Akaroa – Très jolie!

29. Januar 2018
Akaroa, ein  idyllischer kleiner Ort auf der Banks Peninsula südöstlich von Christchurch, ist ein typisches Beispiel für den Spruch „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!“

Im Jahr 1838 hatte der französische Kapitän Langlois den dort lebenden Maori in einem etwas dubiosen Vertrag die Halbinsel abgekauft, um dort eine französische Kolonie zu errichten. Er kehrte nach Frankreich zurück, rekrutierte französische (und deutsche!) Auswanderer und landete im August 1840 erneut in Akaroa.

Dummerweise war in der Zwischenzeit der Vertrag von Waitangi unterzeichnet worden, mit dem sich die Briten die Souveränität über ganz Neuseeland gesichert hatten.

Der Traum einer französischen Kolonie war damit zwar gescheitert – aber der französische Einfluss blieb bis heute erhalten. Die Straßen heißen „Rue„, in der Boulangerie gibt’s Baguette und Croissants, in der Boucherie bekommt man Escalopes und in den Restaurants dominieren französische Gerichte die Speisekarte.

Wir hatten uns schon 2015 in diese Ecke verliebt, beim letzten Besuch 2016 aber ziemlich mieses Wetter gehabt und wollten deshalb nochmal hin! Bei Sonne!

Allerdings sah es heute morgen nicht wirklich nach tollem Sommerwetter aus! Die ohnehin schon etwa spärliche Sonne verzog sich immer mehr, je höher wir in die Hügel oberhalb von Christchurch kamen. Ziemlich schnell hatten wir die Wolkengrenze erreicht.

Unter diesen Bedingungen machte es wenig Sinn, gleich auf die Summit Road zu fahren – was nützt eine tolle Straße, wenn man nicht sieht. Also ging’s zunächst unten herum, an der Governors Bay entlang.

Dann lockte uns aber doch das Risiko – wir nahmen die Straße Richtung Diamond Harbour und wollten dann weiter über die Pigeon Bay nach Akaroa! Unsere Karte behauptete, das sei bis Akaroa durchgängig eine geteerte Straße …

Zunächst war es auch ganz gut – die Straße, meine ich – die Sicht war eher mau, die Wolken sanken immer weiter (oder wir kamen immer höher hinauf).


Wenn es aber mal ganz runter ging, gab es am Wasser echte Lichtblicke!

Nach der Pigeon Bay war allerdings Schluss mit lustig bzw. mit der geteerten Straße – weiter ging es nur über eine Gravel Road! Die Alternative wäre, den ganzen Weg zurück zu fahren …

Wir wagten es einfach mal – und das sah dann so aus:

Zwischendurch war uns ganz schön mulmig, man sah oft nicht allzuviel – und die Straße war ganz schön steil! Aber das, was man sah – einen lang gestreckten Fjord, den Weg, den wir auf der gegenüber liegenden Seite zurück gelegt hatten und ansonsten einfach nur idyllische Landschaft – entschädigte für die Anspannung!



Wenn es nur nicht zwischendurch immer mal wieder ziemlich düster geworden wäre …

Allerdings war auch das nicht ganz ohne Reiz – wenn wir nicht gerade im Auto auf einer einspurigen Schotterstraße im Niemandsland unterwegs sind, mag ich Nebel durchaus!

Und dann hatten wir’s und waren wir geschafft! Die Schotterstraße war zu Ende, der Asphalt hatte uns wieder – und die Sonne setzte sich immer mehr durch! Zauberte Lichtflecke auf die Hügel und verwandelte graues Wasser in blaues.


Und dann lag die langestreckte Bay vor uns, entstanden aus einem früheren Vulkankegel. Auf der Satelliten-Karte kann man das richtig gut sehen:


Unser Blick von oben war aber auch nicht schlecht!

Wenig später waren wir in Akaroa angekommen und bezogen unser Domizil im Criterion Motel in der Rue Jolie – ein sehr großes Zimmer, ein geräumiges Bad mit (für Neuseeland extrem selten) guten Pflegeprodukten und großer Dusche. Und – mit einem Balkon, der den Blick auf das inzwischen blitzblaue Wasser ermöglichte!

Inzwischen war es auch richtig heiß geworden, uns zog’s Richtung Bay, wir wollten für morgen eine Bootsfahrt buchen! Vorbei an geradezu aberwitzig üppig rot blühenden Pōhutukawa Bäumen schlenderten wir Richtung Pier.


Hier zeigte sich, wie gut es war, dass wir etwas vorgeplant hatten: Die Bucht vor Akaroa ist ein sehr beliebtes Anlaufziel für riesige Kreuzfahrtschiffe – auch heute lag mal wieder so ein grauenhaftes quer gelegtes Hochhaus in der Bucht. Mehr als 4000 Passagiere drängelten an Land – ein großer Teil war allerdings mit Bussen Richtung Christchurch unterwegs.
Aber der Rest hatte praktisch jedes nur verfügbare Ausflugsboot in Beschlag genommen, alle heutigen Touren waren schon seit Monaten komplett ausgebucht!
Wir wollten ohnehin erst morgen raus und morgen läuft hier kein Schiff ein!!! Das kann man nämlich schon weit im voraus anhand des Cruise Ship Schedule rauskriegen – und jedem, der Akaroa auf seinem Reiseplan hat, empfehle ich das dringend! Denn oft liegen sogar zwei Schiffe gleichzeitig in der Bucht – und dann ist es nicht mehr lustig!
Wir konnten jedenfalls ganz locker zwei Plätze für morgen Nachmittag buchen und ansonsten gelassen zusehen, wie die Massen am späteren Nachmittag in ihr schwimmendes Hotel zurück strömten …
Derweil schlenderten wir gemächlich durch den Ort.

Genossen später ein gemütliches und unglaublich gutes Essen mit Blick auf’s Wasser und dann einfach nur die Abendstimmung …



Die heutige abenteuerliche Route:

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