L A O S – alles gaaaanz langsam

Wenn du in einem Café was zu Trinken bestellst, die Bedienung nickt und dich freundlich anlächelt …

Wenn du dann nach einer ganzen Weile mal nachschaust, wo deine Bestellung bleibt …

Wenn du dann siehst, dass die Bedienung an einem Tisch mit einer Freundin sitzt, erzählt und lacht – und deine Bestellung ganz offensichtlich total vergessen hat …

Wenn sie dann lachend und ohne ein Anzeichen von schlechtem Gewissen zum Kühlschrank geht, dein Getränk rausholt und dir in die Hand drückt …

… dann bist du vermutlich in Laos! Her herrscht irgendwie eine eigene Zeitrechnung, niemand hat es jemals eilig, Zeitangaben sind eher unverbindlich und ein bisschen Chaos gehört unvermeidbar dazu.

Okay – dass unser Flug von Bangkok nach Luang Prabang Verspätung hatte, geht eher nicht auf das Konto der Laoten. Aber schon bei der Einreise ging’s los: Kaum angekommen im neuen schicken Flughafengebäude, runter zur Immigration (die Rolltreppe funktionierte natürlich nicht), waren dort mehrere Schalter. Mit Aufschriften wie „Residents“ und „Foreigners„.

Alles stürmte zu den „Foreigner“ Schaltern, wurden aber ausgebremst von einem Uniformierten, der in der Halle stand, einen Stapel Zettel in der Hand, ständig brüllte „Tables, tables!“  und in eine Ecke deutete. Dort standen zwar keine Tische, sondern Stehpulte, aber mir dämmerte, dass man – zusätzlich zum Einreiseformular, das wir bereits im Flieger ausgefüllt hatten – für das Visum-on-arrival noch ein weiteres Formular ausfüllen sollte.

Und dann fiel mir auch wieder ein, dass man hierzulande ja zuerst bezahlen muss, dann erst sein Visum bekommt und sich erst danach bei der Immigration anstellen darf! Also schleunigst die Formulare ausgefüllt und dann an die erste Schlange angestellt.

Dort saß ein Beamter, der mit einem Tacker herumfuchtelte und den Leuten klar zu machen versuchte, sie sollten damit ihre Fotos in die Formulare heften. Ich nahm dem Mann den Tacker ab und nachdem unsere Bilder eingetackert waren, reichte ich ihn einfach nach hinten in der Schlange weiter, in der Hoffnung, dass das Ganze dann etwas schneller geht.

Pass und Formular wurden geprüft, dann über eine niedrige Holzwand zum Kollegen weiter gereicht und wir mussten zum nächsten Schalter. Hier musste bezahlt werden – wieviel, sah man aber erst, wenn man direkt am Schalter stand. Zwischen 25-45US$ kostet ein Visum, je nach Herkunftsland. Und direkt vor den Beamten steht noch ein kleines Schildchen „1$ Service Fee“. Darauf waren die wenigsten gefasst, viele hatten keine kleinen Dollarscheine, das große Suchen nach Kleingeld ging los.

Klar, man kann auch in anderen Währungen zahlen – aber die Wechselkurse sind astronomisch und werden von den Beamten offenbar selbst festgesetzt.

Nachdem auch das geschafft war, ging’s zum Schalter Nr. 3, wo wir unsere Pässe samt Visum zurück erhielten. Und anschließend zur Immigration, nochmalige Passkontrolle und Einreisestempel …..

Wer jetzt noch nicht locker und entspannt war, wurde es am Taxistand. Die Fahrt in die Stadt kostet fixe 50.000 Kip. Egal, wie viele Personen – bis zu 10 gehen in einen Minibus. Wer das weiß, sucht sich schnell ein paar Mitreisende aus, mit denen er das Fahrgeld teilen kann, ansonsten zahlt eben jeder.

Vorher muss man sich allerdings mit einheimischer Währung versorgen. Die ATMs stehen aus unerfindlichen Gründen vor der Flughafentür und spucken nicht mehr als 1,5 Mio KIP aus, also ca. 158€. Das ist immerhin schon deutlich mehr als früher, wo bei 700.000 KIP Schluss war.

Schließlich hatten wir es samt Gepäck in den Minivan geschafft, mussten aber noch warten, bis ein paar Mitfahrer eingestiegen waren. Dann ging’s los. Und wir stellten fest, dass Luang Prabang mächtig an den Rändern gewachsen war! Der Kernbereich ist jedoch der alte geblieben, dort ändert sich nicht viel, weil die Stadt als UNESCO Weltkulturerbe vor größeren Veränderungen geschützt ist.

Es war lausig kalt und trüb, wir waren froh, dass wir in einem geschlossenen Auto und nicht in einem Songthaew saßen. Der erste Eindruck unseres Guesthouses Maison Dalabua war deshalb auch etwas verhalten – es dämmerte schon, die Anlage schien zwar zauberhaft, das Zimmer war aber laotisch karg und mit den dort üblichen schweren Teakholzmöbeln eingerichtet.

Morgen wollten wir das alle etwas genauer anschauen – jetzt ging’s erst mal in die Stadt. Bei Temperaturen um die 14°C hüllten wir uns in unsere Daunenjacken – und waren bei weitem nicht die einzigen!

Ein erstes Beer Lao …

… und die Feststellung, dass nicht viel los war. Ob’s an der Kälte lag oder ob es andere Gründe gab – die Stadt war jedenfalls deutlich weniger voll als bei früheren Besuchen. Auch viele Lokale waren gähnend leer.

Eine heiße laotische Nudelsuppe wärmte, das gute Beer Lao besänftigte und ein anschließender Gang über den Nachtmarkt und vor allem die Foodstreet begeisterte uns wieder für Laos.

In der schmalen überdachten Foodstreet wird gebrutzelt, gegrillt, gebacken, geschnippelt … es gibt richtige Büffets zur Selbstbedienung und das alles zu Spottpreisen!

Mehr als 15.000 KIP, also ca. 1,60€, kostet fast kein Gericht. Nur beim deutschen Metzger war es ein bisschen teurer. Aber dafür konnte man hier auch Currywurst bekommen!

Die Strecke:

7 Kommentare zu “L A O S – alles gaaaanz langsam

  1. Wie herrlich, da kommen direkt Erinnerungen hoch! Luang Prabang ist schon eine tolle Stadt, so richtig schön zum Entspannen und lecker Essen. Ich liebe die Food-Märkte da. Eine ganz tolle Zeit noch.

    • Auch beim 5. Mal noch genauso schön – und inzwischen sehr viel weniger Rummel! Bei den Foodmärkten haben es mir vor allem die süßen Sachen angetan – diese sündhaft leckeren, französisch inspirierten Leckereien lassen einen jede Kalorie vergessen!

      • Ich glaub mein Favourite hatte ich auch in LP, dort wo der Nachtmarkt los geht, wo es die ganzen Sandwiches, Salate, etc. für Spottpreise gibt, hatte ich einen Mega-Salat bestehend aus sehr viel Avocado, Eiern und diversen anderen Sachen, mmmmh soooo lecker! Aber ja die Naschereien sind auch nicht ohne, ich glaube ich hatte in 5 Tagen LP etwa 2 kg zu genommen gehabt haha 🙂

    • Virtuell mitreisen kann manchmal auch ganz schön sein – und hoffentlich geht’s auch für dich bald wieder irgendwo hin, ans Wasser, ans Meer …

  2. In Laos war ich schon ewig nicht mehr, dabei mag ich dies kleine Land auch sehr… Die food stalls sehen ja sooo verlockend aus, aber ich traue mich da aus Angst vor mangelnder Hygiene leider nie hin.

    In Nordthailand hatten wir es zu einer ähnlichen Jahreszeit übrigens schon mal noch deutlich kälter als ihr. Schon verrückt, wie kalt es in den Tropen werden kann.

    Ich finde euer Zimmer sehr hübsch, darin würde ich mich wohlfühlen 🙂

    • Hygieneprobleme sehe ich bei allem, was richtig durchgegart ist, eigentlich nicht. Allerdings stehe ich mehr auf Süßes – die winzigen Kokostörtchen, die in kleinen Pfannen gebacken werden, Eclairs und andere Sünden, die dort ebenfalls angeboten werden.
      Da ist mir die Hygiene egal – und geholt hab ich mir noch nie was!

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