AUCKLAND – City of Sails!

10. März
Wir hatten einen echtes Dilemma heute – einerseits hatten wir einen Mietwagen gebucht und wollten nach Muriwai, zur Basstölpel-Kolonie. Das liegt so 40km von Auckland entfernt …

Andererseits sollte ab 14:30 Uhr das In-Harbour Race der Großsegler stattfinden. Und das wollte mein Mann um keinen Preis verpassen!

Da gab’s nur eines – früh los ziehen!

Zunächst per pedes – die Innenstadt von Auckland ist nicht wirklich groß, hat allerdings den Nachteil, dass es ganz schön rauf und runter geht! Bis wir in der Victoria Street bei der Autovermietung sind, schnaufen wir schon heftig, denn es ist auch heute wieder ziemlich warm.

Mit einem ziemlich kleinen Auto fahren wir los – und weil Samstag war, sind die Straßen erfreulich leer. Es geht über kleine Dörfer durch eine ruhige Sommerlandschaft Richtung Küste. Und dieses Mal verfahren wir uns nicht!

Im Gegensatz zum letzten Mal ist der Parkplatz voll belegt – wir erfahren, dass ein Sportfest stattfindet. Viel zu sehen ist allerdings nicht, der erste der beiden Strände ist praktisch menschenleer, nur am zweiten tut sich etwas.


Aber wir sind nicht wegen der Strände hier, wir wollen die Gannets, die Basstölpel sehen! Die leben hier auf einem kleinen felsigen Kap und ziehen ihre Jungen auf. Schon lange, bevor man sie sieht, riecht man sie – der Ammoniak-Duft ist mehr als durchdringend!

Leider ist es heute nicht so ruhig und beschaulich wie 2015, es hat sich offenbar inzwischen herumgesprochen, was es hier zu sehen gibt. Ein größerer Bus mit asiatischen Touristen kommt kurz nach uns an – und es beginnt ein Gefuchtel mit Selfiesticks, das einem fast unmöglich macht, in Ruhe zu beobachten. Zum Glück haben es solche Gruppen meistens recht eilig – wenn man einfach mal ein Viertelstündchen wartet, wird es oft wieder etwas ruhiger.

Das Brutgeschäft ist allerdings dieses Jahr schon weitgehend beendet, die Jungen sind schon ziemlich groß und etliche bereits flügge. Nur wenige weiße wuschelige Federknäuel sitzen noch herum und warten auf Fütterung.

Allerdings sind auch die Halbstarken durchaus noch an der elterlichen Versorgung interessiert und plagen die Eltern ganz schön!

Basstölpel sind wunderbare Flieger und Segler – ich könnte ihnen stundenlang zuschauen!


Aber sie sind auch einfach wunderschöne Vögel – mit einem perfekten Augen-Makeup,, das jeden Stylisten zum Staunen bringt!

Weil noch mehr auf der heutigen Tagesordnung steht, überlassen wir die Vögel der nächsten chinesischen Busladung und machen uns auf den Rückweg. Auto abgeben – und dann zu Fuß runter Richtung Yachthafen.


Der ist im relativ jungen Wynyard Quarter – ein noch in der Entwicklung befindlicher Stadtteil, der erst bis 2030 komplett fertig gestellt sein soll. Noch dominieren Baukräne das Stadtbild – aber schon jetzt ist es DIE Ausgeh-Ecke Aucklands!

Unzählige Restaurants und Pubs, alle mit Blick auf Wasser und Segelboote. Und alle praktisch rund um die Uhr gut besucht.




Wir kämpfen uns durch bis zum Ende des Princes Wharf, dort haben sich inzwischen hunderte von Schaulustigen versammelt und starren gebannt auf’s Wasser. Jetzt sehen wir sie auch – eine Handvoll riesiger Segelboote, die vor der Harbour Bridge kreuzen!

Besonders viel Wind haben sie nicht heute – aber dank riesiger Segelflächen kommen sie doch ganz flott voran.

Das Volvo Ocean Race ist eine der längsten und härtesten Segel Regatten der Welt und findet seit 1973 alle paar Jahre statt.

Am diesjährigen Rennen nehmen 7 Boote aus ebenso vielen Ländern teil. In insgesamt elf Etappen umrunden sie seit Oktober 2017 den Erdball, passieren  vier Mal den Äquator und umfahren sowohl das Kap der Guten Hoffnung in Afrika, wie auch das Kap Leeuwin in Australien sowie das Kap Hoorn in Südamerika – allesamt Südspitzen der jeweiligen Kontinente. Am 30. Juni 2018 wird das Rennen in Den Haag endgültig enden.

Was uns neben der sportlichen Leistung schwer beeindruckt, ist das Motto des diesjährigen Rennen „Clean Seas! Stop the Tide on Plastics!“ Nicht nur alle teilnehmenden Boote trugen einen entsprechenden Aufdruck, auch das gesamte Rahmenprogramm befasst sich mit der enormen Verschmutzung von Meeren, Flüssen und Seen.

Kioske, wo man kostenlos Wasser zapfen kann, ermutigen, auf Einwegflaschen zu verzichten und farbenfrohe Mülleimer fordern zum Recycling und zur Mülltrennung auf.


Die Regatta ist zu Ende, die Boote laufen in den Hafen ein – und wir haben Gelegenheit, uns diese Hightech-Geräte ganz aus der Nähe anzuschauen!


Wenn man so auf die Boote runter schaut, kann man sich kaum vorstellen, dass da bis zu 11 Menschen fast ein Jahr lang hausen und über die Weltmeere fahren können. Wobei das „bis zu“ vom Geschlecht der Crew abhängt – es dürfen entweder 7 Männer oder 11 Frauen an Bord sein – oder auch diverse Kombinationen aus Männern und Frauen. Wen’s interessiert – hier die möglichen Kombinationen volvooceanrace.com/Crew-rules.

Uns interessieren allerdings die Boote mehr als die Crews.



Ein nackter Rumpf schwebt hoch über uns (ich hielt ihn zunächst für ein abstraktes Kunstwerk, irgendeine Skulptur) – allein das Schwert ist höher als manches Haus!

Und weil’s so schön ist hier, bleiben wir einfach da. Schauen zu, wie es langsam dämmrig wird, sich der Bootsrumpf golden färbt.

Finden wieder ein lauschiges Plätzchen am Wasser und freuen uns über ein kühles Bier – und später ein wieder unglaublich leckeres Essen. Genießen einfach unseren letzten, allerletzten Abend in Auckland, in Neuseeland.

Sind fasziniert von den Spiegelungen an der Fassade des Maritime Museum.

Und auch nochmals wirklich beeindruckt von den Ausmaßen eines Segelbootes.

Da ich die bisher ausschließlich im Wasser gesehen habe, hab ich mir noch nie Gedanken gemacht, was da so unter der Oberfläche ist – aber mich oft gewundert, dass die Dinger mit den riesigen Segeln nicht öfter umkippen …

Jetzt hab ich wirklich was dazu gelernt!

Der Himmel gibt noch mal sein Bestes – verspricht rosarote Zeiten …

Wir nehmen Abschied von Auckland – noch nicht vollständig, denn morgen haben wir fast noch den ganzen Tag zur Verfügung – aber diese Abendstimmung werden wir so nicht mehr erleben.

Den Hafen, die Segel, das Flair … Unser dritter Besuch in Auckland war auch der mit Abstand schönste – Stadt und Umgebung haben durchaus Suchtpotenzial!

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