Weiß-Gold-Silber

Eigentlich hatten wir auf der Strecke nach Nakhon Phanom nichts besonderes erwartet oder eingeplant. Mal abgesehen vom Wat Pra That Phanom.

Beim letzten Besuch 2017 war da gerade das alljährlich im Februar stattfindende 10-tägige Festival und zigtausende Besucher drängen sich auf dem Areal. Das war zwar ziemlich interessant, aber richtig Ruhe für den Tempel hatte man nicht.

Deshalb waren wir überrascht über die vielen mehr oder weniger spirituellen Highlights, die uns unterwegs auf der Strecke begegneten.

An das Besteigen unseres Straßenkreuzers hab ich mich inzwischen gewöhnt – oberen Haltegriff packen, hochziehen, auf die Türstufe treten und dann auf den Sitz plumpsen lassen. Sieht zwar nicht gerade elegant aus, klappt aber 😉

Weil heute wirklich nur eine ganz kurze Strecke vor uns lag, ließen wir es gemütlich angehen, auch was die Route anging. Statt die gut 100 km über den wesentlich schnelleren mehrspurigen SH212 in knapp 1 1/2 Stunden zurück zu legen, nahmen wir zuerst das kleine Landsträßchen 3015, das sich am Mekong entlang schlängelt.

Und zwar durch ein Dorf nach dem anderen …



Sogar auf dieser kleinen Nebenstraße sind die touristischen Highlights aber überraschend gut ausgeschildert!

Viel Verkehr war hier nicht – überhaupt ist auf den Straßen im Isan nicht viel los und das Tempo sehr gemäßigt. Sogar die Mopeds fahren eher langsam.

Am rechten Straßenrand tauchen riesige Kreuze auf – in einem buddhistischen Land? Ein Schild an einer Mauer gibt Aufschluss:

Wir halten an und schauen, was sich hinter einer massiven runden Mauer verbirgt – und sind platt. Eine Art Monumentalbau in rotem Sandstein.

Im Hof des Schreines ein recht kitschiges Figuren-Ensemble.

Alles wirkt fast gespenstisch, total menschenleer. Wäre da nicht die kleine Nonne, die freundlich grüßend an uns vorbei radelt …

Auf dem Wegweiser hatte noch was von Rapids, Stromschnellen, gestanden – die wollten wir als nächstes suchen. Kang Ka Bao fanden wir – statt der Stromschnellen landen wir aber erneut in einer religiösen Umgebung.

Nur – die der Buddhisten sind irgendwie deutlich freundlicher und fröhlicher als die der Christen! Statt strenger Mauern gibt es hier eine elegante silbrig und weiß glänzende Naga, die sich durch einen heiteren kleinen Park windet.


Und statt geschäftiger Nonnen gibt es hier Mönche, die offenbar nicht viel zu tun haben. Außer, die beste Position für ein Selfie zu finden.

Und es gibt wunderschön verspielte Laternen, die mit ihren schwarz-goldenen Nagas einen reizvollen Kontrast zur silberweißen Riesenschlange bilden.

Ach ja – ein paar kleine Stromschnellen gibt es auch …

Weil uns die aber ziemlich lächerlich vorkommen, suchen wir weiter. Biegen in einem Dörfchen auf gut Glück Richtung Mekong ab. Da gibt es aber auch nicht viel zu sehen – außer ländlicher Idylle mit großen Regenfässern und den netten Mülleimern aus alten LkW-Reifen, die hier vor jedem Haus stehen.

Wir geben die Suche auf und fahren weiter, nach That Phanom, wo einer der bedeutendsten Tempel des Isan steht – der Wat Phra That Phanom. Es ist einiges los im Städtchen, ganz offensichtlich laufen bereits die Vorbereitungen für das Tempel-Festival im Februar, denn viele Stände werden bereits aufgebaut.

Erst nach einigem Herumkurven finden wir einen Parkplatz, der nicht gebührenpflichtig ist. Denn wir haben wenig Lust, wie beim letzten Besuch 100 Baht fürs Parken zu bezahlen. Schon von weitem sieht man den mehr als 50 m hohen weiß-goldenen Chedi bzw. That, der an der Spitze mit 16 kg purem Gold verziert ist.

Die gesamte Anlage ist ein Traum in Weiß und Gold, umgeben von einer Mauer.

Im Inneren glänzt ebenfalls alles in Gold und Marmor.

Noch ein paar Kilometer über’s Land …

… dann ist Nakhom Phanom erreicht. Weil’s beste Nachmittags-Kaffeezeit ist, gibt’s zuerst mal Kaffee und Kuchen in dem hübschen Café des Landmark Hotels, direkt an der Promenade.

Dann ein Bummel entlang der Promenade, wo es allerhand zu sehen gibt. Zu allererst natürlich der Wahnsinnsblick rüber über den Fluss, nach Laos, mit den imposanten Karstbergen am Horizont.


Egal aus welcher Perspektive, ob mit ohne mehr oder weniger dekoratives Beiwerk – es ist beeindruckend.


Hier wird viel für die Fitness der Bürger getan – es gibt nicht nur einen ausgewiesenen Radweg (der auch gerne zum Joggen genutzt wird), sondern auch jede Menge Trimm-Dich-Geräte, die farbenfroh zum Strampeln, Steppen und anderen Aktivitäten einladen.


Und auch tatsächlich eifrig genutzt werden! Da braucht man kein teures Studio!

Und natürlich gibt es nicht nur für den Leib, sondern auch für die Seele was – eine riesige Naga blickt über den Mekong nach Laos.

Damit man weiß, wo man ist und wo’s hin geht, gibt’s auch eine Infotafel.

Nachdem wir alles – oder das meiste – an der Promenade gesehen haben, fahren wir Richtung Hotel. Im River Hotel haben wir auch beim letzten Mal übernachtet – mit modernen und pieksauberen Zimmern ab 790THB ist es wieder eine sehr gute Wahl

Auch der Blick ist nach wie vor eindrucksvoll – auch wenn er durch Bauarbeiten am Flussufer beeinträchtigt wird. Überall scheinen sie den Mekong mit einer Promenade versehen zu wollen  – auch dort, wo kein Mensch sie nutzt!

Zum Essen gehen wir dieses Mal nicht ins Hotel-Restaurant – schon wieder bläst ein eisiger Wind vom Osten – sondern in die Stadt. Mit ein bisschen Abstand zum Fluss lässt sich der Wind besser aushalten – Jacken brauchen wir aber trotzdem.

Immerhin können wir von der Terrasse des kleinen Lokals den Aufgang des Blutmondes beobachten – ein tolles Spektakel, nur leider hat mir der scharfe Wind fast die Kamera aus der Hand gerissen, es gibt also nur ein Wackelbild.

Zurück im Hotel merken wir, dass Weihnachten hier noch lange nicht vorbei ist. Passend zum Thema strahlt auf dem Vorplatz ein silberner Weihnachtsbaum.

Auch die etwas futuristische Lobby machte abends Eindruck in Weiß und Silber.

Und schließlich hat der Mond seine blutrote Farbe inzwischen verloren und wirft Silberbahnen auf’s dunkel Mekong Wasser.

Die kurze Strecke von heute: 

4 Kommentare zu “Weiß-Gold-Silber

  1. Ich habe versucht, das Tempelfest im Wat Phra That Phanom zu recherchieren. Es findet i.d.R. im Februar statt und dauert 7 – 11 Tage (die Angaben variieren je nach Internetseite).
    Das Festival beginnt am 10. Tag des 3. Mondmonats. Und wann das ist, kann man nur schätzen. Diesmal angeblich am 1. März. Mir ist das ein Rätsel, wie man mit so einem Kalender leben kann. 😉

    • Irgendwie scheinen die Thais anders zu zählen als die Chinesen. Denn 2017 war das chines. Neujahrsfest (= 1. Tag des 1. Mondmonats) am 28. Januar, das Tempelfest im Wat Phra That Phanom begann am 4. Februar, wir waren am 6. dort …
      Stellt mich auch vor ein Rätsel.

  2. Oh, die Route rückt immer weiter nach oben auf der Wiederholungsliste. Ich habe oftmals ganz wehmütig auf die blauen Schilder mit den Sehenswürdigkeiten geschaut, weil uns die Zeit im Nacken saß und wir daran vorbei fahren mussten. Ist das nicht eine ganz wunderschöne Gegend? …und dann übernachten wir im River Hotel, war bei uns leider ausgebucht.

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