Dunedin – ziemlich schottisch!

P10308303. Februar 2018
Wenn man in Dunedin jemand nicht so richtig versteht, muss das nicht unbedingt mit den eigenen Englisch-Kenntnissen zu tun haben.

Viel wahrscheinlicher ist es, dass die Vorfahren des Gesprächspartners dafür verantwortlich sind – die kamen hier nämlich ziemlich oft aus Schottland!

Und schottisches Englisch klingt ziemlich merkwürdig, daran hat sich auch durch die Auswanderung nicht viel geändert.

Also besser mal nachfragen, wenn man nach dem Essen gefragt wird, ob man “a wee dram” möchte – wobei ich da nicht “Nein” sage! So ein kleiner Single Malt hilft nämlich ungemein nach fettigen Fish ‘n Chips!

Aber vor dem Abend kam der Tag und etwas, was wir schon lange auf der Liste stehen hatten! Wir wollten zum Tunnel Beach!

Mal war der Zugang gesperrt gewesen, mal hatte ich mir mit einem noch nicht lange zurück liegenden Fuß-Bruch den steilen Weg nicht zugetraut – heute sollte er aber endlich mal in Angriff genommen werden!

Vorbei an malerischen alten Gebäuden und Kunst an den Wänden ging’s aus der Stadt raus.
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Zunächst Richtung St. Clair, hier hatten wir die letzten beide Male gewohnt – in dem schicken weißen Gebäude unten in der Bildmitte.
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Am Golfplatz vorbei fuhren wir am Meer entlang bis zur kleinen Stichstraße zum Tunnel Beach. Es herrschte reichlich Andrang auf dem kleinen Parkplatz, von da aus ging’s steil und stetig bergab. Schon nach ca. 300m (immer bergab) hat man einen grandiosen Anblick!
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Und man sah auch, was vor allem junge Leute an diesem Strand so fasziniert – auf keinen Fall das eher kümmerliche kleine Stückchen Sandstrand, sondern der Nervenkitzel des Herumkletterns auf dem Felsen!
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Dummerweise war mein Knie nicht begeistert von der Aussicht, den zunehmend steileren Weg noch weiter nach unten zu gehen – wir beließen es also bei der Aussicht von der mittleren Etage aus. Man sollte solche Reisen und Ausflüge am besten noch in einem Alter machen, wo Knochen und Gelenke noch nicht allzu lädiert sind!

Da der Himmel auf der nördlichen Seite des Otago Harbours eindeutig besser aussah, wollten wir den Seelöwen an der Mole von Aramoana einen Besuch abstatten. Und am schneeweißen Sandstrand dort herumschlendern. Also wieder zurück, durch die Stadt und die kleine Straße Richtung Port Chalmers entlang.

Kurz nach Port Chalmers ein Schild “Road closed – Residents only”. Eine Begründung wurde nicht gegeben, also fuhren wir erst mal weiter. Eine gute Weile später wurden wir von einem jungen Beamten angehalten und nach unserem Ziel gefragt – da erfuhren wir dann, dass die Straße wegen eines Erdrutsches, Folge des Sturms Fehi, gesperrt ist.

Also zurück … und in Port Chalmers ein Schlenker auf eine idyllische kleine Halbinsel. Mit Picknick-Anlage …
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… und Blick auf die malerische Bucht und die gegenüberliegende Straße nach Portobello.
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Wieder zurück in Dunedin noch ein Besuch im Bahnhof – die Lebkuchen-Architektur (korrekt heißt es “flämischer Renaissance Stil”) aus dunklem Basalt und hellem Oamaru Stein fasziniert mich jedes Mal aufs Neue!
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Innen ist die Pracht gewaltig – Mosaik-Boden und Porzellan-Verzierungen an den Wänden. Dazu wunderschöne Buntglasfenster.
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Viel los ist allerdings heutzutage hier nicht mehr – früher fuhren von hier täglich über 100 Züge ab – heute sind es in der Regel nur noch zwei. Einer davon ist der Taeri Gorge Zug , der an einigen Tagen der Woche am Rand der gleichnamigen Schlucht entlang bis Pukerangi und wieder zurück fährt.
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Diese atemberaubende Zugfahrt haben wir im Februar 2016 gemacht – es geht über unglaubliche Brücken, an tiefen Abgründen entlang und ist fast ein Muss für jeden, der etwas Zeit in Dunedin hat.

Wir machten heute lieber noch einen Zug durch die Kneipen – bzw. zu einer Kneipe. Speights Alehouse ist eine Institution, die Brauerei nebenan ein Publikumsmagnet. Wir wollten mal schauen, ob das ein Ziel fürs Essen heute Abend sein könnte, nachdem das gestrige nicht soooo überzeugend war.
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Es gefiel uns dort – und um es gleich vorweg zu nehmen, das Essen war auch durchaus gut und außerdem waren Essen und Bier recht günstig.

Draußen an der Wand standen etliche Leute mit Flaschen und zapften Wasser. Auf Nachfrage wurde mir erzählt, dass hier Wasser aus einer tiefen Quelle sprudelt, die auch das Wasser für das Bier liefert. Das Wasser ist – anders als das Leitungswasser – ungechlort, sehr beliebt und kostenlos!

Der Firmengründer James Speight hatte den Bürgern Dunedins versprochen, dass sie, so lange die Brauerei bestehen würde, hier kostenlos Wasser zapfen dürfen. Und da Schotten (wie Schwaben) bekanntlich recht sparsam sind, wird das Angebot sehr rege genutzt!

Zum Essen bekamen wir übrigens – zusätzlich zum kostenpflichtigen Bier – einen großen Krug des wirklich guten Quellwassers!

Der heutige Kurztrip:

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