Winds of Change …

31. Januar – 2. Februar
Eigentlich sah alles so aus wie gestern – blauer Himmel, laue Luft, Sonne satt!

Aber – der Wetterbericht orakelte allerlei Düsteres: Eine Sturmfront, heftiger Regen, Temperatursturz. Zumindest für die Gegend, in die wir heute weiter fahren wollten, die Voralpenregion und die Seen Tekapo und Pukaki.

Am liebsten wären wir deshalb einfach hier in Akaroa geblieben – aber wie sich später herausstellen würde, hätte uns das auch nichts genutzt.

Stattdessen brachen wir ziemlich früh auf, denn falls die Wetterfrösche recht behalten würden und das Wetter schlechter würde, wollten wir wenigstens den heutigen Tag noch nutzen und bis zum Fuß des Aoraki Mount Cook fahren. Dort gibt es traumhafte Wanderwege, die wir 2016 leider nur kurz entdecken konnten – dieses Mal hatten wir eigentlich einen vollen Tag, den morgigen, dafür eingeplant!

Es ging durch grünes Hügelland, vorbei an den kuriosen Blechunterkünften in Little River.


Es ging über die längste Brücke Neuseelands in Rakaia, wo nur wenig Wasser drunter war.

Es ging quer durch die Canterbury Plains, die von manchen als die langweiligste Gegend Neuseelands bezeichnet wird. Viel zu sehen gibt es hier wirklich nicht – nur Felder und Wiesen, oft von der Straße abgeschirmt durch riesige Baumhecken, die den hier ewig pfeifenden Wind etwas abhalten sollen.

Wir unterbrachen die eintönige Tour durch einen kurzen Einkaufsstopp in Ashburton – wo wir wieder mal über die Bierauswahl im örtlichen Supermarkt staunten! Nur die Preise sind ein bisschen anders als daheim … Deutschen Wein sucht man hier allerdings vergeblich!

Abwechslungsreicher wird die Landschaft erst wieder, wenn man ins Mackenzie Country kommt. Hier beginnt eine hügelige Landschaft mit nur wenigen kleinen Ortschaften.

Am Burkes Pass ist ein skurriles kleines Anwesen, wie die Filmkulisse zu einem alten Western.

Wir fahren weiter, kommen in die Berge – aber wo sonst in der Ferne die schneebedeckten Alpen glasklar zu sehen waren, sind heute nur Dunst und Wolken.

Am Lake Tekapo legen wir eine Kaffeepause ein- und sind geschockt! Wo sich früher eine Wiese bis zum See hinab erstreckte, ist heute alles zu betoniert! Auf der einen Seite ein Parkplatz, auf der anderen eine riesige Baustelle – hier wird direkt am Seeufer ein großes Backpacker-Hostel errichtet! Bei aller Sympathie für Backpacker – dieses Monstrum hätte man auch an einer weniger sensiblen Stelle etwas vom See entfernt bauen können!

Wir sind froh, dass wir hier nicht bleiben müssen und belassen es bei ein paar Fotos. Denn die kleine Kapelle ist trotz des Massenandrangs einfach wunderschön, die Farbe des Sees trotz immer mehr aufkommender Wolken immer noch von einem fantastischen Blau!



Rund 40 km weiter liegt das nächste blaue Wunder – der Lake Pukaki . Hier hat man an klaren Tagen eine traumhafte Sicht bis zum schneebedeckten Aoraki Mount Cook, dem mit 3.724m höchsten Berg Neuseelands.  Wenn es noch dazu windstill ist, hat man so einen Blick wie wir im Februar 2015:

Heute hatten wir den allerdings leider nicht, das Wasser war unruhig und vor die Berge hatte sich eine Wolkenwand geschoben.
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Dennoch war der Blick wieder ziemlich beeindruckend. Weil es aber wirklich mächtig nach einem Wetterumschwung aussah, beschlossen wir, sofort die Straße am See entlang hinter zum Mount Cook zu fahren.

Und wurden Zeugen einer sich rapide verändernden Wetterlage! Schon nach kurzer Zeit war zwar über uns noch blauer Himmel, über den Bergen braute sich jedoch mächtig was zusammen!
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Je weiter wir Richtung Berge kamen, desto düsterer wurde es – aber es war irgendwie auch ein grandioses Schauspiel! P1030684
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Dann begann es allerdings, heftig zu regnen. Die schneebedeckten Berge konnte man kaum erkennen und der Wind frischte merklich auf. Innerhalb weniger Minuten rauschte das Thermometer von 24° auf 13° runter!
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Noch ein Versuch im Tasman Valley, nachdem der Regen aufgehört hatte – dort wurden wir mit einem grandiosen Blick Richtung See belohnt. 20180131_162409
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Es war ziemlich eindeutig – während im Osten noch schönstes Sommerwetter herrschte, wurde es in den Bergen zunehmend ungemütlicher. Also – umdrehen und zurück fahren …
Und da beobachteten wir das Wechselspiel noch ein paar Mal – hinter uns Düsternis …
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… vor uns Sonne.
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Jetzt nichts wie ab ins Hotel, bevor die Front bis nach vorne kam! Vorher allerdings noch ein kurzer Einkaufsstopp bei der Lachszucht, kurz hinter Twizel – frisch geräucherten Lachs mit Meerrettich und Pellkartoffeln, dazu einen Salat sollte es heute Abend geben. Schließlich hatte unser Motel-Zimmer eine richtige Küche!

Noch hielt sich das Wetter – wir konnten sogar in der hier noch lauen Abendluft einen Gang durchs Dorf machen.
Aber so gegen 20 Uhr ging es dann los – der Himmel wurde schwarz und sintflutartiger Regen begleitet von heftigem Sturm setzte ein.
Die ganze Nacht durch prasselte und sauste es, am Morgen wurde es gar nicht richtig hell und es goss unaufhörlich. Der Sturm war so stark, dass der Regen fast waagrecht fiel, draußen stieg das Wasser auf der Terrasse, bis wir fürchten mussten, dass es demnächst ins Zimmer fließen würde.
Erst am Nachmittag ließ das Ganze etwas nach – inzwischen wussten wir auch, dass der tropische Zyklon Fehi bzw. dessen Ausläufer für das Wetter-Drama verantwortlich war! Eine eher kurze Regenpause von ca. einer Stunde nutzten wir für einen kurzen Ausflug zu den blauen Hydrokanälen.
Die Kanäle durchziehen die gesamte Hochebene und münden in diversen Wasserkraftwerken.

Während sie sonst vollkommen ruhig und unbewegt dahinströmen, wurden sie heute vom heftigen Wind förmlich aufgepeitscht und das Wasser hatte kleine weiße Schaumkrönchen.
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Leider ließ der nächste Guss nicht lange auf sich warten – das war’s dann für heute!
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Der Rest war Regen und Sturm und Sturm und Regen . . .

Und das war die gestrige Strecke von Akaroa nach Twizel:

3 Kommentare zu “Winds of Change …

  1. Hallo zusammen
    Ihr habt ja wieder wunderbare Ferien!
    Könnt Ihr den Newsletter neu auf ****** mailen und die andere Adresse löschen?
    Ab Ende März bereisen wir eben auf unbestimmte Zeit Europe –> http://www.euruck.ch !
    Weiterhin gute Reise
    André

  2. Beindruckende Bilder vom Wetterwechsel. So im Trockenen. Vor’m Bildschirm. 18.000 km entfernt.
    Gute Reise weiterhin, lasst Euch nicht wegwehen!

  3. Wieder wunderschöne Bilder. Die Natur liefert doch die besten Motive.
    Wieviel unterschiedliche Blautöne es wohl gibt?
    Weiterhin eine gute Reise….

    PS: Wir haben gerade dichten Schneefall.

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