Die letzten Mekong-Kilometer

Der Mekong hat uns jetzt über 600 km mehr oder weniger täglich begleitet, fast immer hatten wir ihn auch vom Hotelfenster im Blick. Wir hatten tolle Sonnenauf- und -untergänge, auch der Vollmond spiegelte sich im Fluss – es war einfach nur schön!

Jetzt sind wir aber quasi auf der Zielgeraden, die letzten knapp 200 km Mekong-Route liegen vor uns.

Gleichzeitig ist das aber auch mit die schönste Strecke, weil sie immer wieder ganz nah am Fluss verläuft.

Da wir morgens immer ziemlich herum trödeln, laufen wir erst recht spät beim Frühstück ein und sind erst mal platt: Das Frühstück wird in einer Art Festsaal angeboten, fürchterlich steril und völlig leer.

Das scheinbar üppige Büffet bot nichts wirklich genießbares – zumindest, wenn man morgens keine Congee mag und auf verkochtes Gemüse auch keinen Wert legt. Aber man war immerhin bereit, uns Spiegeleier zu machen, dazu gab’s den üblichen süßlichen Toast und Margarine aus einem großen Topf. Außerdem gelbes und pinkfarbenes Gelee … Fast wie im Süden von Myanmar!

Noch einmal kurz umschauen – eigentlich ist das kleine Resort wirklich schön, aber man gibt sich leider nicht allzuviel Mühe.  Laos ist eben nicht weit weg – und ethnisch sind die meisten Menschen hier Laoten, da geht es doch eher gemächlich zu.

Auf dem Weg nach Nordwesten geht’s so weit wie irgend möglich immer auf der 211 oder auch auf noch kleineren Fluss-nahen Sträßchen entlang, auch wenn das Navi einen viel lieber quer durch’s Land schicken würde. Die Straßen sind durchweg recht gut, teils staubig, die Dörfer klein, aber irgendwie aufgeräumt und ordentlich.


Wir begegnen erstaunlichen Beifahrern auf Motorrädern …

… und auf ländlichen Fahrzeugen.

Irgendwie schein im Isan der Campingwahn ausgebrochen zu sein – auf jedem freien Flecken am Ufer des Mekong haben sich Zeltplätze mit Mini-Zelten angesiedelt.




Weil wir immer wieder anhalten, um die Szenerie aufzusaugen, zieht sich die Fahrzeit mächtig in die Länge.



Es wird Zeit für einen Kaffee – bei einem winzigen Café legen wir eine Vollbremsung hin und es gibt Torte und Cappuccino vom Feinsten!

Die Landschaft wird jetzt deutlich hügeliger.


Schließlich erreichen wir Chiang Khan, hier übernachten wir wieder im River Mountain Resort, in der Hoffnung, dem Trubel und Lärm der Walking Street ein bisschen zu entgehen. Noch immer hat das Hotel kein Schild in englischer Sprache – aber immerhin inzwischen einen Hinweis auf ein Reisebüro.

Wie beim letzten Aufenthalt gab’s auch dieses Mal wieder ein Upgrade, sogar in eines der Deluxe Riverview-Zimmer, die in der ersten Reihe mit direktem Blick auf den Mekong liegen.



Das Resort ist bildschön und top gepflegt, der Garten ein Farbenrausch, auch die Zimmer können sich sehen lassen.


Trotzdem bleiben wir nicht allzu lange – bevor es dunkel wird, wollen wir noch ein bisschen ins Dorf. Noch schnell ein Gang durch den Garten – nach rechts kann man bis zum Ort blicken, links nichts als Fluss und Landschaft!


Im Dorf parken wir wieder am Sportplatz, da findet man immer was. Fast sofort stolpern wir über etwas das wie eine Altkleidersammlung aussieht.


Tatsächlich handelt es sich hier jedoch um einen Lingam, ein riesiges Penissymbol, bei dem Frauen entweder um Kindersegen bitten oder sich mit einer milden Gabe dafür bedanken, dass es geklappt hat mit dem Nachwuchs!

Direkt daneben wieder was zum Staunen – riesige maskierte Figuren!

Es sind Phi Ta Khon Geister, Masken, die während eines dreitägigen Festivals irgendwann zwischen März und Juli durch die Dörfer getragen werden. Das Spektakel findet in vielen Kommunen im Loei Distrikt statt, das genaue Datum wird jeweils vom Medium des Dorfes bestimmt. Wir werden diese Masken noch an vielen Stellen sehen – als Deko am Straßenrand, auf großen Plakaten, in kleinen Versionen zum Verkauf in der Walking Street oder auch an Menschen.

Ein paar Schritte weiter stoßen wir auf eine Art Alien oder Ritter (der Landstraße) – ganz in glänzendes Alu gehüllt, sitzt er regungslos da.

Sein Nachbar ist deutlich mobiler – er spielt Flöte und Gitarre.

Einfach die Uferpromenade im Abendlicht entlang schlendern. Hat was …

Die (letzten) Blicke auf den Mekong ebenfalls!


Gelegentlich gibt’s aber auch noch am Boden was Nettes zu sehen.

Wir gehen hoch zur Walking Street, wo jeden Abend ein rund 1 km langes Büffet aufgebaut wird! Unzählige Stände bieten so ziemlich alles, was die Thai und vor allem die Isan-Küche hergibt. Hungrig geht hier keiner nach Hause – und man muss auch nicht unbedingt im Stehen oder Gehen essen, es gibt immer mal wieder Tische und Stühle.

Das Licht schwindet schnell in der engen Straße zwischen den alten Holzhäusern – die Stimmung ist toll und wir genießen nur noch!

Deutlich weniger genussvoll war dann allerdings die Nacht – bis nach 1 Uhr dröhnten die Bässe des benachbarten Restaurants, ohne Ohrenstöpsel wäre schlafen unmöglich gewesen! Am Morgen auf Nachfrage nur Achselzucken … so ist das halt hier!

Die letzten 186 km am Mekong:

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