Märkte, Monumente – und das Taipei 101

Heute ging’s wirklich kreuz und quer durch die Stadt – die übrigens sowas von blitzsauber ist, dass man gar nicht glauben kann, in Asien zu sein!

Mit dem Stadtplan in der Hand klapperten wir die eindrucksvollsten Highlights der Stadt ab, was dank sehr gut ausgebautem U-Bahn-Netz relativ einfach ist. Noch nie zuvor fiel es uns so leicht, sich in einer asiatischen Großstadt zurecht zu finden.

Allerdings muss man auch dazu sagen, dass die wirklich sehenswerten Highlights der Stadt an maximal zwei Händen abgezählt werden können …

Aber bevor es los geht,  noch ein paar Sätze zum vergangenen Abend. Die riesige Fußgängerzone in Ximending – direkt vor unserer Tür – ist ein einziges Shopping- und Futter-Paradies!

Und das kosteten wir aus – erst ein Bier in einer angesagten Bierbar, wo es taiwanesische Craft Beers gibt, dann durch die Straßen und Gassen schlendern, irgendwo was essen und später noch Nachtisch von einem Straßenstand. Die Taiwanesen scheinen alle einen süßen Zahn zu haben – überall gibt es sündhafte Kalorienbömbchen! Hauchzarte frisch gebackene Waffeltörtchen mit Schokolade und sticky rice – ich war im 7. Nachtischhimmel!

Noch einem Straßenkünstler zugeschaut – schon erstaunlich, was man mit einem schlichten Reifen alles machen kann …

….dann holte uns der Jetlag aber echt ein- schon kurz nach 21 Uhr lagen wir im Bett und schliefen wenig später wie die Murmeltiere. In Neuseeland war es immerhin schon 5 Stunden später!

Aber dank einer asiatisch festen Matratze (die Kiwis schlafen alle auf wolkenweichen Matratzen – nix für ältere Bandscheiben!) waren wir schon wieder früh fit. Ein chinesisch angehauchtes Frühstück (wunderbare kleine Teigtaschen mit würziger Füllung, scharfer Ingwertee, kräftige Congee – aber auch Croissants und Joghurt, Rührei und Mehrkorn-Brötchen) machte uns fit für Tag zwei.

Zuerst ging’s nur mal kurz um die Ecke, zu Zhongshan Hall.Das Gebäude im spanisch-maurischen Stil wurde von den Japanern in den 1920ern als Rathaus errichtet – uns gefiel vor allem die Decke der Eingangshalle.

Nächstes Ziel war die Chiang Kai-Shek Memorial Hall – nur wenige U-Bahnstopps entfernt, allerdings mit einmal umsteigen, von der grünen in die rote Linie. Da hier aber alles unglaublich gut beschildert ist, kann man sich im Grunde weder verlaufen noch verfahren.

Die U-Bahn-Station war schon wieder ein „WOW!“ – eine Bildergalerie zierte den langen Weg zum Ausgang! Die unzähligen gerahmten Kunstwerke schienen ohne jegliche Sicherung zu sein – aber es gibt hier weder beschmierte Wände noch sonst irgend eine Form von sichtbarem Vandalismus. Die wirklich sehenswerten Kunstwerke sind vermutlich Teil des derzeitigen Art-Festivals, vielleicht aber auch nur „Urban Art„. Wir fanden es toll!

Kaum wieder im Tageslicht, ging das Staunen weiter. Wir standen vor dem Nationaltheater, ein echt theatralischer und sehr imposanter Bau!

Links daneben das Haupttor der „Großen Zentralität und perfekten Geradheit“ – ein Traum in Weiß und Blau (warum muss ich da gerade an Bayern denken ???

Direkt gegenüber die Konzerthalle …

Und rechts dann – endlich – die Chiang Kai-Shek Gedächtnishalle!

Noch ein Blick zurück …


Dann wollen wir eigentlich zügig zum größten Markt der Stadt – immer noch in der Hoffnung auf ein bisschen Zitronengras und Kaffirlimetten-Blätter. Aber irgendwie landeten wir stattdessen in einem märchenhaften, richtig verwunschenen Park, umgeben von einer Mauer.

Mit einem Teich, in dem Wasservögel und Schildkröten leben.

Und einer Gruppe Fotografen, die ihre Kameras mit riesigen Teleobjektiven alle auf eine ziemlich unscheinbare Pflanze ausgerichtet haben. Auf Nachfrage erfahre ich, dass sie auf einen seltenen Vogel warten, der ausschließlich den Nektar genau dieser Pflanze mag. Und – dass sie schon fast den ganzen Morgen hier herum stehen …

Ringsum beginnen gerade die Azaleen zu blühen – Taipei ist berühmt für die unzähligen Sorten von Azaleen, die im Frühling hier blühen, Anfang April findet alljährlich ein großes Azaleenfest statt.

Schließlich reißen wir uns los von der friedlichen Idylle und suchen durch den Säulengang einen Weg hinaus auf die Straße.

Nur eine Straße weiter finden wir die dreistöckige Markthalle des Nanmen Markets – die größte in Taipei. Wir hoffen immer noch auf Kaffirlimetten & Co. – aber obwohl der Markt zweifellos riesig ist, kann er mit den thailändischen nicht mithalten. Okay – es ist hier alles ganz entschieden sauberer, hier steht weder schmierige Brühe auf dem Boden noch laufen einem Ratten über die Füße (beides ist in vielen Märkten in Thailand völlig normal), auch sind Fleisch und Fisch gekühlt.
Aber das Angebot ist bei weitem nicht so üppig wie in Thailand oder Malaysia.

Was uns allerdings wirklich erstaunt, sind die Würste und Schinken, die es hier gibt! Und die sehen sogar zum Anbeißen lecker aus!

Allerdings sind wir im Moment nicht wirklich hungrig – und mitnehmen können wir diese Delikatessen auch nicht! Also wieder in die Metro und weiter, dieses Mal mit der Red Line …
Nicht viel weiter, nur 4 Stationen, dann sind wir am ehemals höchsten Gebäude der Welt – dem Taipei 101. Inzwischen ist es zwar nur noch das 5.-höchste – aber mit über 500 m immer noch ziemlich hoch!

Wir überlegen, ob wir wirklich hoch zur Aussichtsplattform sollen – die Sicht ist heute leider miserabel! Und der Eintritt nicht gerade billig – 600 NT$ (ca. 16,60€). Mit unserem 3-Tage Metro Pass bekommen wir allerdings 10% Ermäßigung – und mein Mann will unbedingt mal den größten Schwingungsdämpfer der Welt sehen, der dort oben im 89. Stockwerk hängt und das Gebäude erdbeben- und sturmsicher machen soll.

Auf dem Weg zum Eingang kommen wir an einem der unzähligen Open Air Kunstwerke vorbei – wunderschön bunt, leider gibt es die Erläuterungen nur auf chinesisch.

Dann geht es rein ins Gebäude – und man landet erst mal im Shopping Paradies! Wenn man auf Edelmarken steht, ist man hier goldrichtig – uns beeindruckt eher die Architektur.

Über diverse Rolltreppen erreichen wir den 5. Stock – von hier aus kommt man mit dem Aufzug zum Ticket-Office für das Observatory. Hier ist einiges los – etliche große Reisegruppen stehen herum und der Lärmpegel ist hoch. Eine freundliche junge Dame versichert uns, die Wartezeit sei nicht länger als 10 Minuten, wir kaufen ein Ticket. Und reihen uns ein in eine scheinbar endlose Schlange …

Wir sind weit und breit die einzigen westlichen Touristen und werden ständig freundlich gegrüßt und bestaunt. Es geht erstaunlich zügig voran – und tatsächlich stehen wir schon nach weniger als 10 Minuten vor dem Lift.

Der bringt uns in gerade mal 39 Sekunden in den 89. Stock – und der liegt 390 m über dem Straßennivau! Außer einem Druck in den Ohren merkt man überhaupt nicht, dass sich der Lift bewegt. Oben angekommen klettern wir noch ein paar Treppen weiter hoch, bis zum Open Air Observatory. Hier hat man allerdings heute – leider – praktisch keine Sicht – es ist einfach zu diesig! Und die nicht gerade sehr sauberen Schutz-Scheiben tragen auch nicht zu einem besseren Blick bei!

Zum Dämpfer geht es wieder nach unten, in den 89. Stock. Hier hängt die riesige vergoldete Stahlkugel, die Schwingungen durch Stürme oder Beben abfangen soll. 5 m Durchmesser, 16 Stahlseile von je 8 cm Dicke halten ihr Gewicht von 660 Tonnen von oben, unten ruht sie auf 4 hydraulischen Füßen.

Wir sind gebührend beeindruckt – fast eine Stunde bleiben wir hier oben. Auch wenn man nicht wirklich so viel von der Aussicht hat – es ist einfach toll hier oben!

Wieder unten, geht’s zurück ins Hotel – aber obwohl hier überall Fahrrad-Stationen sind, nehmen wir doch lieber die Metro!

Eine kleine Verschnaufpause – dann geht’s nochmal los – erneut ein Zug durch die riesige Fußgänger-Zone. Es ist schon toll, gemütlich schlendern zu können, ohne von rücksichtslosen Mopeds & Co. ständig bedrängt zu werden. Eine echt entspannte Atmosphäre herrscht hier!

Wir wandern zum „Red House„, das 1908 von den Japanern erbaut wurde und heute DAS Kulturzentrum Taipeis ist, mit einem Theater und einer Menge Handwerker-/Künstlershops im Erdgeschoss. Hier werden die letzten Mitbringsel erstanden …

Völlig ziel- und planlos geht es ein Weilchen einfach durch Straßen und Gassen. Dabei sehen wir immer wieder faszinierendes: Ein Friseur, der gleichzeitig Café ist, Reklametafeln, die die Umgebung spiegeln, ein Tatoo-Shop, wo man den Sticheleien zusehen kann …

Garküchen gibt es reichlich – und auch völlig neue Arten der Essenszubereitung. Z.B. mittels Bunsenbrenner!


Hinter dem Red House sind mehrere nette Biergärten – in denen es natürlich auch Wein und diverse Cocktails gibt, aber nichts richtiges zu essen, nur kleine Snacks. Die Lösung: Man holt sich aus einer der umliegenden Garküchen was Leckeres und setzt sich dann gemütlich mit seinem Bier etc. hier hin.
Was erst auf den zweiten Blick auffällt – hier ist man mitten in der Schwulen- und Lesbenszene der Stadt! Überall gleichgeschlechtliche Pärchen – aber die Hetero-Gäste werden genauso herzlich und freundlich bewirtet, wie die aus der eigenen Szene!


Ein lauer Frühlingsabend, ein kühles Bier und ein paar Leckereien – hier könnten wir’s gut noch eine Weile länger aushalten!

Wer statt Fotos lieber ein Video anschaut – hier sind bewegte Eindrücke von Taipei:

Die heutige Stadt-Erkundung:

 

2 Kommentare zu “Märkte, Monumente – und das Taipei 101

  1. Oh – da wünsche ich euch viel Spaß und gutes Wetter!
    Wenn ihr ein bisschen mehr Zeit habt und die Sicht gut ist, unbedingt auch mit der Seilbahn Maokong Gondola auf den Berg fahren. Fährt täglich, außer Montag, von 9:00-21:00 Uhr und dort oben muss es wirklich wunderschön sein!
    Falls ihr euch eine Kmbi-Metrokarte zulegt (damit könnt ihr auch den Expresszug vom Flughafen aus benutzen), bekommt ihr Gutscheine für diverse Vergünstigungen, darunter auch verbilligte Tickets für die Gondola und das Taipei101.

  2. Danke für den schönen Bericht. 🙂 Schöne Einstimmung auf unseren Stop im November.

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