Kleine Insel im großen Fluss – Koh Kret

Koh Kret, die kleine Töpferinsel im Norden von Bangkok, ist ein echtes Kleinod!

Unter der Woche total verschlafen, da ist absolut nichts los. Am Wochenende hingegen steppt hier der Bär! Da kommen die Städter (und auch ein paar Touristen) hierher, um ein bisschen frische Luft zu schnuppern und den großen Wochenendmarkt mit einer Fülle an (vor allem kulinarischen) Angeboten zu besuchen.

An Sonntagen fährt sogar ein Expressboot bis zur Insel – ansonsten ist es nicht ganz so einfach, dort hin zu kommen.

Man kann zwar mit dem Bus 166 ab dem Victory Monument fahren, ist dann aber gut und gerne zwei Stunden oder länger – je nach Verkehrslage – unterwegs. Und das in einem wenig komfortablen tiefgekühlten Aircon-Bus. Die (bessere) Alternative ist das Boot.

Konkret – wir steigen zunächst in unser Hotel-Shuttleboot. Wie jedes Mal spielt der Sicherheitsmann seine Machtspielchen und lässt die Leute erst haargenau eine Minute vor Abfahrt ins Boot. Wir schauen uns inzwischen unser Hotel von unten an, das gegenüber dem Neubau nebenan richtig klein wirkt.
Dann steigen wir an der Taksin-Brücke ins öffentliche Expressboot (heute ins richtige!!!) und fahren nach Norden. Lange. Ziemlich lange. Sehr lange …

Rund eine Stunde dauert es, bis das Boot die ca. 20 km bis zur Endhaltestelle Nonthaburi bewältigt hat. Unterwegs gibt’s einiges zu sehen – den täglichen Wahnsinn auf dem Fluss mit einem wilden Boots-Durcheinander, eindrucksvolle Brücken, überfüllte Fähren, Wats mit grandiosen Uhrtürmen, chinesische Tempel …





Da wir bequem sitzen, ist die Fahrt entspannt und unterhaltsam.

Schließlich ist Nonthaburi erreicht, ein schläfriger kleiner Ort, in den sich nach wie vor nur wenige Touristen verirren. Einfach die Straße entlang bummeln, die Gehwege sind komplett zugebaut mit überdachten Verkaufs- und Essensständen, man schiebt sich einfach langsam mit dem Strom im Halbdunkel voran. Hier hat man offenbar keine Sicherheitsbedenken wie in Banglampoo!

Nach einer Weile lichtet sich das Dunkel – der Markt beginnt. Zunächst nur Blumen …

Dann kommt der richtige Markt mit der typischen bunten Vielfalt an Farben und Gerüchen.

So ein Markt schlaucht ganz schön – am Ende hatten wir wenig Lust, die ganze Straße wieder zurück zu laufen! Gut, dass es hier noch Fahrrad-Rickshaws gibt!


Der etwas schläfrig wirkende Herr auf dem Foto oben war gerne bereit, uns für kleines Geld (und ein großzügiges Trinkgeld!) zum Pier zurück zu bringen!

Dort stellte ich begeistert fest, dass es inzwischen eine öffentliche Toilette in Nonthaburi gibt! Die hatte ich bei früheren Besuchen gelegentlich schwer vermisst!

Ein Besuch, um die Örtlichkeiten zu testen, musste also sein. Ich entrichtete meine 5 Baht und wollte in eine der Kabinen gehen, als die Toilettenfrau mich gewaltsam hinderte. Diese (Steh-)Toiletten seien nur für Thais – für Ausländer gebe es eine andere nebenan. Und die sah so aus:

Inzwischen hatte Dieter einen Bootsmann ausfindig gemacht, der nach sehr zähen Verhandlungen bereit war, uns nach Koh Kret zu fahren – denn die Alternative, der Lokalbus Nr. 32, ist auch wieder eine ziemlich langwierige Angelegenheit. Am Ende einigten wir uns auf die Hälfte dessen, was er ursprünglich verlangt hatte und wurden für 500 Baht in rasantem Tempo nach Koh Kret geschippert.

Dort wollte der Bootsmann zwei Stunden auf uns warten – die Rückfahrt sollte dann nochmal den selben Preis kosten. Kein billiges, aber ein ausgesprochenes Vergnügen! Wir waren schon lange nicht mehr mit einem Langschwanzboot über den Fluss gebraust und genossen jede Minute der ca. 10-minütigen Fahrt.

So eine Art Markenzeichen von Koh Kret ist der schiefe Chedi des Wat Paramalylkawat. Dort legten wir an und von dort sollten wir auch wieder zurück fahren.

Die Insel ist nicht besonders groß und kann in 2-3 Stunden zu Fuß umrundet werden. Man kann sich auch Fahrräder mieten – aber da es heute höllisch voll war und die Wege sehr schmal sind, verzichteten wir dieses Mal darauf.

Lange Zeit war Koh Kret eine Art  Schutzgebiet der Mon, einem burmesischen Volksstamm. Viele Mon leben und arbeiten heute noch auf der Insel, wir sahen etliche Frauen mit Tanaka im Gesicht.

Heute ist Samstag, also Ausflugstag, und es war jede Menge los. Unser erster Stopp waren ein paar Essensstände, wo man schön mit Flussblick sitzen kann.


Auch anderswo konnte man überraschend cool essen!

Einheimische Kinder kühlten sie anderweitig ab.

Ob das Baden hier besonders gesund ist …??? Jedenfalls putzen sich die siamesischen Katzen hier doch lieber ganz traditionell das Fell!

Wir schlendern auf engen Wegen durch kleine Örtchen ..

Natürlich gibt es hier auch jede Menge Wats – aber jeden Wat auf’s Bild zu bannen, hab ich längst aufgegeben.

Spannender ist da schon, dem Mönch bei der Rasenpflege zuzusehen …

Oder die stolzen Hähne zu beobachten, die auch ein Mönch fest im Blick hat.

Die Töpfereien und sonstigen kleinen Handwerksbetriebe sind zwar heute geschlossen, hier und da feilt aber doch jemand an seinen Werken.

Und kaufen kann man die hübschen Erzeugnisse an diversen Ständen.

Unglaublich schnell sind die zwei Stunden vorbei, wir wandern wieder Richtung Anlegestelle. Dieses Mal durch einen ausgedehnten Markt, wo es nicht nur massenhaft die tollsten Leckereien aller Art gibt …

… sondern auch Kräuter, Gewürze, Öle und sonstige sehr hochwertige Angebote. Auch Kleidung ist im Angebot – kein Ramsch oder Fakes, sondern schöne, in den Provinzen hergestellte Schals und Kleider. Wenn wir nicht noch eine wochenlange Reise vor uns hätten, wäre ich hier sicher schwach geworden!

Auch niedliche Kleinigkeiten, wie diese fingergroßen Blumentöpfchen und -väschen findet man.

Unser Bootsmann hat auf uns gewartet und es geht wieder in rasantem Tempo zurück nach Nonthaburi. Unterwegs müssen wir einen kurzen Tankstopp einlegen – Gelegenheit für ein Foto, bei der Schaukelei im Boot geht das sonst kaum.

Das kleine Dorf am Wasser wirkt malerisch im Licht des späten Nachmittags, wir freuen uns über den kurzen Halt.


Gewaltige Lastkähne werden von winzigen Schleppern flussaufwärts gezogen.


Wenig später sind wir wieder in Nonthaburi. Das Expressboot ist noch völlig leer, wir können uns Sitze ganz vorne aussuchen und die Heimfahrt genießen!

Abgeschlossen wird der Tag mit einer Massage und später einem Essen mit Blick auf das abendliche Treiben am Fluss im „Be My Guest“.


Und ganz zum Schluss noch ein Blick von unserem Balkon auf den nächtlichen Fluss.

4 Kommentare zu “Kleine Insel im großen Fluss – Koh Kret

  1.         Oh ja Koh Kret, da waren wir vor ein paar Jahren. Natürlich erst am Markt. Die Insel ist wirklich sehenswert. Wir sind mit dem Boot um die Insel herumgefahren. Später haben wir noch thailändisch gekocht, u.a. Bananenblüte, sehr lecker. Hatten damals diesen Ausflug über Green Mango gebucht. Waren nur 4 Personen und hatten viel Spaß zusammen.
    

    Herzlichen Dank für Deine Berichte und Fotos, so kann ich doch noch nach Asien „reisen“.
    Liebe Grüße Christina

  2.         Ein schöner Tag mit eindrucksvollen Fotos.
    

    Wieder mal ein Danke von mir für’s Teilen. 🙂

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