Abschied vom Isan

Also echt – die letzte Nacht war wirklich kurz!

Die wummernden Bässe gingen selbst mit Ohrstöpseln bis in den Magen, richtig schlafen konnte man erst nach 1 Uhr. Und morgens um 6 fingen die Mönche schon wieder an zu singen.

Aber so kommt man immerhin in den Genuss, dem Mekong beim Aufwachen zuzusehen! Bloß – der hatte sich über Nacht irgendwie verflüchtigt. Nix war zu sehen, außer einer Nebelwand!

Das kennen wir noch vom letzten Mal! Chiang Khan ist berüchtigt – oder berühmt – für seinen Morgennebel, der allerdings auch zu wunderbaren Eindrücken führen kann. Von einem nahe gelegenen Berg aus kann man den „Sea of Fog“ vor Sonnenaufgang beobachten, falls man zur Kategorie der Frühaufsteher gehört.

Tun wir nicht, also einfach vom Bett aus zusehen, wie sich so langsam der Fluss wieder aus dem Weiß-Grau heraus schält …

Frühstück gibt’s hier (wie fast überall) bis 10 Uhr – bis dahin war’s dann auch halbwegs warm, denn nachts kühlt es überall ziemlich ab, so dass wir in den letzten 10 Tagen nie eine Klimaanlage gebraucht hatten.

Für heute hatten wir einen Ausflug nach Loei und von dort zur Kirschblüte auf dem Plan. Erhard vom Reiseforum hatte mir kürzlich eine Mail geschickt „Liegt das bei Euch auf dem Weg? Kirschblütenfestival …“ Lag’s zwar nicht direkt, aber nachdem wir ja zwei Tage in Chiang Khan sind, kann man von hier aus ja mal hin fahren.

Wir suchten noch nach weiteren Infos im Netz und fanden raus, dass von drei Orten aus Shuttles zu der Blütenpracht fahren sollten, unter anderem vom TAT (Tourism Authority of Thailan) Büro in Loei aus. Das TAT Büro in Loei fanden wir nach einiger Sucherei auch – ein imposantes Gebäude!


Drinnen drei junge Damen, die total aus dem Häuschen gerieten, weil sich endlich mal Touristen hierher verirrten! Leider waren ihre Englischkenntnisse bei weitem nicht so groß wie ihre Begeisterung – es dauerte ewig, bis wir dem Trio verständlich machen konnten, wo wir eigentlich hin wollten. Ohne Übersetzer App wären wir vermutlich schon hier kläglich gescheitert!

Dann fiel der Groschen – „Sakura festival!“ riefen sie begeistert und es wurde sofort hektisch telefoniert. Das Ergebnis war allerdings ernüchternd: Die angekündigten Shuttles gibt es nicht von hier aus bzw. zumindest nicht unter der Woche. Wir müssten zum Eingang des Nationalparks fahren, dort sollen auch unter der Woche Shuttles fahren. Sollte 1.500 Baht kosten, falls nicht noch andere mitfahren. Hinzu kommen 400 Baht Park-Eintritt pro Person sowie 50 Baht für einen Guide. Also rund 2.500 Baht (= ca. 70 €) – und es war noch nicht mal sicher, ob es auch klappen würde.

Irgendwie war uns das dann doch zu viel, wir bedankten uns, wurden noch mit Broschüren überhäuft (die meisten ausschließlich in Thai) und sahen zu, dass wir weiter kamen. Auf dem Gelände wurde gerade eine Feier oder was ähnliches vorbereitet , jedenfalls gab’s gerade Essen auf Rädern.

Und nebenan, an den Essenständen, waren die Damen alle recht festlich gekleidet. Allerdings trübten die Sweatshirts und dicken Jacken (bei 30°C!!!) den Eindruck etwas.

Auf dem Rückweg gerieten wir in einen Pulk Motorräder – es waren bestimmt 30-40, die laut dröhnend an uns vorbei fuhren. Vermutlich waren sie auf dem Weg zu einem der vielen Zeltlager am Mekong …


Immer wieder sahen wir Hinweise/Wegweiser zu „Tai Dam“ – dummerweise hielt ich das für einen Staudamm, tatsächlich handelt es sich jedoch um das Volk der „Schwarzen Tai“, einem Volksstamm, der hier in der Gegend lebt und den Namen von seiner schwarzen Kleidung hat. Offenbar kann man einige der Dörfer besuchen – falls also jemand mal hier in der Gegend ist …

Zurück in Chiang Khan ging’s nach einer Kaffeepause wieder an den Fluss. Wo der Mekong eine große Schleife macht, gab es mal einen netten Aussichtspunkt, wir wollten schauen, ob’s den noch gibt. Allerdings landeten wir zuerst woanders, an einem College, wo der Unterricht offenbar ins Freie verlegt worden war.

Immerhin gab es hier offenbar auch so was wie eine Schulcafeteria – in einem Schulbus!

Der echte Schulbus sah deutlich weniger schick aus.

Am Ufer stießen wir auch wieder auf die Phi Ta Khon Masken – zwar bunt, aber doch recht furchteinflößend kommen sie daher! Das muss ein tolles Spektakel sein, wenn möglicherweise der halbe Ort so maskiert ist!

Am Ende des nächsten Dorfes kamen wir schließlich zur Mekong Schleife – und zu einer riesigen Baustelle! Der nette Ufermarkt ist verschwunden bzw. umgesiedelt worden in langweilige Betonbuden und man baut offenbar an einem Park oder was ähnlichem. Trotzdem gibt’s nette Ausblicke auf den Fluss, der dort ein paar Stromschnellen aufweist.


Und wir begegnen auch wieder einer Maske – diesmal steckt ein Mensch darunter, der regungslos auf einem Hocker posiert und auf ein paar Baht hofft.

Wir fahren zurück Richtung Walkingstreet und parken wieder am Sportplatz, wo gerade die Mädchen-Fußballmannschaft trainiert!

Heute ist Freitag – das merkt man sehr deutlich, es ist wesentlich mehr los als gestern. Und die Leute sind auch – viele mit Kindern – wesentlich früher unterwegs als gestern. Wir sehen der Eiszubereitung mit einfachsten Mitteln mindestens genauso fasziniert zu wie die kleinen Mädchen.

Ansonsten gibt e nur noch rumschlendern, schauen, futtern – und natürlich ein eiskaltes Bier!


Auch Abschiede können schön sein – zumal es morgen ja weiter geht!

5 Kommentare zu “Abschied vom Isan

  1. Schade, ich hab so auf Fotos vom Sakura-Festival gehofft. Erhard hat uns zwar auch die Info weitergegeben, aber für uns ist das etwas zu weit vom Schuss. Wir fahren zwar durch Loei, aber die Kirschbäume sind 130 Kilometer von der Stadt Loei entfernt und nicht 24 Kilometer, wie „Der Farang“ (Das Zentralorgan für deutsche Rentner in Thailand) fälschlicher Weise behauptet. Die 24 Kilometer müssen im Minibus zurückgelegt werden, weil die Straße schmal ist und man oben kaum parken kann.

  2. Alles Erinnerungen an unsere Isaanreise vor ein paar Jahren. Sind damals von Loei in den Süden gefahren, immer am Mekong entlang. In Loei gibt es ein kleines Museum genau über diese Geistermasken. Beim Wasserfest werden diese getragen. Sie werden oder wurden aus alten Reiskörben gefertigt. Eine kleine habe ich mir mitgenommen und sie erinnert uns an diese tolle Reise durch den Isaan und am Mekong entlang.
    Liebe Grüße
    Christina

    • Wenn wir das mit dem Museum gewusst hätten, wären wir garantiert rein gegangen! Danke für den Tipp – nützt vielleicht anderen Lesern 🙂

    • Danke, Christina!

      Hab Deinen Eintrag zum Anlass genommen, nach dem Museum zu suchen. Es ist das Dan Sai Folk (Phi Ta Khon) Museum im Wat Phon Chai. Wir fahren zwar geplanter Weise durch die Loei, aber leider liegt der Tempel 84 km westlich der Stadt Loei, das wir uns vermutlich zu weit für einen Abstecher sein.

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