Nicht mehr sehr königlich – Phitsanulok

Phitsanulok und Sukhothai – unsere nächsten Ziele gehören zu den historisch bedeutsamsten in Thailand.

Beide waren Hauptstädte früherer Königsreiche, beide beeinflussten die Kultur und Geschichte des Landes nachhaltig.

Aber während man in Alt-Sukhothai die Vergangenheit noch überall sehen, spüren, nachvollziehen kann, ist in Phitsanulok davon kaum noch was zu spüren.

Dabei war Phitsanulok im 14. und 15. Jh. ein Zentrum der Macht – Könige residierten hier, andere wurden hier geboren.  Heute gibt es außer dem Wat Yai  in Phitsanulok nicht viel zu sehen. Die Stadt wurde 1957 durch ein Feuer fast vollständig zerstört und der Wiederaufbau brachte keine architektonischen Meisterwerke mit sich.

Phitsanulok war unser nächstes Ziel nach Chiang Khan. Rund 260 km, ein guter Teil davon durch die Berge. (Fast alle folgenden Bilder wurden durch die inzwischen ziemlich schmutzige und zudem getönte Windschutzscheibe fotografiert -die Qualität ist entsprechend … )

Dort herrschte teils reger Gegenverkehr …


Meistens sah es allerdings so aus:


Farbig wurde es in Phu Ruea, dem Blumenanbaugebiet.

Und nicht nur hier – eine völlig durchgeknallte Hotelanlage strahlte total in Pink!

Wer hier die Welt nicht durch ne rosarote Brille sieht – dem ist nicht mehr zu helfen 😉 Wir wollten trotzdem nicht einchecken, sondern fuhren weiter. Leider stellten wir bald fest, dass die Burning Season teilweise schon jetzt anfing. Obwohl das Abbrennen von Feldern und Gebüsch eigentlich verboten ist, hält man sich im Norden Thailands nicht daran – überall gibt es im Frühjahr Brandrodungen und es werden die Stoppeln der Reisfelder abgefackelt.

Dass das alljährlich zu verheerenden Konsequenzen führt – schwere Atemwegserkankungen, Flughäfen werden gesperrt, Schulen wegen des Smogs geschlossen – ändert an der Lage so gut wie gar nichts. Wer in den Norden von Thailand reisen will, sollte das bis allerspätens Ende Januar tun – danach wird die Situation in manchen Regionen fast unerträglich!

Heute ging es noch – und wir waren auch bald raus aus den Bergen und legten einen Kaffeestopp an einer der unzähligen Tankstellen mit Café ein. Hier hatten wir einen Volltreffer gelandet – nicht nur war der Eiscappuccino superlecker, wir hatten auch eine wirklich nette Aussicht!


Die letzte Strecke bis Phitsanulok führte kilometerlang an saftig-grünen Reisfeldern entlang. Hier erfolgt der Anbau nicht kleinteilig, in Familien-Feldern mit kleinen Erdwällen als Abgrenzung dazwischen, sondern großflächig.

An manchen Stellen war der Reis schon mehr als nur grüne Halme, man konnte die Körner deutlich erkennen.


Und leider konnte man auch immer wieder Brandrodungen sehen!

Wenig später war Phitsanulok erreicht. Unser Hotel lag direkt am Fluss – der dort leider eine einzige Baustelle war. Nicht weit weg war der Wat Yai.

So richtig umgehauen hat er mich allerdings nicht – möglicherweise sind wir schon ein bisschen wat-müde … Bemerkenswert war hier nur das Verbot, im Inneren im Stehen zu fotografieren.

Und ein äußerst seltsame Buddha-Darstellung: Buddha liegt im Sarg, aber seine Füße ragen heraus!

Viel mehr an Sehenswürdigkeiten hat Phitsanulok nicht zu bieten, obwohl wir gut 3 km am Fluss entlang marschierten, immer in der Hoffnung, doch irgendwas interessantes zu entdecken.

Und ähnlich wie in Mukdahan ist hier schon ab ca. 19 Uhr alles dicht! Wir wollten nach dem Essen (ausnahmsweise mal im Hotel – aber überraschenderweise unglaublich gut! Wer hier mal herkommt, sollte im Yodia Heritage unbedingt eine Tom Yam Gung essen – allein schon wegen der riesigen Riverprawns jeden Baht wert, aber auch der Geschmack war unglaublich!) noch irgendwo ein Bier trinken. Nach ca. 1 km Fußmarsch wollten wir schon aufgeben, bis wir eine Art Animierbar entdeckten, wo sie uns eine Flasche Chang verkauften. Später fanden wir heraus, dass es ca. 3 km weiter am Fluss einen netten Nachtmarkt gibt – aber das war dann leider zu spät für uns.

Am nächsten Morgen gab es ein wirklich fantastisches Frühstück – auch mal wieder schön nach den eher sparsamen Angeboten im Isan.

Dann unternahmen wir noch einen Versuch, Phitsanuloks verborgenen Charme zu entdecken – leider vergeblich. Zwar fanden wir das örtliche Nähzentrum …


Und entdeckten auch eine Art Ess-Meile – eine überdachte Galerie mit unzähligen kleinen Essbuden/Restaurants, die sich über ein paar hundert Meter direkt am Fluss entlang zieht. Jetzt war alles dicht, abends steppt hier bestimmt der Bär!

Aber das war’s dann auch. Also ging’s weiter – nach Sukothai!

Von Chiang Khan nach Phitsanulok

3 Kommentare zu “Nicht mehr sehr königlich – Phitsanulok

  1. In der Nähe vom Bahnhof gibt es auch einen Nachtmarkt. Übrigens auch einer, in und an dem es keine Sitzgelegenheiten gibt. Das fiel uns im Januar fast überall auf. Nachtmarkt ja, sitzen nein.

      • Klar, das machen sie auch.
        In früheren Jahren gab es aber auf den Nachtmärkten in ganz Thailand nach meiner Erinnerung immer Sitzgelegenheiten. Die kleinen bunten Hockerchen an den wackeligen Tischen. Gerade im Isan habe ich die schwer vermisst. Vor einigen Jahren waren wir schon mal in Ubon Ratchathani. Und sassen an Tischen.Dieses Jahr waren die Tische ebenso verschwunden, wie alles andere, wo wir es uns hätten gemütlich machen können. Oder wir waren auf einem anderen Nachtmarkt. Aber vielleicht haben es die Thais heute zuhause gemütlicher als damals.

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