Ein Tag am Meer

Shek O ist ein kleiner Ort im  Südosten von Hongkong Island, direkt am Südchinesischen Meer.

Das Dorf ist vor allem an Wochenenden und Feiertagen ein sehr beliebtes Ausflugsziel, aber ausnahmsweise mal nicht, weil man dort gut essen kann. 

Wenn die Städter dort hin fahren, dann eher mit einem Picknickkorb – denn das Dorf hat zwei nette Sandstrände und ein felsiges Kap, auf dem man wunderbar wandern kann. Wörtlich übersetzt bedeutet Shek O „Felsenbucht“ – und der Name ist Programm!

Hier wurden auch diverse Musikvideos gedreht und der Ort dient immer wieder als Filmkulisse. Vor fast 9 Jahren, im Februar 2010, waren wir schon einmal in Shek O gewesen – damals war es kalt und regnerisch, trotzdem waren wir von dem Örtchen total begeistert. Das schrie förmlich nach einer Neuauflage!

Man kommt mit der Metro und dem Bus gut und recht einfach dort hin – und alleine die Fahrt ist die Reise wert! Mit der Metro ging’s bis nach Shau Kei Wan, dort folgt man einfach der Beschilderung „Bus Terminus“ , nimmt den Ausgang A 3 und steht dann praktisch schon mitten auf dem Busbahnhof.

Die Haltebucht von Bus Nr. 9 ist schnell gefunden – aber wir trauen unseren Augen nicht: Dort steht eine fast unüberschaubare Schlange, die sich über die gesamte Haltebucht und noch die Treppen zu einer Fußgängerbrücke hoch erstreckt!

Und ständig kommen neue Leute hinzu! Heute ist der 1. Weihnachtsfeiertag, da haben die Leute auch hierzulande frei und wollen was unternehmen.

Aber die Chinesen sind auf sowas bestens vorbereitet – da fährt eben nicht nur EIN Bus ab, sondern gleich 4 hintereinander! Es dauert nicht lange, wir sitzen im Bus und haben sogar noch Plätze auf dem Oberdeck und auf der rechten Seite ergattert – von da aus hat man nämlich den besten Blick!

Der Bus kurvt raus aus der Stadt und sehr schnell sind wir im hügeligen Umland. Ringsum wuchert der Dschungel, die Straße ist schmal und windet sich die Berge hinauf. Schließlich sind wir oben – und fast sofort hat man einen tollen Blick über die Küste.



Der Bus stoppt an Wanderzielen mit so tollen Namen wie „Dragons Back Trail“ und „Cape d’Aguilar“ – wirsnd jedoch zu faul zum wandern.

Dann kommt Shek O in Sicht. Man kann zwischen der sehr dichten Vegetation gerade mal einen kurzen Blick auf die Bucht und das felsige Kap erhaschen.

Wenige Minuten später hält der Bus im kleinen Dorf, alles steigt aus – und Minuten später haben sie die Menschen zerstreut. Wir hatten Massen befürchtet – aber hier findet jeder sein Fleckchen!

Entweder am Strand …


Oder im kleinen Picknickzelt …

Oder in einem improvisierten Strandrestaurant.

Oder man kraxelt auf den Felsen herum – ein toller Abenteuerspielplatz für Groß und Klein!




Jetzt wollten wir zum Kap rüber, waren schon verwundert, warum der Weg zu den Felsen abgesperrt war (was niemand daran hinderte, unter der Absperrung durchzuschlüpfen und trotzdem auf den Felsen herum zu klettern.

Dann sahen wir jedoch, dass der letzte Taifun offenbar die kleine Fußgängerbrücke zerstört und auch noch weitere Schäden verursacht hatte. Es gab jedenfalls keine halbwegs sichere Möglichkeit mehr, hinüber zum Kap zu kommen!

Stattdessen bummelten wir ein bisschen durchs Dorf.

Am zweiten Strand von Shek O sehen wir, was der Taifun für Verwüstungen angerichtet hat – hier sind mehrere Häuser zerstört und Bäume entwurzelt.

So hatten wir uns das Wiedersehen nicht vorgestellt! Bleibt nur zu hoffen, dass den Menschen hier großzügig geholfen wird und die Besucher trotzdem nicht ausbleiben.

Noch eine Kaffeepause – dann geht’s zurück. Zunächst mit dem Bus Nr. 9 bis Shau Kei Wan, von dort soll’s mit der Straßenbahn weiter gehen. Auf dem Weg zur Straßenbahn müssen wir durch eine quirligen Markt, der gut besucht ist.

Mit der Tram zuckeln wir dann unendlich langsam mit unzähligen roten Ampeln Richtung Wan Chai.

Die Trams gibt es in zwei Varianten – die einen sind modern, mit Displays, die die nächste Station anzeigen und digitaler Zielanzeige vorne und hinten an der Bahn. Und die alten, wo das Ziel-Schild von der Fahrerin von Hand ausgewechselt wird und wo man selbst rausfinden muss, wie die nächste Haltestelle heißt.

Wir haben die alte Variante erwischt – immerhin hat die etwas bequemere Plastikschalen-Sitze. Die neuen haben zwar schicke, aber sehr harte Holzbänke.

Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis wir am Ziel sind – und dann wird es auch schon fast Zeit für ein kühles Bier und die Lichtershow in der Lee Tung Avenue. Und die ist heute so schön wie gestern!

Und Schnee, aus winzigen Schneekanonen oben am Dach, gibt es auch!

Ein Kommentar zu “Ein Tag am Meer

  1. Das war ja ein perfekter Weihnachtsausflug und der Abend noch mit Lichtershow. Leider hat auch dieses kleine Paradies einen Stachel, der Taifun.
    Liebe Grüße aus dem kalten und heutenebligen München

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