Jetzt fahr’n wir übers Meer …

18. Februar 2018
Genauer – durch die Cook Strait. Die trennt die Südinsel Neuseelands von der Nordinsel und ist einer der stürmischsten Wasserstraßen weltweit!

Täglich fahren mehrere große Auto-Fähren von Picton auf der Südinsel nach Wellington auf der Nordinsel. Und sie sind berühmt dafür, dass sie selbst bei schwerster See möglichst keine Fahrt ausfallen lassen!

Es gibt Bilder und Videos, wo die Autos im Laderaum durcheinander purzeln und die Passagiere ebenso. Aber es gibt auch Videos und Bilder von seidenglattem Wasser und windstillen Überfahrten im strahlenden Sonnenschein. Und wir hoffen natürlich, dass wir diese Variante erwischen!

Die schönste Route von Havelock bis Picton ist die über den 33 km langen und extrem kurvenreichen Queen Charlotte Drive. Unglaublich malerisch, man muss sich förmlich zwingen, nicht dauernd stehen zu bleiben. Wir sind die Strecke schon zwei Mal gefahren und wollten sie auch heute wieder nehmen. Wollten …

Wir fahren früh los, um noch ein bisschen Luft für Fotostopps zu haben! Und weil wir die Strecke ja kennen, schalten wir das Navi nicht ein. Und weil ich in meinem Rucksack herum krame und nicht auf die Strecke achte und Dieter sich auf’s Fahren konzentriert, verpassen wir die Abzweigung. Und merken plötzlich, dass wir auf der anderen Route sind!

Die andere Route – fast doppelt so lang, aber genauso schnell, weil weniger Kurven – führt in einer riesigen Kurve zunächst nach Süden, dann nach Osten, fast bis Blenheim, und schließlich nach Norden. Umkehren lohnt sich nicht mehr, also fahren wir eben diesen Weg. Ist auch nicht schlecht – viele Weingüter unterwegs, Berge, Weiden …

Aber eben NICHT der Queen Charlotte Drive! Also – aufpassen, wenn ihr nach Picton fahrt!!!!

In Picton spulen wir das bereits bekannte Programm ab – voll tanken, auf den Parkplatz vor dem Terminal fahren, Gepäck ausladen und einchecken – eine Sache von 5 Minuten. Dann das Auto auf den Rentalcars Parkplatz stellen und Schlüssel abgeben, denn Avis erlaubt die Mitnahme von der Süd- auf die Nordinsel nicht. Uns ist das nur recht – zum einen wird das Gepäck mal wieder gründlich aufgeräumt, zum anderen bekommen wir ein sauberes Auto auf der anderen Seite und müssen auch nicht die ziemlich hohen Preise für die Auto-Überfahrt zahlen.

Fuß-Passagiere reisen ziemlich günstig auf dem Interislander – und wer über 60 ist oder einem Automobilclub angehört (und sein Kärtchen dabei hat) bekommt außerdem 10-20% Rabatt!

An Bord werfen wir einen letzten Blick zurück auf Picton

– dann legt die Aratere ab.

Fährt langsam vorbei an einem deutlich größeren Kreuzfahrtschiff.

Wir haben es uns hinten auf dem Oberdeck gemütlich gemacht – die Sonne scheint, der Wind scheint ein Sonntags-Päuschen eingelegt zu haben, das Wasser ist vollkommen glatt. Nur unsere Schiffsschrauben bringen ein bisschen Unruhe ins glatte Blau.

Kleiner Einschub:

Wir verfolgen die Nachrichten über den ständig näher rückenden Sturm „Gita“. Auf den Tonga Inseln hat er unglaubliche Zerstörungen angerichtet, dort steht kaum noch ein Stein auf dem anderen. Die neuesten Berechnungen zeigen jetzt sehr exakt seine voraussichtliche Bahn – er wird am Dienstag, 20. Februar, auf Neuseeland treffen.
Betroffen sein werden vor allem der Norden und Nordwesten der Südinsel sowie der Süden und Südwesten der Nordinsel! Da wird es nicht nur orkanartige Stürme, sondern vor allem extensiven Regen geben!
Seit wir das nun etwas genauer wissen, sind wir froh, dass wir die Südinsel heute verlassen – und hoffen, dass es letztlich glimpflich ablaufen wird!

Deshalb empfinden wir es als echtes Geschenk, eine derart ruhige tolle Überfahrt genießen zu können! Kleine Boote ziehen Linien ins stille Wasser des Queen Charlotte Sounds.

Eine Gruppe kleiner Segelboote auf der Suche nach den sanften Brisen, die ab und zu um uns streifen.

Die Passagiere genießen die Sonne, suchen nach Fotomotiven.


Wie waldbdeckte Zungen ragen die Landvorsprünge in den Sound.



Dann haben wir endgültig das Ende der Südinsel erreicht! Die bewaldeten Landzungen sind verschwunden, hier dominieren die typisch neuseeländischen Gras-Hügel mit „Dackelfalten“.


Dann verschwinden auch die, jetzt gibt es nur noch ein paar Felsen.


Wir haben das offene Meer erreicht! Es bleibt weiterhin ruhig und weitgehend sonnig, aber jetzt wird es zunehmend dunstiger. Die Nordinsel begrüßt uns mit Felsenküste – und gleich zwei Leuchttürmen!

Dann taucht Wellington auf, kommt immer näher …

Während wir in den Hafen einlaufen, macht sich das Schwesterschiff gerade zum Auslaufen bereit!

Wir sehen zu, dass wir zum Ausgang kommen – denn wenn wir eines gelernt haben, dann, dass man möglichst VOR allen anderen am Mietwagenschalter ist! Denn die Rückgabe ist zwar eine 1-minütige Angelegenheit, die Übergabe kann jedoch dauern … und wenn man da 5 Leute vor sich hat, steht man gerne mal ne halbe Stunde oder mehr.
Es läuft aber alles wie am Schnürchen,auch das Gepäck kommt – wie im Flughafen – auf dem Band angerollert und wir steigen in einen sauberen und mit ca.14.000 km ziemlich neuen Wagen. Nur – schon nach wenigen Kilometern leuchtet eine Lampe auf und ein Text erscheint „Change engine oil soon!“ Ziemlich ungewöhnlich bei einem Neuwagen …

Aber erst mal ins Hotel, Koffer abladen und dann die Stadt (zu Fuß!) erkunden! Denn morgen soll das Wetter schon schlechter werden – erste Vorboten des herannahenden Sturms!
Das Hotel ist schnell gefunden – aber das Zimmer macht uns erst Mal sprachlos! Die Ausstattung ist zwar völlig ok (wir haben sogar eine Waschmaschine mit Trockner) – aber es ist fast völlig finster im Raum und unerträglich heiß und stickig! Die Dunkelheit kommt daher, dass das Nachbargebäude nur ca. 3 m entfernt ist, die Stickigkeit, dass man das ohnehin nicht große Fenster nur 10 cm öffnen kann!

Eine Beschwerde an der Rezeption bringt nur Achselzucken, ein anderes Zimmer ist nicht frei – höchstens eines mit einem nur 1,40 m breiten Bett im Erdgeschoss. Man kann uns lediglich einen zweiten Ventilator anbieten, denn Klimaanlage gibt es nicht!
Weil das Zimmer leider nicht mehr storniert werden kann, müssen wir in den sauren Apfel beißen und eben so viel wie möglich draußen bleiben!

Und das tun wir auch gleich – es geht sofort los! Immerhin ist die Lage prima – mitten in der Stadt. Zur Haupt-Einkaufsstraße Lambton Quay sind es nur 5 Minuten, die Bergbahn ist quasi nebenan und zum Hafen kommt man zu Fuß ebenfalls in wenigen Minuten.
Die Nachmittagssonne vergoldet die Fassaden der viktorianischen Häuser, lässt die modern verspiegelten glänzen.


Unten am Wasser ist viel Betrieb  es ist Sonntag Abend, Kinder spielen in der Sonne, man macht es sich auf Bänken und auf dem Rasen bequem. Auch die Biergärten sind gut gefüllt.



Es gibt eine Menge Kunst zu bestaunen …

Wir schlendern zur Cuba Street – einer kleinen Fußgängerzone mit einer Unmenge an Kneipen!


So richtig fündig werden wir hier heute nicht, zu sehr auf Touristen ausgerichtet. Aber gleich um die Ecke finden wir ein kleines Pub mit einem kleinen Außenbereich, sehr gutem Bier und ausschließlich lokalem Publikum. Heute ist Pizza-Night, erfahren wir  und bestellen für nur 10$ eine richtig gute knusperdünne Pizza, den Belag konnten wir uns selbst zusammenstellen!

Nette Musik, gutes Essen, Leute gucken … was will man mehr an einem lauen Sommerabend in Neuseelands Hauptstadt!

Hier noch unsere heutige (Irr-)Fahrt:

 

Gedanken, Bemerkungen, Kommentare ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: