Berge. Wasserfälle. Und Felsen. Viele Felsen!

23. Januar 2018
Es gibt so Tage, da stimmt einfach alles. Da ist schon am Morgen die Luft so glasklar, so prickelnd wie Schampus.

Da hat es exakt die richtige Temperatur, um sich sommer-wohlig zu fühlen – aber nicht zu schwitzen.

Da bietet die Natur tagsüber ein Highlight nach dem anderen – und krönt das am Abend mit einem perfekten Sonnenuntergang.

Dieser Tag begann mal völlig australien-untypisch mit Frühstück im Hotelrestaurant! Ziemlich australisch war allerdings das Angebot – für den Kaffee löffelt man sich Instant-Kaffee aus einem Glas und gießt mit heißem Wasser auf, zum Toastbrot (immerhin zwei Sorten!) gibt es Marmelade oder Marmite. Marmite ist so was wie Maggi in fester Form, die Einheimischen streichen sich das mit Wonne auf’s Brot, die Touristen schütteln sich.

Entsprechend gestärkt packten wir den Tag an. Begrüßten noch kurz die Kakadus, die auf dem Blumentopf vor unserer Tür schaukelten …

Aber dann ging’s los. Wieder die Victoria Road in unzähligen Serpentinen bergauf, bis zum Reed Lookout. Von hier aus führt ein ca. 2 km langer Weg zu den Balconies, spektakulären Fels-Zähnen, die wie das Maul eines Fabeltieres waagrecht über den Abgrund ragen.

Während wir brav hinter den Abgrenzungen blieben – obwohl die Bilder dadurch weniger dramatisch sind …

… turnten zwei junge Franzosen (verbotenerweise!) begeistert auf den Felsen herum und überboten sich in waghalsigen Posen! Sie baten mich, Fotos von ihnen zu machen – damit für den Fall der Fälle jedenfalls ihr Mut (oder Leichtsinn) dokumentiert ist.

Nachdem es in der Vergangenheit zu mehreren Abstürzen mit Todesfällen kam, wurden die Felsen rigoros abgesperrt. Aber viele junge Leute lassen sich davon nicht abhalten. Ist halt auch so ne Art Mutprobe.

Auf dem Rückweg von den Balconies kamen wir an pilzähnlichen Felsen vorbei – auch hier wurde eifrig herum-geklettert – aber deutlich ungefährlicher!


Die nächste Tour führte Richtung Wasser – zu den MacKenzie Falls. Der MacKenzie River stürzt hier über diverse Felstreppen mal malerisch, mal spektakulär in mehreren Wasserfällen in die Tiefe. Sehen kann man die Spektakel sowohl von oben als auch von unten  – wir wollten beide Varianten sehen!

Erst mal oben rum, am Bluff entlang, ca. 1 km relativ eben durch Eukalyptuswald zu einem Lookout. Unterwegs entdecke ich begeistert die ersten Grastrees – grasähnliche Blätter, die auf einem kurzen dicken Stamm sitzen.

Und dann sehen wir den Haupt-Fall, den MacKenzie Fall – in breiter Front schäumt er über die Felsen und ergießt sich in ein großes Becken am Fuß.


Eigentlich wollten wir anschließend zum Fuß des Falls … Eigentlich – denn als ich die steile Treppe sehe, die runter zum unteren Becken führt, weiß ich schon, das mein lädiertes Knie das auf keinen Fall heil überstehen würde! Aber immerhin bis zur Mitte würde ich es sicher schaffen.

Also den Weg wieder zurück bis zum Parkplatz und von dort aus einen deutlich steileren und leider auch weniger schattigen Weg in Angriff genommen! Es geht stetig bergab – das muss man später alles wieder rauf laufen!

Ein weiterer Lookout bietet Aussicht auf einen kleineren Fall, aber auch klein kann schön sein!


Das letzte Stück – bis zu mittleren Plattform! – sind ausschließlich Treppen.

Aber die Mühe lohnt sich, schon hier ist man dem Wasser ganz nah – und freut sich über die Gischt, die rüber sprüht und willkommene Abkühlung bringt!



Während ich mich danach langsam an den Aufstieg mache, kraxelt Dieter wirklich noch ganz nach unten – eine steile Treppe mit ca. 120 Stufen! Für ein gutes Video ist ihm keine Anstrengung zu viel!

Jetzt wäre ein Tässchen Kaffee nicht schlecht – aber mangels Angebot bleibt es bei einigen Schlucken aus der Wasserflasche, bevor es zur nächsten Wanderung geht. Wir stellen das Auto auf einem Parkplatz mit dem schönen Namen „Wonderland Carpark“ ab und machen uns auf in den „Grand Canyon“.

Und kommen uns nach wenigen Minuten vor wie Kinder auf einem gigantischen Abenteuer-Spielplatz! Da klettert man über Felsen und kleine Bäche, steigt Leitern rauf, kriecht durch Steintore, balanciert auf kleinen Steintritten an Abhängen entlang! Ein echter Weg war im Grunde nicht erkennbar – wären da nicht immer wieder gelbe Pfeile auf den Felsen gewesen, hätten wir uns in dem Labyrinth garantiert heillos verirrt!

Und weil der Weg durch den Canyon einfach so irre war, gibt es hier eine Diashow, die unsere Wanderung anschaulich wiedergibt!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Am Ende waren wir zwar etwas k.o. – aber total begeistert! Und haben uns vor lauter Begeisterung auf dem – angeblich so einfachen – Rückweg zum Parkplatz total verlaufen! Weil man den nämlich von oben sehen konnte, achteten wir nicht mehr auf die gelben Pfeile und landeten irgendwo in der Pampa.
Das bedeutete – zurück gehen, bis wir endlich mal wieder einen Pfeil fanden … Aber von da an ging’s dann flott – wenngleich wir irgendwie das Gefühl hatten, auf dem Panzer eines gewaltigen Urzeittieres zu laufen!


Leicht geschafft ging’s zurück ins Hotel – aber das war bei weitem noch nicht das Ende! Zuerst gab es ein frühes und sehr leckeres Abendessen mit Aussicht auf der Terrasse des Hotels.
Und danach ging’s erneut los – wir wollen den von Brad so hoch gelobten Sonnenuntergangsblick vom Reed Lookout genießen!
Vorbei am Tante Emma Laden im Ort, wo die blaue Stunde bereits Einzug gehalten hatte …

… und den grasenden Kängurus am Straßenrand …
… ging’s ein letztes Mal die kurvige Victoria Road empor.
Am Reed Lookout pfiff uns der Wind um die Ohren! Wir hatten eine kleine Flasche Bier dabei, die uns nicht nur das Warten auf den Sonnenuntergang verkürzte, sondern auch ein nettes Fotomotiv abgab.

Dieter versuchte derweil, die Stimmung auf Video zu bannen …

Und ich sah dem langsam wachsenden Schatten zu.

Die Landschaft ging jetzt so langsam in den „Magie-Modus“ über – jede Minute brachte eine neue märchenhafte Veränderung.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Und das war ein zauberhaftes Ende eines wunderbaren Tages!
Unsere heutige Route mit dem Auto (zu Fuß waren wir rund 10 km unterwegs):

3 Kommentare zu “Berge. Wasserfälle. Und Felsen. Viele Felsen!

  1. Hallo, ich ziehe den Hut – toll was Du technisch so drauf hast.
    Sonnenuntergänge sind immer ein Erlebnis, bin ein absoluter Fan!
    Der Wasserfall erinnert mich an den Süden von Laos, wo der Mekong über Felsen nach unten stürzt. Aber den kennt Ihr bestimmt.
    Wünsche Euch noch viele sooo tolle Tage.
    Liebe Grüße
    Christina

  2. Sehr schöne Bilder; besonders die Idee mit den Dia-Folgen gefällt mir gut 👍

Gedanken, Bemerkungen, Kommentare ...

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