Ländliche Ruhe am Mekong

Nur ein Katzensprung ist es von Ubon nach Khong Chiam – aber es ist der Sprung von der Stadt auf’s Land! Der Sprung in den Isan.

Der Name „Isan“ (oder Isaan) stammt aus dem Sanskrit und bedeutet nichts anderes als „Nordosten“. 

Hier ist vieles ein bisschen anders als im restlichen Thailand, auch die Sprache. Natürlich verstehen wir sie ohnehin nicht – aber viele Menschen hier sprechen tatsächlich „Isan“, eine Mischung zwischen Thai und Lao. Auch die meisten Bewohner des Isan haben eher laotische als thailändische Wurzeln. Schließlich wurde der Isan erst Anfang des 20. Jh. in den thailändischen Staat integriert.

Auch die gewaltige Tempelanlage des Wat Tham Khua Sawan, die einen als erstes begrüßt, wenn man von Ubon Ratchathani kommt, ist ziemlich anders als fast alle anderen in Thailand. Teilweise erinnern die Bauten an eine Moschee, teils an einen Palast. Statt der üblichen rot-grünen Dächer ist hier alles schneeweiß.


Bizarre schwarze Holzskulpturen geben Rätsel auf.


Auch die Bedeutung der gewaltigen runden Scheibe, die wie ein Gong aussieht, erschließt sich uns nicht. Solche runden Scheiben sieht man allerdings auf der Strecke zwischen Ubon und Khong Chiam in fast jedem Ort, später kaum noch.

Vertraut wirkt nur der riesige sitzende Buddha …

Noch ein Blick auf den Ort und die Flüsse – hier fließt der Moon River in den Mekong und da die Wasser unterschiedliche Farben haben, nennt sich Khong Chiam auch „Place of the two Color River“. Allerdings braucht man viel Phantasie (oder eine andere Jahreszeit) um hier eine Farbabweichung feststellen zu können!

Weil uns bei unserem letzten Besuch die zauberhaften kleinen Bungalows des Orchid Riverside Resort am Mekongufer so gut gefallen haben, wohnen wir dieses Mal bei Pe‘ und seiner Frau. Pe‘ kommt aus Deutschland und bevor sich die Familie vor gut zwei Jahren hier am Mekongufer niederließ, hatten sie 10 Jahre ein Restaurant auf Koh Chang.

Das kleine Resort hat nur sechs Zimmer in drei kleinen Cottages, und mittlerweile sind die immer gut gebucht. Kein Wunder – sie sind sehr hübsch und gepflegt, der Blick ist der absolute Hammer und das Essen … Dazu komme ich später noch.


Erst Mal zogen wir ein und schauten uns um. Zuerst im Zimmer …

Dann draußen. Den Mekong haben wir direkt vor uns. Schon vom Bett aus kann man den Blick genießen.

Und hinter unserem Häuschen ist mittlerweile ein schöner kühler Pool entstanden.

Weil es noch früher Nachmittag ist, machen wir uns gleich wieder auf – wir wollen in den Pha Taem Nationalpark und dort Pilze suchen. Keine essbaren – sondern aus Stein! Die gigantischen Felsformationen hatten wir beim letzten Besuch verpasst  das musste nachgeholt werden.

Der Park beginnt nur ca. 20 km hinter Khong Chiam und erstreckt sich über eine riesige Fläche von rund 340 qkm, mit mehreren Wasserfällen und anderen Sehenswürdigkeiten. Alleine am Mekong entlang zieht er sich über mehr als 60 km.

Je weiter wir nach Norden kamen, desto mehr verdichteten sich die Wolken am Himmel. Als wir am Parkeingang standen, war keine Sonne mehr zu sehen.

Uns war klar, dass der Parkbesuch gebührenpflichtig ist – aber dass die Gebühren mittlerweile bei 400 THB pro Person, also mehr als 11 €, liegen, hatten wir nicht gewusst. Die mütterliche Dame am Ticketschalter entschuldigte sich fast schon dafür, offenbar wurden die Preise erst kürzlich so drastisch verdoppelt.

Weil das Wetter immer weniger gut aussah, schlug sie vor, wir sollten lieber morgen am Vormittag wieder kommen, da sei auch das Licht besser. Der Rat klang gut – aber wenigstens einen Wasserfall wollten wir noch sehen! Also noch ein Stück weiter nach Norden und dann eine fast endlose Zubringerstraße Richtung Soi Sawan Wasserfall.

Auch hier wieder eine Kontrollstation mit Schranke und Tickethäuschen – die Schranke stand jedoch offen und am Schalter war kein Mensch.

Eine Getränkeverkäuferin machte uns schließlich mit vielen Gesten klar, wir sollten einfach rein und die Straße entlang gehen.

Das taten wir schließlich auch, wanderten rund 800 m auf der asphaltierten Straße durch einen Bambuswald – zu sehen oder hören war nichts.

Irgendwann ein Schild mit einem Wegweiser – viel schlauer wurden wir dadurch allerdings nicht.

Dann eine Treppe oder zumindest Stufen, die irgendwie in die Tiefe führten.

Zu sehen war allerdings nichts. Auch von einer kleinen Aussichtsplattform aus konnte man zwar einen größeren Canyon ausmachen, aber keinen Wasserfall.

Der war nämlich absolut und total ausgetrocknet! Vermutlich wurde deshalb auch kein Eintritt verlangt.

Also zurück zu unserem Auto – ziemlich groß, oder? Und lange bleibt er bestimmt nicht mehr so schneeweiß – er hat schon heute eine gewissen rostbraune Patina abgekriegt.

Jedenfalls waren wir etwas gefrustet, zumal das Wetter immer weniger gut schien und die Sonne völlig weg war.

Das änderte sich allerdings schlagartig, als wir wieder nach Khong Chiam kamen – da lachte der Himmel wieder! Und bescherte uns abends sogar noch einen schönen Abendhimmel.

Allerdings wurde es extrem windig! So windig, dass fast das Schnitzel vom Brett flog!

Denn das gönnte sich Dieter heute Abend – schließlich ist unser Gastgeber gelernter Metzgermeister und bei ihm kommt nur allerbestes Fleisch auf die Teller der Gäste! Und geschmeckt hat es wirklich absolut super – mal wieder eine nette Abwechslung.

Die heutigen Strecken:

2 Kommentare zu “Ländliche Ruhe am Mekong

  1. Liebe Fernwehheilen, langsam wirst du mir unheimlich. Warum machst Du immer die gleichen Reisen wie ich? Und wohnst oft noch in denselben Hotels? Dass Du auch noch den Pajero in weiss als Mietwagen hast, ist eine Unverschämtheit. O.K. Deiner ist neu und unser Mitsu hat uns schon 220.000 KM durch Thailand und Laos gefahren.
    Und ja, das Sisouk Hotel in Pakse haben wir auch, aufgrund des hohen Preises, in den letzten Jahren verweigert. Schön, dass es nun wieder angemessen kostet.
    Aber den grössten Lacher hatte ich beim Reisebericht über Australien. Bei der Planung unserer Australienreise, wäre Dein Hotel in Sydney die erste Wahl gewesen.
    Danke für die tollen Berichte und die schönen Bilder, die mich immer wieder in Erinnerungen schwelgen lassen. Ganz viel Freude weiterhin auf Deinen Reisen und alles Liebe aus Thailand
    Barbara

  2.         Und wieder Erinnerungen, dieses Mal  an unsere Tour im.letzten Januar. Eigentlich kein  Wunder, denn wir haben eure letzte Isantour zum Vorbild genommen. Und so waren wir auch bei Pe und Familie in deren wundervollen Bungalows. Der Pool war noch im Bau. Und auch vor einem Jahr war der Soi Sawan Wasserfall nur mit viel Phantasie auszumachen. Genau genommen war er ausgetrocknet.
    

    LG Susanne

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