AUCKLAND – City of Islands

08./09. März
Nichts geht über einen blitzeblanken Morgen! 
Kein Wölkchen am Himmel, und die Sonne treibt einen schon zu (fast noch) nachtschlafender Zeit aus dem Bett.

Es ist Sommer in Neuseeland! Die Tage sind lang und hell – und wir wollen die drei allerletzten Tage hier noch richtig genießen!

Zunächst mit einem ausgiebigen Frühstück auf dem Balkon unseres Apartments in Mangonui, das spiegelglatte, in der Morgensonne fast goldene Wasser der Doubtless Bay direkt vor der Nase.


Wenig später rollert unser blaues Auto vorbei am blauen Motel und den inzwischen blauen blauen Wassern der Bucht unter ebenso blauem Himmel.


Schnell wird es allerdings grün, wir bewegen uns weg vom Wasser und durch Wiesen und Felder. Flüsse mäandern träge durch die Hügel. Wir haben eine ziemlich Strecke vor uns – von Mangonui bis Auckland sind es mehr als 300 km.


Trotzdem – wir können es nicht lassen! Umwege ziehen uns magisch an, und wer kann schon einem „Hibiscus Coast Highway“ widerstehen??? Hibiskus sehen wir zwar nicht, aber türkises Wasser und smaragdgrüne Wiesen, eingerahmt von dunkelgrünen Pinien.


Das war sozusagen das letzte Atemholen vor der Stadt – es folgte die Harbourbridge und das Gewusel des Berufsverkehrs. Mehrspurig ging es in die Stadt – wir mussten noch eine Tankstelle finden, denn unser Auto musste heute vollgetankt zurück gegeben werden. Drei- und vierspurig ging es über die Brücke, die Kulisse mit Auckland Tower und dem Yachthafen konnte nur ich als Beifahrerin genießen – der Fahrer musste höllisch aufpassen!


Tankstelle gefunden, Hotel ebenfalls – dem Navi sei Dank! – und auch der Mietwagen wurde schnell und problemlos zurück gegeben. Ab jetzt sind wir Fußgänger, denn Aucklands Innenstadt ist nicht groß, da kann man bequem alles zu Fuß abklappern.

Und das taten wir auch – unser Hotel lag ziemlich zentral, in wenigen Minuten war man am an den Piers, wo die Schnellboote zu den Inseln ablegen, und in Wynyard, der angesagtesten Ecke von Auckland, wo eine Kneipe neben der anderen am Wasser entlang aufgereiht ist.

Auch der Weg dort hin war einfach toll – man hatte die Qual der Wahl. Entweder am Wasser entlang …

…  oder durch kleine Passagen, die unglaubliche Überraschungen boten.


An den Pieren herrscht schon Abendstimmung – die Restaurants an Queens und Princes Wharf sind gut besucht, das Fährterminal schimmert rosa in der Abendsonne, Fähren legen in kurzen Abständen an und ab – sie verbinden die Stadt mit den auf Inseln und Halbinsel liegenden Vororten.


Etwas ziellos schlendern wir am Wasser entlang, genießen einfach die Stimmung. Ein flammender Himmel hinter dem Maritime Museum, lila-rosa Wolken und Wasser an der Princes Wharf und bunte Lichte in Wynyard …



Und auf dem Heimweg müssen wir aufpassen, dass wir den frisch lackierten knallroten Gitterstäben an den Werften nicht zu nahe kommen.

Der nächste Tag ist wie geschaffen für einen Insel-Ausflug! Eine Menge Inseln rund um Auckland sind schnell und bequem mit Fähren erreichbar, eine davon ist Rangitoto, eine kleine Vulkan-Insel. Dort wollen wir heute hin.

Unser Katamaran gleitet vom Anlegeplatz vorbei an dem futuristischen Hilton, das eine Prime Position direkt am Wasser hat. Vis-á-vis das nicht minder futuristische Fährenterminal.


Schnell lassen wir die Stadt hinter uns, freuen uns am wunderbaren Stadtpanorama.

Riesige Containerschiffe liegen im Hafen, im Hintergrund thront der Auckland Tower.

Wir passieren das Bean Rock Lighthouse – einer der ältesten Leuchttürme Neuseelands, 1871 errichtet und komplett aus Holz.

Rangitoto taucht in der Ferne auf – ein nahezu perfekter Vulkankegel! Die Insel ist fast rund, der 260m hohe Vulkankegel exakt in der Mitte.

Wir legen an – es geht durch ein Tor mit Maori Schnitzereien.Rangitoto ist Maori und bedeutet „blutiger Himmel“ – eine Anspielung auf die feurige Entstehung der Insel vor rund 600-700 Jahren.

Nach links kann man einige winzige Häuschen erkennen, Bachs, also kleine Ferienhäuser. Eigentlich darf niemand auf der Insel wohnen, sie ist Naturschutzgebiet. Aber diese Häuschen wurden schon Anfang des vorigen Jahrhunderts gebaut und nach jahrzehntelangem Ringen mit der Stadtverwaltung wurde beschlossen, dass die Eigentümer und deren Erben die Häuschen weiter nutzen dürfen.
Verkaufen dürfen sie allerdings nicht, auch nicht vermieten. Und es gibt weder Strom noch fließendes Wasser – also alles ziemlich naturnah.


Am liebsten würde ich einfach loslaufen, die Insel einmal umrunden – was man hier so erkennen kann, sieht echt verlockend aus!

Aber heute sind wir faul – wir wollen auf den Gipfel, und das geht entweder schweißtreibend per pedes (heute hat es fast 30°C!) oder bequem per Traktor.  Wir haben uns für den Traktor entschieden. Der hat einen Anhänger mit Bänkchen im Schlepptau und tuckert sehr gemächlich (und umweltfreundlich mit Gas) über die Wege aus Lava-Gestein. Blumen pflücken wäre problemlos möglich – es gibt aber keine. Die Vegetation ist einzigartig – es gibt kaum Erde, was hier wächst, muss enorm anpassungsfähig sein!

Unser Fahrer ist gleichzeitig Ranger und hat schon fast sein halbes Leben hier verbracht – er kennt quasi jeden Stein und jede Pflanze. Und er hat ein Herz für Fotografen – hält an besonders schönen und aussichtsreichen Ecken immer wieder an.

Wir holpern über Lava-Felder – was die Kinder zum Juchzen bringt und die älteren zum Stöhnen … die Bandscheiben …

Schließlich ist der Gipfel erreicht. Äääähhhmmm – nicht wirklich … Von hier aus geht’s jetzt über Treppen und Steige ca. 30 Minuten lang bergauf, bis zum Krater-Rand. (Wobei wir später feststellen, dass die 30 Minuten mindestens 10 Minuten stehen bleiben, staunen und fotografieren enthalten!)

Los geht’s! Und schon nach wenigen Minuten bleibt man einfach stehen – und schaut auf weitere kleine Inseln, die zum Teil mit Rangitoto über eine Brücke verbunden sind.


Läuft weiter – und bemerkt am Wegesrand immer wieder Fallen. Damit sollen Säugetiere wie Mäuse, Ratten – aber auch verwilderte Katzen  – gefangen werden, die den einheimischen Vögeln das Leben schwer machen. Auch Possums sind Feinde der einheimischen Vögel und Kleintiere.

Dann sind wir oben. Stehen am Krater-Rand – und der sieht total unspektakulär aus! Einfach eine Senke mit vielen Bäumen …

Noch ein paar Stufen weiter hat man dann aber einen Super-Rundumblick! Auf der einen Seite schaut man Richtung Auckland

Auf der anderen kann man bis zur Coromandel Halbinsel schauen!

Beim erneuten Blick Richtung Auckland war mein segel-begeisterter Mann plötzlich förmlich elektrisiert von den Groß-Seglern, die da im Hafen hin und her fuhren. Aber noch wussten wir nicht, was da dahinter steckte …

Es geht zurück zum Traktor und weiter über die Insel. Was hier so aussieht wie frisch umgepflügte fruchtbare schwarze Erde ist steinharte Lava! Eine Mitfahrerin erzählt, dass sie als junge Frau schon mal hier war – und die Insel damals, vor ca. 50 Jahren, noch recht kahl war. Heute macht sie einen durchaus fruchtbaren Eindruck!

Ein weiterer Leuchtturm warnt vor den Gefahren durch unzählige kleine Inselchen und Klippen.
Die langsame Zuckelfahrt gibt Gelegenheit für Fotos und Blicke übers Wasser Richtung Auckland.


Obwohl wir 8 km Luftlinie von der Stadt entfernt sind, wirkt sie an manchen Stellen zum Greifen nah!

Schließlich ist die Runde beendet, wir sind wieder am Pier – haben aber noch ein paar Minuten Zeit, um auf eigene Faust herum zu laufen. Im seichten Wasser haben sich Mangroven angesiedelt – das Wasser ist glasklar.


Wenig später legt die Fähre ab und bringt uns in ca. 20 Minuten zurück in die Stadt. Am Horizont ziehen indessen tiefschwarze Wolken auf …

Es dauert nur Minuten bis es blitzt und donnert und ein heftiger Schauer nieder geht! Da sind wir allerdings schon im Trockenen, im Hotel und überlegen, was wir morgen machen. Die Basstölpel-Kolonie in Muriwai wollten wir gerne noch mal sehen – vor 2 Jahren zogen dort Tausende der eleganten Vögel ihr Jungen auf, ein tolles Spektakel! Nur – da kommt man nur mit einem Auto hin – und das hatten wir nicht mehr.
Ein kurzer Blick ins Internet – einen Wagen für einen Tag zu mieten, ist nicht teuer und schnell gebucht.

Zum Essen geht’s wieder ans Wasser – vorbei an total entspannten Menschen, die es sich auf Sitzsäcken gemütlich gemacht hat. Es gibt unzählige solcher kleinen Oasen in der Stadt.

Es dauert nicht lange, dann sitzen auch wir entspannt da.

Am Princes Wharf haben wir mit unglaublich viel Glück einen Platz bei Culpeppers ergattert – auf einem gemütlichen Sofa im kleinen Vorgärtchen. Ideal, zum Leute gucken und ein Bier zu trinken. Nicht ganz so ideal zum essen, weil Sofa und Tisch ziemlich niedrig sind. Aber da das Essen wirklich gnadenlos lecker ist und das Lokal brechend voll, schaut man über so was locker hinweg. Und genießt einfach nur …

Nicht viel später finden wir raus, was es mit den Großseglern auf sich hat, die wir heute Nachmittag im Hafen kreuzen sahen. Wir folgen der ziemlich lauten Musik, die von Wynyard her schallt – und stehen plötzlich vor einer Live-Bühne. Da wird nicht nur fetzige Musik gespielt – ein Leuchtbanner über der Bühne klärt auf, dass genau an diesem Wochenende das Volvo Ocean Race stattfindet!


Dieses Rennen ist legendär – es geht über mehrere Monate und praktisch alle Kontinente und Weltmeere. Gestartet sind die Boote im Oktober 2017 in Alicante, beendet wird es am 30. Juni 2018 in Den Haag. Und ausgerechnet morgen findet das In-Port Race, das Rennen im Hafen von Auckland, statt!

Die Stimmung ist gigantisch, der Yachthafen hell beleuchtet, ringsherum ist schwer was los.

Das gemeine Volk feiert und tanzt ausgelassen zur Live-Musik, man futtert Hamburger und trinkt aus Plastikbechern. Die oberen – na sagen wir mal – paar Hundert dinieren auf ihren dicken Yachten, bewacht von Sicherheitsleuten …

Wer hier wohl mehr Spaß hat???

Den heutigen Ausflug gibt’s auch im Video: https://www.youtube.com  – wie immer vor dem Anschauen unten rechts bei den Einstellungen auf 1080pHD wechseln!

So sind wir von Mangonui (Doubtless Bay) nach Auckland gefahren:

Und hier die heutige Fährstrecke übers Wasser:

3 Kommentare zu “AUCKLAND – City of Islands

  1. Ein wunderschöner Ausflug! Und dazu hattet ihr auch noch gleich dreimal Glück: einmal mit dem Wetter, dann mit dem Sitzplatz bei Culpeppers, und last but not least mit dem Volvo Ocean Race 🙂

  2. Ein schöner Ausflug auf die Insel habt ihr gemacht. Habe mich noch gefragt wo das Foto ganz oben aufgenommen wurde, es ist sehr schön.

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