Gaaaanz entspannt …

… ging’s gestern Abend los.

Das Shuttle war pünktlich, die Autobahn trocken und frei – nur beim Einchecken stockte es etwas. Wir waren um 19 Uhr genau in den Schichtwechsel bei der Lufthansa geplatzt und eine ganze Weile ging so gut wie gar nichts.

Die wenigen verbliebenen Damen am Check-in beschäftigten sich gefühlte Ewigkeiten mit einzelnen Passagieren, führten endlose Telefonate, nichts ging voran. 

Die Schlange war endlos, die Leute sauer und gereizt – die Erklärung dafür war letztlich, dass es wegen Schnee und Glatteis am Sonntag Flugausfälle gegeben hatte und etliche Passagiere in Frankfurt gestrandet waren.

Warum jetzt ausgerechnet am Check-in deren Probleme gelöst und Hotels gebucht werden mussten, versteht wohl nur die Lufthansa! Eigentlich müsste es für derartige Problemfälle eine eigene Anlauf- und Service-Stelle geben – ich konnte durchaus verstehen, dass da einige Leute richtig sauer wurden, weil sie ewig nicht einchecken konnten.

Schließlich war das dann aber doch geschafft und wir steuerten die Lounge an. Die ist zwar nicht gerade umwerfend und müsste dringend mal renoviert werden, aber die alten Ledersessel sind durchaus bequem.

Beim Essen schwächelte es allerdings gewaltig – die Auswahl war minimal und etwas merkwürdig. Z.B. Chicken Ossobuco – da sträubt sich bei mir alles! Die Getränkeauswahl war dafür recht ordentlich und auch für Süßschnäbel gab es so einiges …

Jedenfalls wird einem die Wartezeit hier nicht lang und zum Gate war’s auch nicht weit. Das Boarding ging recht flott – ein kurzer Blick vom Ganz auf die Nase unseres Fliegers …

Dann durften wir zum ersten Mal das kleine Treppchen ins Obergeschoss hinauf steigen! Die kleine Kabine mit nur 8 Sitzreihen ist hell und luftig und wir waren auf Anhieb begeistert von unseren geräumigen Sitzen.

Dieter konnte sich gaaanz bequem ausstrecken – selbst mit seinen langen Beinen hatte er mehr als genug Platz!

An den Fuß-Ablagen hing eine eingerollte Matratze und eine sehr kuschlige Steppdecke lag bereit. Für Komfort war also bestens gesorgt. Und ein kleines Amenity-Kit gab’s natürlich ebenfalls – ein witziger Stoffbeutel mit Weihnachtsmotiv, einem kleinen Glöckchen dran und gefüllt mit dem Üblichen (Zahnbürste, Ohrenstöpsel, Socken, Augenklappen und Hautcreme). Außerdem gab’s Pantoffeln und später sogar noch ein Schlaf-Shirt!

Und wir wurden auch gleich bestens versorgt – unsere super-freundliche Flugbegleiterin Frau K. kredenzte zunächst Winzersekt und Orangensaft mit Minze, noch bevor wir abhoben (und flüsterte mir gleich zu, es würde später noch besser werden, sie hätten heute einen tollen Champagner an Bord!)

Mit leichter Verspätung ging’s los, kaum hatten wir die Reiseflughöhe erreicht, kam der versprochene Champagner, begleitet von Salzmandeln.

Der begleitete uns dann auch noch durch die Vorspeise – Jakobsmuscheln und Scampi.

Und weil ich nicht viel Hunger hatte und auf den Hauptgang verzichtete (Dieter probierte Gänsebraten mit Rotkohl und Klößen), blieb ich auch bis zum Dessert dabei.

Es war inzwischen schon nach Mitternacht, zum Schlafen hatte ich bequeme Leggings angezogen, ein dünnes Shirt (die Kabine war total überheizt) und dann ging’s ans Betten machen. Sitz flach stellen, Matratze drauf, fluffiges Kissen untern Kopf, in die Steppdecke kuscheln – und dann den 11-Stunden-Flug größtenteils einfach verschlafen ….

Erst knapp 2 Stunden vor der Landung wurde ich wieder wach, das Frühstück war eher ein Mittagessen, denn es war schon nach 14 Uhr Ortszeit.

Beim Anflug auf Hongkong konnten wir die nagelneue Hongkong-Macau Brücke sehen, die mit fast 55 km Länge die derzeit längste Seebrücke der Welt ist.

Der Chep Lak Kok Flughafen ist riesig, aber gut organisiert. Zwar mussten wir zunächst mit einem kleinen Shuttle-Zug zu einem anderen Terminal fahren, aber das ging blitzschnell. Ebenso schnell waren wir durch die Immigration, auch unser Gepäck war gleich da und dann rollten wir unsere Koffer Richtung Airport Express. Der Zug ist die eindeutig schnellste Variante, in die Stadt zu kommen.

Der Flughafen war in festlicher Stimmung – ein Kinderchor sang Weihnachtslieder!

Wir versorgten uns mit Bargeld am Automaten und einer Octopuscard für Senioren an der Information direkt vor dem Haltepunkt des Airport Expresses. Die Octopuscard ist weit mehr als nur eine Fahrkarte – man kann mit ihr auch in diversen Läden bezahlen, sie ist wiederaufladbar und bringt jede Menge sonstige Vorteile und Ermäßigungen mit sich. Der für uns wichtigste – mit unserer Seniorenkarte zahlen wir nie mehr als 2 HK§ (ca. 0,20€) für die öffentlichen Verkehrsmittel!

Der Airport Express brachte uns in 24 Minuten zum Kowloon Bahnhof, dort stehen (kostenlose) Shuttlebusse, die einen in 15-20 Minuten-Abständen zu den größeren Hotels bringen. Unseren Bus – K2 – hatte ich schon vorab recherchiert, er stand bereits da – also Koffer unten rein gepackt, eingestiegen und gleich ging’s los. Rushhour … für die rund 500 m bis zum Salisbury YMCA, wo wir die nächsten 4 Nächte bleiben, dauerte es rund 20 Minuten.

Die Busse fahren verschiedene Hotels in einer festgelegten Reihenfolge an – halten nicht immer direkt am Hotel, man muss sich also vorher ein bisschen schlau machen. Wir hatten’s leicht – mussten nur ein Stück die Straße runter, dann konnten wir quasi durch den Hintereingang ins Salisbury YMCA rein.

Das Salisbury ist eine Legende – ursprünglich eine christliche Jugendherberge, es wurde aber wegen der moderaten Preise und der unschlagbaren Lage direkt am Hafen und gegenüber vom Starferry-Pier dermaßen beliebt, dass es praktisch immer ausgebucht ist. Inzwischen wurde es modernisiert, die Mehrbettzimmer sind normalen Doppelzimmern gewichen (die auch nicht sonderlich luxuriös sind!) – aber es ist nach wie vor heiß begeht.

Wir haben ein schlichtes Doppelzimmer ohne Hafenblick, nix besonderes – aber für Hongkong erstaunlich geräumig und der Blick aus dem Fenster ist gar nicht so schlecht!


Lange hielt es uns hier nicht – es ist relativ warm, so um die 20°C, also nix wie raus! Hongkong ist total im Weihnachtsmodus – das ging schon in unserer Lobby los und draußen wurden wir förmlich überwältigt von Jingle Bells und Weihnachtsdeko!

Sogar ein eigenes Weihnachtspostamt gibt es hier!

Uns zog’s zum Wasser, zum Victoria Harbour, zur dramatischen Lichterkulisse des gegenüber liegenden Hongkong Islands. Jeden Abend um 20 Uhr findet hier die „Symphony of Lights“ statt, eine spektakuläre Lasershow, die tagtäglich unzählige Besucher anlockt.

Schon ohne Show ist der Anblick einfach toll – mit dem Laserlicht echt dramatisch, nur leider nichts für lichtschwache Kameras …

 

Inzwischen waren wir schon wieder hungrig – mit viel Glück ergatterten wir einen Tisch in einem kleinen Lokal mit Blick auf den Hafen. Eine große Schüssel aromatische Nudelsuppe und ein eiskaltes Bier macht unser Glück vollkommen.

Noch ein kleiner Bummel über die legendäre Nathan Road – dann zog es uns bereits wieder Richtung Hotel und Bett. Schließlich sind wir noch 8 Tage hier …

 

2 Kommentare zu “Gaaaanz entspannt …

  1. Was für ein fantastischer Reisebeginn! Erst der tolle Flug (so möchte ich auch mal fliegen!), und dann die Lasershow in Hongkong. Ihr wohnt übrigens super, finde ich. Und daß euer Hotel trotz der unbezahlbaren Lage bezahlbar ist, das ist natürlich ein weiteres highlight…

    Ich wünsche euch, daß es ganz genauso schön weitergeht!
    Liebe Grüße, Brigitte

  2. Ach wie wundervoll ist dieses Hongkong. War leider noch nie da. Da könnt Ihr jeden Abend Lasershow genießen. Viel Spaß auf Euren Entdeckungstouren.
    Adventliche Grüße aus München
    Christina

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