An einem Sonntag in Mukdahan

Wir hatten einen Fehler gemacht. Als wir bei der Planung für Mukdahan zwei Nächte veranschlagten, war die Überlegung, an einem Tag rüber nach Savannakhet zu fahren und uns dort den Ort anzusehen.

Leider hatten wir nicht bedacht, dass wir dafür nochmal ein volles Laos-Visum brauchen, denn die früheren Tagesvisa wurden abgeschafft – wohl eine Folge der vielen Visaruns aus Thailand.

Und nochmal 62 US$ für so einen Kurzausflug war dann doch ein bisschen viel.

Nur – was macht man an einem Sonntag in Mukdahan? Wo alles dicht ist? Wo nix los ist?

Zunächst mal bestaunt man den Sonnenaufgang vom Bett aus.

Dann macht man sich auf die Suche nach der Wäscherei, die wir gestern Abend gesehen hatten – es schienen chinesische Inhaber zu sein, denen ist das Geschäft oft wichtiger als die Sonntagsruhe. Und tatsächlich – ein freundliches älteres Paar nimmt unseren Riesensack Wäsche entgegen, zählt alles akribisch durch, am Ende kommen sie auf einen Preis für Waschen und Bügeln (nicht, dass es da viel zu bügeln gäbe!) von 170 THB (ca. 4,70€) . Da es in der Wäscherei gut riecht, hoffen wir, dass das später auch für unsere Wäsche gilt – da haben wir schon so einiges erlebt …

Heute Abend wissen wir mehr – um 18 Uhr soll alles fertig sein!

Etwas ziel- und ratlos kurven wir dann durch die Stadt, die ziemlich überschaubar ist.  Außen herum zurück, da sehen wir einen großen sitzenden Buddha auf einem Berg. Dort könnte man ja mal hin fahren – falls der Berg nicht auf der anderen Seite des Mekong, in Laos, liegt, was zunächst nicht so einfach auszumachen ist. Aber bald kommen erste Wegweiser zum Wat Phu Manorom und es geht den Berg hoch.

Erdbeeren werden am Straßenrand verkauft und dann geht es nicht mehr weiter. Ein Riesenauftrieb, Stände mit Devotionalien und natürlich Essen, Ordner weisen die Autos hektisch auf einen großen Parkplatz ein, umdrehen geht nicht mehr. Also folgen wir den Anweisungen, stellen das Auto ab und versuchen, raus zu kriegen was hier los ist.

Klar ist, dass es noch ein gutes Stück bis hoch zum Buddha ist. Ebenfalls klar ist, dass man mit dem Auto nicht hin kommt und dass offenbar viele das selbe Ziel haben wie wir.

Aber da steht eine lange Schlange geduldig wartender Thais unter einem Dach. Alle paar Sekunden kommt ein Saengthaw den Berg runter, spuckt eine Ladung Fahrgäste aus, und aus der Schlange steigen die Leute ein.

Wir stellen uns brav hinten an, rücken schnell vor – die Organisation ist super! – und als wir dran sind, werfe ich, wie alle anderen, einen 20 Baht-Schein in eine Box, auf der ein Buddha thront. Vom Ordner werde ich nach dem Geldeinwurf angehalten, einen Wai zu machen – Buddha gibt man nicht einfach nur so eine Spende, man muss ihm auch seine Referenz erweisen.

Im rappelvollen Saengthaw geht’s in rasanter Fahrt den Berg hoch, oben schnell raus, die nächsten warten schon.

Erst mal ein Blick nach unten – der geht weit über die Stadt bis zum Mekong.

Dann drehen wir uns um – da sitzt er, hoch oben auf dem Berg! Davor ist eine kleine Anlage mit Wasser und schattigen Bäumen.


Seltsamerweise drängen die meisten Leute nach links. Da hängt zunächst eine Reihe von Glocken, die von den Besuchern heftig zum Klingen gebracht werden.

Aber dahinter? Da ragt eine gigantische Schlange zwischen den Bäumen empor! Und genau dorthin zieht es offenbar alle!

Wir folgen dem Strom einfach mal – und sind platt! So was hab ich echt noch nie gesehen – eine riesige Naga windet hier ihren langen blauschuppigen Leib in unzähligen Windungen den Berghang hinunter! Ein Wahnsinns-Spektakel – und die Menschen drängen sich an und durch die Windungen hindurch.

Überall werden rote Schleifen angebracht – an den Zacken der Schlange, an jedem verfügbaren Zweig, an einem Kreis in dem zwei Töpfe stehen, wo die Leute versuchen, Münzen hinein zu werfen. All das soll Glück bringen, die ERfüllung von Wünschen …


In einem Wasserbecken schwimmen verschiedenfarbige Kerzen – auch die haben spirituelle Bedeutungen.

Fast vergisst man den großen Buddha hoch oben – aber er schaut ziemlich ungerührt auf das Treiben hinunter.

Wir finden es toll – die Farben, die Menschen … Säter lesen wir im Internet, dass dies eine neue Attraktion in Mukdahan ist, die man möglichst nicht am Wochenende besuchen sollte, weil es dann unglaublich voll ist. Aber genau das hat heute den Reiz ausgemacht – diese fast volksfestähnliche Atmosphäre!

Es gibt hier oben sogar noch einen Aussichtsturm, der noch ein paar Höhenmeter bringt, und vielleicht einen noch besseren Blick.

Den besteigen wir natürlich auch noch und schauen übe die Naga hinweg bis zum Mekong.

Dann geht’s nach kurzem Schlange stehen wieder runter. Anschließend haben wir keine große Lust auf weitere Tempel. Davon gibt es zwar in Mukdahan durchaus ein paar, die sehr sehenswert sein sollen, aber für heute reicht es uns. Stattdessen fahren wir Richtung Freundschaftsbrücke, kommen durch kleine Dörfer. Die Brücke ist – halt eine Brücke, nichts besonderes.

Also wieder zurück – und da kommen wir an einem Schild „Massage“ vorbei. Das wäre nicht schlecht heute – wir steigen aus, fragen nach, und es stellt sich heraus, dass die Schwester der Inhaberin mit einem Schweizer verheiratet ist und die Inhaberin recht gut Schwyzerdütsch spricht, weil sie die Schwester schon oft in Solothurn besucht hat!

Während der – wirklich sehr guten – Thai Massage werden die Sprachkenntnisse etwas aufgefrischt und wir kommen aus dem Lachen kaum heraus. Wer mal nach Mukdahan kommt, sollte sich eine Massage dort bei Sabai Khay nicht entgehen lassen! Der Laden liegt schräg gegenüber vom Aussichtsturm,, alles ist blitzsauber und auf hohem Niveau, trotzdem mit 300 THB für eine Stunde nicht sehr teuer.


Noch die Wäsche abholen – die richtig schön frisch duftet und piccobello sauber ist! – und dann wird’s auch schon Zeit.

Einmal für den inzwischen schon obligatorischen Abendwind, der heute nicht nur noch ein bisschen stärker sondern auch noch ziemlich frisch ausfällt, und für’s Essen beim Wild Wine Why? – wieder absolut Spitze!

Und dazu – ein Vollmond über’m Wasser …

4 Kommentare zu “An einem Sonntag in Mukdahan

  1. Den riesengroßen Buddha haben wir auch von weitem gesehen und überlegt da hoch zu fahren, wir hatten allerdings zu wenig Zeit. Aber der Isaan steht auf unserer Wiederholungsliste ganz weit oben und dann schauen wir uns die gigantische Naga auch mal an. Vermutlich war auch dort die Anzahl der westlichen Besucher recht übersichtlich 🙂 ,oder?

    • Wir waren tatsächlich die einzigen westlichen Besucher! Und wurden ziemlich angestaunt – auch immer mal wieder gefragt, wo wir her kommen. In dieser südlichen Ecke des Isan sind westliche Ausländer tatsächlich noch relativ selten.

  2. Hallo in den Isan. Ich komme kaum mit dem Lesen nach. Einfach toll, was ihr bis jetzt alles erlebt habt. Der Isan gefällt mir nun immer besser. Ihr verpasst derzeit nicht viel in Deutschland – das Wetter ist gruselig kalt und die Sonne haben wir schon ewig nicht gesehen. Weiterhin eine gute Reise und DANKE für die unterhaltsamen Berichte. LG Annette

    • Vielleicht gibt dir das noch den letzten Anstoß, den Isan mal selbst kennen zu lernen! Wir sind jedenfalls erneut total begeistert 🙂

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