gelegenheit gibt, die Landschaft zu genießen!

Ein kurzer Zwischenstopp in Omeo – wo ich mich wirklich fragte ob so ein Name wirklich jemand dazu bewegt, hier zu übernachten??? Wer möchte denn gerne gemütlich mit Käfern oder anderem Krabbelgetier schlafen ???

Weiter ging’s – wir haben Zeit und nehmen einen Umweg. Nicht nur die Straßen, sondern auch die Kurven wurden jetzt  zunehmend enger. Und abenteuerlicher! Große Schilder informierten, dass man die Straße nur bei trockenem Wetter befahren sollte.

Aber die Landschaft war atemberaubend schön!

Und sie wurde noch schöner und zusehends dramatischer, als wir in den Bereich der Snowgums kamen – Bäume, die für uns auf den ersten Blick wie totes, allerdings schneeweißes Holz aussahen. Im Vordergrund kunterbunte Alpenflora, den Hintergrund bilden blauschimmernde Berge, dazwischen leuchten die weißen filigranen Äste der Eukalypten.




Klar, dass man da nicht einfach nur durchbrettert – sondern sich viel Zeit nimmt, immer wieder aussteigt, ein Stück läuft … Dann wieder weiter fährt – und aufs Neue verzaubert ist!



Und dann breitet sich plötzlich ein See in einem geradezu irrwitzigen Blau vor uns aus – der Rocky Valley Stausee.
Hier war allerdings nix mit Anhalten und Landschaft genießen – die Ecke scheint sehr beliebt bei Tagesausflüglern zu sein und hinter uns waren inzwischen etliche Fahrzeuge, die ohnehin schon nicht sehr begeistert schienen von unserem Schneckentempo. Also hielt ich die Kamera einfach mal aus dem Seitenfenster und versuchte, die Pracht im Video fest zu halten.

Über diverse Skiorte – die genauso gruselig aussehen wie manche europäischen Skiorte im Sommer, nämlich unzählige geschlossene Hotels und Restaurants, nichts regt sich dort … – ging es langsam wieder bergabwärts bis nach Mount Beauty. Ein hübscher Name für einen eher belanglosen Ort, der außer einer wirklich guten Bäckerei mit Café nicht viel zu bieten hat. Kein Wunder – der Ort wurde erst in den 60er Jahren aus dem Boden gestampft, um den Arbeitern, die dort ein Wasserkraftwerk errichteten, eine Heimat zu bieten.

Aber ein Kaffee musste es nach der endlosen Kurverei jetzt doch sein.

Also raus aus dem klimatisierten Auto – und uns traf fast der Schlag! Auf ca. 1700 m hatte eine leichte Brise bei rund 24 Grad geweht – jetzt waren es plötzlich 37°! Das mit der kühlen Bergluft war also eine deutlich fehlgeschlagene Hoffnung.

Unsere Trödelei hatte den Zeitplan gehörig durcheinander gebracht – wir trafen deutlich später als geplant in Bright ein. Und dort verkündete das Thermometer sogar satte 40°C!

Glücklicherweise hat unser kleines Cottage eine Klimaanlage  und auch sonst alles, was man braucht, um sich rundum wohl zu fühlen. Alastair, unser Gastgeber, versorgte uns noch mit ein paar Tipps – aber da wir vor genau 7 Jahren schon einmal in den Merrimeet Cottages ein paar Tage verbracht hatten, musste nur die Erinnerung ein bisschen aufgefrischt werden.

Tja – und angesichts der enormen Hitze, die auch am Abend kaum nachließ, beschränkten wir uns auf einen Gang in den Ort, wo wir in einem kleinen Shop wunderbaren gegrillten Lachs und einen üppigen Salat erstanden – mehr wäre bei der Hitze gar nicht verkraftbar.

und dann – kam ein lauer Sommerabend mit kühlem Wein und eiskaltem Bier auf unserer kleinen Terrasse. Wo uns lediglich ein paar Frösche Gesellschaft leisteten.

Nur – mit der Abkühlung in den Bergen war’s wohl nichts …

Die malerische Strecke:

2 Kommentare zu “In die kühlen Alpen

  1. Das ist es ja wunderschön, auch wenn die Temperaturen ganz schön heftig sind. Aber besser als Regen,
    ausserdem ist Hochsommer, da passt das.
    Die Merrimeet Cottages würden uns auch gefallen, die schauen so freundlich und einladend aus.
    Verpflegt ihr euch eigentlich selbst, oder geht ihr essen.

    Weiterhin gute Reise,
    bei uns ist der Schnee der letzten Tage auch schon weg.

    viele Grüsse nach Down Under

    Erhard

    • Die nächsten Tage legten temperaturmäßig allerdings noch mal ne Schippe drauf – aber klar, es ist Sommer und wir sind eben nicht in Oberbayern oder in Österreich 😉
      Was die Verpflegung angeht – hängt davon ab, was in unserer Unterkunft so zur Verfügung steht. Morgens machen wir das Frühstück immer selbst, denn Wasserkocher und Toaster ist immer vorhanden. Abends hängt es von den Möglichkeiten vor Ort und unserer Laune ab. Wir haben in den letzten knapp 3 Wochen ca. 10 Mal selbst was gekocht oder gegrillt, ansonsten in Restaurants oder Pubs gegessen.

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