Straße durchs Meer

27. Juni – Ålesund-Kristiansund-Molde
Atlantikstraße, Straße des Meeres, Bauwerk des Jahrhunderts, schönste Straße der Welt …

An Superlativen wird nicht gespart, wenn von der Norwegischen Landschaftsroute Atlanterhavsvegen die Rede ist.

Seit ich Fotos davon gesehen hatte, wollte ich diese Straße mal mit eigenen Augen sehen, sie befahren – und heute war es so weit!

Bei strahlender Sonne (und natürlich erst nach einem mehr als üppigen Frühstück mit einem letzten Blick auf Hafen und Stadt in Ålesund) ging’s früh los. Die Straße führte zunächst zwischen Bergen hindurch. Hier sind etliche Skigebiete, Wegweiser am Straßenrand verwiesen immer wieder auf Loipen und Lifte.


Aber das Wasser ist hier auch nie weit weg – und schöne Brücken gibt’s hier überall!

Wo der Weg über’s Wasser nicht möglich ist, geht’s mitten durch – auch heute gab es wieder eine Fähre. Von Vestnes bis Molde braucht sie eine ganze Weile – nicht nur, weil die Strecke recht lang ist.


Die Fähren suchen sich zwar zügig, aber sehr vorsichtig, ihren Weg, denn hier wimmelt es nur so von kleinen und kleinsten Inseln, Felsen, Riffen. Deshalb schlägt der Wasserweg einen riesigen Bogen – für uns eine tolle Gelegenheit, ganz entspannt die fantastische Szenerie im Morgenlicht zu genießen.



Bei der Anfahrt auf Molde bekamen wir auch gleich einen ersten Eindruck von unserem Hotel für die nächsten beiden Tage – das Scandic Seilet liegt wie ein gigantisches Segelboot am Ufer! Seit 2002 steht es hier, 82 m ragt es empor und ist ein markantes Wahrzeichen Moldes geworden.

Die Fähre setzt uns ab, und wir machen uns auf den Weg weiter nach Norden. Bald sind wir an der Küste, die hier stark zerklüftet ist und alle paar Meter Anlass für eine Vollbremsung gibt – es ist einfach umwerfend malerisch hier!

 

Zum Glück ist fast kein Verkehr auf der schmalen Straße – man kann also auch einfach mal irgendwo kurz stehen bleiben, um zum Beispiel ein liebevoll und leicht skurril ausstaffiertes Wartehäuschen zu bestaunen!

Oder sich zu fragen, wie man auf so einem kargen Stückchen Land eigentlich leben kann? Und wovon?


Oder einfach einem kleinen Boot zuschauen, wie es auf den sanften Wellen tanzt …

Dann geht’s aber los mit der Atlantikstraße – Infotafeln geben jede Menge Informationen.

Wir kommen zur ersten Brücke – die schwingt sich abenteuerlich hoch empor!

Von der anderen Seite aus sieht es nicht mehr ganz so imposant aus.

Hier gibt es einen Parkplatz, von dem aus man sich die Brücke noch mal in Ruhe anschauen kann.

Und einen wirklich hübschen kleinen Rundweg, der tolle Blicke über die wilde Landschaft aus Fels und Meer bietet.





Leider ist die Straße wirklich sehr kurz – manche fahren sie deshalb mehrfach, um sie wirklich voll auszukosten, denn von den restlichen 6 der 7 Brücken bekommt man gar nicht sooo viel mit. Wir fahren aber weiter.

Es geht weg vom Meer, durch eine idyllische Sommerlandschaft mit verträumten Seen und Fjorden.




Kristiansund ist unser nördlichstes Reiseziel. Zwar werden wir hier nicht übernachten, sondern zurück nach Molde fahren – aber ein Stadtbesuch muss doch sein. In die Stadt kommt man von der Atlantikstraße aus nur durch den Atlanterhavstunnelen, und der ist mautpflichtig. Während die Mautzahlungen bisher stets im unteren einstelligen Eurobereich gelegen haben, wird hier kräftig zugelangt – rund 20€ kostet uns die Tunneldurchquerung!

In Kristiansund angelangt, verlassen wir uns erst mal auf den Dumont-Reiseführer, der empfiehlt, bei einem Fischlokal zu parken. Das Lokal finden wir zwar auf Anhieb – und sind auch vom blauen Nachbarhaus und der daneben liegenden Werft – hier wird gerade ein alter Segler restauriert – ganz angetan.


Aber – bis zum Zentrum und Hafen sind es fast 2 km! Das ist uns der günstige Parkplatz dann doch nicht wert – wir fahren rein in den Ort. Hier sind wir mehr im Geschehen – aber das hält sich in sehr engen Grenzen!

Zwar gibt es ein paar nette Boote …

… und natürlich auch das Klippfischweib und ein Fischerjunge (Kristiansund ist Klippfischstadt!)

Eine schöne alte Uhr und ein etwas merkwürdiges Minen-Denkmal.

Aber das war’s dann auch schon mit den Sehenswürdigkeiten. Statt weiter Pflaster zu treten, setzten wir uns in ein Straßencafé in die Sonne. Guten Kuchen gibt es hier auf jeden Fall!

Ein letzter Blick von einer Brücker über den Hafen und die Stadt – dann sind wir auf dem Weg nach Molde.

Der Rest der Fahrt ist eher unspektakulär, es geht durch Wiesen und Felder, ständig begleitet von einem durchdringenden Geruch nach Gülle. Hier wird – offenbar in Erwartung von Regen – überall heftig gedüngt!

In Molde sind wir seeeeehr gespannt auf das Hotel! Weil wir dem Kundenprogramm der Scandic Hotels beigetreten waren, bekamen wir eines der wenigen Balkonzimmer ganz an der Spitze des „Segels“ – und waren absolut hingerissen!

Der Balkon hängt förmlich über dem Fjord – man fühlt sich wie am Bug eines Schiffes.

Und der Blick war einfach unglaublich – ein 180°-Rundumblick! Rungsherum das Wasser des Romsdalsfjords, auf der anderen Seite die schneebedeckten Gipfel der Romsdalsalpen! Im Fjord herrscht reger Fährenverkehr – alle 15 Minuten kommt eine Fähre vorbei.



Ach ja – und das Zimmer selbst war auch sehr nett, gemütlich, kuschelig .. Und hatte – abgesehen von der Glasfront zum Balkon – noch ein weiteres Fenster mit Aussicht.

Auch die Lage ist super – am Wasser entlang führt ein Fußweg in ca. 10 Minuten in die Stadt, wo es eine Menge Restaurants gibt. Etliche davon bieten Plätze im Freien an, der Abend war warm – es gab also Abendessen al fresco!

Ein gemütlicher Bummel zurück, mit hübschen Fotomotiven.



Und dann einfach nur bei einem Bier auf dem Balkon den Abend genießen. Und die Aussicht.

Und den Hurtigruten zuschauen, die den Hafen ansteuern.

Und sich einfach freuen über einen wunderbaren Tag!

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