Kakadus und Kängurus …

22. Januar 2018
Durch’s Goldgräberland – flach, heiß, staubig – ging’s heute Richtung Südwesten, in die Grampian Mountains.

Dort waren wir vor 7 Jahren schon mal – unter denkbar schlechtesten Voraussetzungen:

Verheerende Unwetter und tagelanger Regen hatten damals die gesamte Region mehr oder weniger komplett unter Wasser gesetzt, Straßen waren überflutet und gesperrt, in den Grampian Mountains hatte es zahlreiche Erdrutsche gegeben.

Wir hatten unseren Aufenthalt damals auf eine Nacht reduziert, weil in den Bergen praktisch nichts mehr ging und man keines der Highlights besuchen konnte. Das wollten wir jetzt alles nachholen!

Bei tiefblauem Himmel fuhren wir durch’s Land, vorbei an endlosen abgeernteten Getreidefeldern.

Über fast leere Straßen kamen wir so zügig voran, dass wir Halls Gap, Zentrum des Grampian Nationalparks, schon gegen Mittag erreichten. Der kleine Ort hat nur ca. 350 Einwohner – aber oft mehrere Tausend Besucher pro Tag!

Die Grampians sind die westlichsten Ausläufer der Great_Dividing_Range und bestehen aus vier Höhenzügen, die Richtung Osten abrupt abfallen, mit spektakulären Steilwänden und Überhängen. Die höchste Erhebung ist Mount William mit einer Höhe von 1167 m. Alles in allem – ein Paradies für Wanderer, Kletterer und alle Outdoor-Fans.

Schon weit vor der offiziellen Eincheckzeit (14:00) waren wir im Motel. War aber kein Problem – Brad ließ uns gleich ins Zimmer, versorgte uns mit der obligatorischen Milch und einer Menge Tipps für’s Sightseeing.

Das Grampians Motel war ein Volltreffer – weniger wegen der Zimmer, die eher schlichter Motel-Standard sind, aber es liegt begnadet etwas außerhalb des Örtchens in einem riesigen Park mit Traumblicken auf die Berge.


Morgens hüpfen Kakadus vor der Tür herum, abends kommen die Kängurus … Wobei die Kakadus irgendwie aussehen, als seien sie mit dem Gesicht gegen eine Wand gelaufen …

Ein kleines Päuschen, eine Tasse Kaffee – in fast allen Ländern der Welt außer in Deutschland sind Wasserkocher auf den Zimmern und Tütchen mit Kaffee/Tee/Zucker eine Selbstverständlichkeit, oft gibt es auch noch Kekse dazu – dann studierten wir Wanderkarten und Umgebungspläne.

Für den Sonnenuntergangsblick war es noch zu früh, aber es gab ja noch andere Aussichtspunkte. Der Boroka Lookout zum Beispiel.

Durch dicht bewaldetes Gebiet – aber immer wieder mit spektakulären Blicken auf Felswände und Bergrücken – kurvten wir höher. Bis wir den Lookout erreicht hatten. Die ganze Welt lag uns dort und Füßen. Oder zumindest ein Teil des Bundesstaates Victoria – rechts einer der Höhenzüge und einer der Seen des Nationalparks, links die fruchtbare Ebene der Western Plains.

Eine Aussichtsplattform ragte weit über die Felsen hinaus ins Leere …

Daneben Felsen, die den Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen schienen …

Ein Stückchen weiter brachte uns ein kleiner Fußmarsch zu einem Wasserfall – der aber mangels Masse derart mickrig ausfiel, dass er nicht einmal ein Foto lohnte! Allerdings war der Weg durch eine enge Schlucht sehr schön.

Noch ein weiterer Aussichtspunkt – inzwischen hatte das Licht die Welt in Gold getaucht und die ersten Abendnebel stiegen aus den Tälern empor.

Unten im Tal war jetzt Känguru-Zeit – in der Dämmerung ist Halls Gap voll von Kängurus! Sie grasen auf dem Village Green, hüpfen über den Kinderspielplatz und den Kricketplatz, auch rings um unser Hotel wimmelte es förmlich!

Vor lauter optischen Highlights hatten wir unsere Mägen total vergessen – und das war schlecht! Denn in Halls Gap bekommt man nach 20 Uhr nirgendwo mehr was zu essen! Nicht mal ein Schnellimbiss hatte mehr auf – wir mussten uns also mit Brot, Käse und Schinken aus unseren Vorräten begnügen. Aber mit einem Rotwein dazu und Abendstimmung über den Bergen war das nicht sooo schlimm!

5 Kommentare zu “Kakadus und Kängurus …

  1. Das wollte ich schon immer wissen: Gibt es Wasserkocher und Co. nur in OZ/NZ/Commonwealth? Also doch (fast) nur in D nicht…Schade. So wenig Aufwand, aber so große Wirkung. Zumindest ich komme mir gleich willkommener vor, wenn ich mir schnell einen Kaffee/Tee machen kann. Und soll mir keiner sagen, in D würde es wegen des Mehrmülls nicht gemacht, das nehme ich niemandem ab.

    Ansonsten wie immer: Tolle Bilder, ich kann die Wärme förmlich spüren und das Flirren sehen. Viel Spass weiterhin, gute (Über-) Fahrt!

    Das neidische Nordlicht 😉

    • In ganz Südostasien gibt es ebenfalls überall Wasserkocher und Tee/Kaffee. Und in GB fast immer noch leckere Plätzchen dazu …
      Hier in AUS und NZ kommt praktisch immer auch noch ein Toaster hinzu – weil die Motels kein Frühstück anbieten.Bzw. wenn, dann in Form von Do-it-yourself-Päckchen, wo man sich den Toast selbst rösten muss!
      Mikrowelle haben wir bisher auch in jedem Motel in AUS gehabt!

  2. Interessante Tour die Ihr macht und wie immer toll beschrieben.
    Liebe Grüsse Iris

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