A Walk on the Quiet Side …

Die Thonburi Seite von Bangkok wird von den meisten Touristen kaum wahr genommen.

Viele besuchen zwar den Wat Arun, manche wohnen auch in einem der Hotels auf der „anderen“ Seite des Flusses – aber so richtig umschauen tut sich dort nur selten ein Tourist.

Dabei ist zum Beispiel die Strecke zwischen Wat Arun und Memorial Bridge unglaublich sehenswert und herrlich entspannt. Jedenfalls meistens …

Am Neujahrstag sieht das allerdings ein bisschen anders aus. Denn der ist auch hier ein Feiertag und viele Thais nutzen ihn zu einer Art Tempelhopping. In Thonburi geht das so: Zuerst ein Besuch in einem der bekanntesten Tempel Bangkoks, dem Tempel der Morgenröte, dem Wat Arun. danach pilgert man weiter, zum Wat Kalayanamit. Und weil man gerne mehrere Eisen im Feuer hat, wird anschließend noch ein alter chinesischer Tempel, der Kuan Yin Schrein, und ggf. auch noch die Santa Cruz Kirche besucht.

Was für die Thais gut ist, kann auch für uns nicht schlecht sein – also machen wir’s genauso. Wir starten sogar noch einen Tempel früher, beim Wat Worachanyawas. Das ist der in der Nähe des Chatrium, mit dem riesigen liegenden Buddha und der Massageschule.

Auch Englischkurse werden hier angeboten. Mit besonderer Berücksichtigung des Wortschatzes für Masseure …

Dann geht’s aber zügig mit dem Expressboot den Fluss hoch. Im Be My Guest ist schon wieder alles ordentlich aufgeräumt (auch im Chatrium hatten fleißige Hände nachts geräuschlos die komplette Silvesterdeko einschließlich Bühne entfernt!) – und nur wenige Meter weiter entdecken wir ein Plakat der Konkurrenz!

Die Boote sind noch überraschend leer, offenbar schlafen noch viele ihren Neujahrsrausch aus.


Seit einiger Zeit hat der Wat Arun eine eigene Anlegestelle, man muss nicht mehr mit der Fähre von der anderen Seite rüber. Erstmalig seit vielen Jahren sehen wir den Tempel ohne Gerüst! Jahrelang wurde hier saniert und renoviert, wurden die alten Keramikplättchen wieder auf Hochglanz gebracht – jetzt ist das wieder eine echte Augenweide!


Die Fassaden der Prangs (so heißen die Türme) enthalten eine Fülle an Details – und überraschenderweise keineswegs nur buddhistische Elemente! Da sieht man den Hindugott Vishnu auf Garuda reitend oder Indra auf einem dreiköpfigen Elefanten.

Außerdem sind jede Menge mythologische Wesen und auch Dämonen zu sehen – alles meisterhaft und vielfarbig ausgeführt. Zusätzlich sind die Prangs auch noch mit Millionen winziger Blüten geschmückt.

Die Treppen zur ersten Plattform sind steil und die Stufen sehr hoch, weiter rauf geht es mittlerweile gar nicht mehr, die fast senkrechte Treppe zur Spitze ist gesperrt.


Wir ziehen weiter, als das Areal allmählich voller wird. Vorbei an der Warteschlange vor der Damentoilette …

… durch die schläfrig-ruhigen Mönchsquartiere …

…. zu einem kleinen Kanal.

Den wandern wir entlang – das Sträßchen ist allerdings eine Sackgasse. Aber am Ende ist eine kleine Kneipe, dort kann man durch und landet in einer schmalen Gasse, die nach links zu einem weiteren Wat führt.

Mönche kommen uns entgegen, am Wegrand skurrile kleine Andachtsstätten.


Wir landen an einem Kanal, dem Klong Bangkok Yai – über den müssen wir rüber.

Das geht auch einfach, allerdings ein bisschen unorthodox: Am Ende des Kanals, wo er in den Chao Phraya mündet, ist eine Schleuse – und da kann man den Kanal überqueren! Zuerst geht es eine etwas abenteuerliche Eisentreppe hoch – ein Schild weist darauf hin, dass man hier nur tagsüber rauf darf.

Von oben hat man einen guten Blick auf den Wang Derm Palast und den Wat Arun dahinter.

Außerdem kann man das Treiben in der Schleuse beobachten. Ein paar Boote liegen schon drin, ständig kommen weitere dazu, bis sich nach dem Motto „Einer geht noch rein …“ am Ende ein Dutzend Langschwanz- und noch ein paar andere Boote in der engen Schleuse drängen.

Auf der anderen Schleusenseite führt eine schmale Wendeltreppe schließlich wieder runter.

Ein paar Schritte nach links, dann stehen wir in einem weiteren Wat. Der Wat Kalayanamit mit seinen steilen Dächern ist offenbar ein beliebtes Neujahrsziel.

Unzählige Gläubige entzünden hier Opferkerzen, der Qualm treibt einem die Tränen in de Augen. Eine riesige Glocke muss drei Mal geschlagen werden – das bringt Glückt!

Weiter geht’s – jetzt auf einem schön angelegten Weg am Fluss entlang zum chinesischen Schrein.



Und damit alle Götter zufrieden sind, statten wir auch noch der  Santa Cruz Kirche einen kurzen Besuch ab. Allerdings ist die hermetisch verschlossen.

Dort stoßen wir nicht nur auf eine seltsame Mischung von Kunst und Kitsch, sondern auch auf einen Trupp Radler, die offenbar eine geführte Radtour machen.


Wer so eine Tour mitmacht, findet das sicherlich ganz toll – ich kann den oft extrem unsicheren Radlern, die im Pulk ohne Rücksicht auf Fußgänger auf den schmalen Wegen herum radeln, wenig abgewinnen.

Warum man diese Strecke nicht genausogut zu Fuß gehen kann, erschließt sich mir nicht wirklich – zumal die Radler vor lauter verbissener Konzentration auf die Strecke und den Vordermann kaum was von der Umgebung mitbekommen, wenn sie nicht gerade mal irgendwo anhalten.

Nachdem der Trupp durch ist, schlendern wir zurück. Allerdings nicht bis zum Wat Arun – die Warteschlangen für’s Expressboot sind dort endlos.

Stattdessen nehmen wir die Fähre über’n Fluss zum eleganten Jodpiman Komplex.



Auch wenn die Fahrt noch so kurz ist – es ist einfach schön auf dem Fluss und es gibt immer was zu sehen. Ein letzter Blick zurück zur Uferpromenade …

… ein Blick flussabwärts zur Memorial Bridge . . .
.
.. ein Blick nach vorne zum Jodpiman Komplex, mit Restaurants und eleganten Geschäften am Fluss.

Von der benachbarten Tha Rajinee nehmen wir das Expressboot – wir müssen noch packen, denn morgen geht’s weiter, nach Laos!

Ein letzter Blick von der Anlegestelle des Chatrium Bootes flussauf- und flussabwärts …

Dann gab’s am Abend aber noch was richtig Schönes – ein Treffen mit (bisher virtuellen) Bekannten aus einem tollen Reiseforum. Nicht zum ersten Mal treffen wir unterwegs Menschen, von denen ich bisher nur Namen und Beiträge in diversen Reiseforen kannte – und auch heute war es wieder ein Volltreffer! Petra und Jürgen waren uns nach 5 Minuten so vertraut, als würden wir sie schon ewig kennen – es wurde ein langer und lustiger Abend.

Reisen verbindet eben – und die Lust am Reisen noch viel mehr!

5 Kommentare zu “A Walk on the Quiet Side …

  1. Vielen lieben Dank für die schönen Worte, die du über unser Treffen geschrieben hast. Der Abend hat uns wirklich sehr gut gefallen und wir haben hinterher auch gesagt, dass die Chemie zwischen uns auf Anhieb gestimmt hat und man das Gefühl hatte sich schon ewig zu kennen.
    Ihr ward auf unserer Reise auch ein Volltreffer 🙂
    Wir freuen uns schon auf die nächsten Berichte, vor allem über den Isaan.

  2.         Der Wat Arun scheint ja toll renoviert zu sein. Müsste man direkt mal wieder vorbeischauen. :-)     
    
  3. Mal wieder ein superschöner, kenntnisreicher Bericht (woher weißt du nur all diese nützlichen Details, z.B. wie man den Kanal überquert), den habe ich mir gleich für unseren nächsten Bangkok-Aufenthalt verlinkt 🙂
    Vielen Dank!

    • Teilweise ist es einfach nur ausprobieren – aber die Nancy Chandler Map ist gerade für solche Herumstreifereien sehr hilfreich! (nur hab ich die blöderweise dieses Jahr zu Hause auf dem Schreibtisch liegen lassen … )-:

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