Luang Prabang nach Vang Vieng: Geschüttelt – nicht gerührt!

Man nehme: Ein bisschen Wermut, reichlich Eis und eine großzügige Menge Gin. Fülle das alles in einen Thermo-Becher (mit Deckel!) und steige dann in den VIP-Bus von Luang Prabang nach Vang Vieng.

Achte bei der Buchung darauf, dass du den Bus morgens um 8 nimmst, der die alte Straße fährt.

Stelle den Becher irgendwo/irgendwie ab – und spätestens auf halber Strecke hast du einen perfekt geschüttelten Martini! Den brauchst du dann aber auch – es sei denn, dir ist vorher schon schlecht geworden …

Wir hatten gestern den Bus nach Vang Vieng gebucht – und nicht aufgepasst. Oder nicht nachgedacht. Oder beides … Jedenfalls total vergessen, bei der Buchung zu fragen, welche Strecke der Bus nimmt – die alte oder die neue Straße! Erst als wir bereits unterwegs waren, dämmerte es, dass wir eine völlig andere Strecke fuhren als letztes Mal, nämlich die „Old Road“!

Dabei ging anfangs alles echt reibungslos: Das Zubringer-Tuktuk kam auf den allerletzten Drücker innerhalb der Zeitspanne 7:00-7:30. An Bord war bereits ein weiteres Paar – ebenfalls Deutsche, Sandra und Ralf aus Aachen. Uns wurde schnell klar, dass da noch mindestens 6 weitere Personen aufgesammelt würden, und so war es auch. Am Ende wäre in eine Sardinendose mehr Platz als in unserem Tuktuk gewesen – denn jeder hatte natürlich auch noch reichlich Gepäck dabei!

Egal – die Southern Busstation erreichten wir kurz vor 8 Uhr, tauschten am Schalter unsere Buchung gegen zwei Tickets um und suchten dann unseren Bus.


Es war erstaunlich wenig los heute morgen, das kannten wir vom letzten Mal ganz anders. Natürlich ging es NICHT pünktlich los – da mussten noch Säcke verladen werden …

… noch auf Leute gewartet werden – keiner hatte es im Geringsten eilig.

Wir stiegen schon mal ein und suchten unsere Plätze. Von außen sah der Bus gar nicht mal so schlecht aus – allerdings durfte man innen nicht so genau hinsehen. Das Loch in der Windschutzscheibe war kunstvoll zugepflastert, die Deckenverkleidung hing teilweise in Fetzen herunter – aber es gab immerhin hübsche blaue Spitzenvorhänge und Spitzendeckchen auf jedem Sitz!

Die beiden vorderen Sitzreihen waren zumindest für Westler nicht wirklich nutzbar – da saß man praktisch auf dem Boden! Ganz vorne konnte man zumindest die Beine lang machen – aber die zweite Reihe blieb erst mal leer. Im Lauf der Fahrt änderte sich das, denn es stiegen auch unterwegs immer wieder Leute zu und ein Großteil der Passagiere waren Laoten.

Mit lediglich 50 Minuten Verspätung rollte der Bus schließlich  vom Hof – noch war es neblig-grau und kalt.

Die ersten Kilometer war die Straße relativ gut und es gab Spannendes zu sehen.


Das änderte sich allerdings sehr schnell – die Straße mutierte zum Feldweg, war in einem Zustand, den bei uns keiner mehr als Straße bezeichnen würde.
Gegenverkehr wurde zur Mutprobe – und da wir ziemlich weit vorne saßen, bekamen wir das alles mit. Der Bus schaukelte wie wild, es rüttelte und schüttelte, es ging haarscharf an fast senkrechten Abhängen entlang (ohne so was wie Leitplanken).

Schon zu Beginn hatte ein Mitarbeiter Spucktüten verteilt, wir hofften inständig, dass die keiner brauchen würde!

Mittlerweile hatten wir erkannt,, dass wir eine völlig andere Strecke fuhren als beim letzten Mal im Jahr 2014. Damals war die Strecke zwar auch sehr kurvenreich, aber die Straße – die New Road – war gut und nach knapp 5 Stunden waren wir in Vang Vieng. 

Dieses Mal hatten wir eine Fahrt auf der Old Road erwischt – und am Ende dauerte es fast 7 Stunden, bis wir endlich da waren! Allerdings ist die alte Straße die eindeutig malerische – die Landschaft ist umwerfend, man kommt durch viele nette kleine Dörfer durch und da dieser Bus auch die Post ausliefert und unterwegs immer wieder Pakete und Leute mitnimmt, wird auch öfter mal angehalten.

So gab es schon nach relativ kurzer Zeit die erste Toilettenpause. Umsonst war das Vergnügen allerdings nicht, 2000 Kip wurden von einer Toilettenfrau kassiert.  Immerhin konnte man sich hier auch noch mit Reiseproviant eindecken.

Das ließen wir allerdings links liegen – wir hatten vom Maison Dalabua ein weitaus appetitlicheres Care Paket mitbekommen!

So schön die Strecke auch war – durch das verdreckte Seitenfenster und bei dem Gewackel waren Fotos praktisch unmöglich.

Nachmehr als 3 Stunden hatten wir weniger als die Hälfte der knapp 230 km langen Strecke zurück gelegt. Ein Schild am Straßenrand informierte uns, dass noch 149 km vor uns lagen!

Es gab noch eine Essenspause – aber irgendwann, nach 16 Uhr, waren wir endlich in Vang Vieng angekommen. Mit Sandra und Ralf teilten wir uns ein Tuktuk zu unseren Hotels – und dann wurde erst Mal tief durchgeatmet! Im Amari Hotel bekamen wir ein Upgrade in ein tolles Eckzimmer mit Balkon und Traumblick auf Fluss und Berge.

Der Abend kam schnell, die Strapazen des Tages waren nach einem Beerlao und einem tollen Essen in einem kleinen Restaurant am Fluss schnell vergessen. Und geschlafen haben wir wie die Murmeltiere!

Hier unsere heutige Strecke:

(Und das wäre die kürzere und deutlich weniger kurvenreiche Variante über die „New Road“ gewesen …

5 Kommentare zu “Luang Prabang nach Vang Vieng: Geschüttelt – nicht gerührt!

  1. Wir (4 Personen) beabsichtigen im November von Vientiane nach Luang Prabang mit Mietwagen und Fahrer zu reisen (mit Besichtigung der „Ebene der Tonkrüge) um dann von Luang Prabang mit dem Flugzeug nach Hanoi unsere Reise fortzusetzen. Kannst du uns dazu zusätzliche Tipps geben.

  2. Sehr sehr schön geschrieben! Eine Freude, das zu lesen! Viele Grüße von den erwähnten Aachenern! 😉 (momentan noch auf Koh Chang!) euch weiterhin eine tolle Reise! R&S

  3. Die Windschutzscheibenreparatur hat mich beeindruckt – wirklich einfallsreich 😉
    Deine Fotos sind übrigens durchaus gut genug, um erkennen zu lassen, wie wunderschön die Landschaft war, die ihr durchfahren habt! Ich weiß eigentlich gar nicht, welche Strecke WIR damals nahmen, aber auch die war fantastisch schön, ich klebte die ganze Zeit über an dem (sehr sehr dreckigen) Fenster… Aber wir hatten nur einen größeren Stop, also wohl doch die neue Straße. Wenn die alte noch spektakulärer war -du kennst ja nun beide, kannst also vergleichen-, habt ihr es doch richtig gemacht mit eurem verpflasterten Bus!

  4. ach, mach‘ Dir mal um die Qualität der Fotos keine Gedanken – um bei uns Eindruck zu schinden, reicht sie allemal 😉
    Danke für’s Mitnehmen!
    (Und ja, wenn wir wieder zurück sind, gibt’s auch Bilder aus NZ – das dauert aber noch ordentlich…)

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