Südsee-Feeling …

Frühes Aufstehen war heute angesagt. Eigentlich sollte unsere Inseltour erst um 8:45 losgehen, aber gestern Abend kam noch ein hektischer Anruf, man werde uns bereits um 7:15 abholen.

Warum, war uns nicht klar, aber Widerstand war ziemlich zwecklos.

Also stehen wir um 7:15 mit Schnorcheln und Handtüchern im Gepäck in der Lobby und harren der Dinge, die kommen sollten.

Die kommen aber erst mal mit Verspätung, denn das Auto unseres Abholers, Thein Htoo, war nicht angesprungen. Im offenen Tuktuk geht es runter nach Kawthaung zum Jetty und schon auf dem Weg ist auffallend, dass die Straßen hier sehr sauber sind, es liegt praktisch kein Abfall herum. So kennen wir Myanmar gar nicht!

Htoo liefert uns glücklicherweise nicht einfach nur am Jetty ab – sonst würden wir vermutlich noch immer dort herum stehen und versuchen, rauszufinden, in welches der Boote wir steigen sollen. Denn anders als von uns erwartet, ging es keineswegs direkt vom Jetty aus auf’s Ausflugsboot, sondern wir müssen zunächst um 8 Uhr mit einer etwas betagten Fähre zu der direkt vorgelagerten Insel Pulo fahren. Hier liegt das Grand Andaman Hotel, das auch der Veranstalter der heutigen Tour ist, und von dessen Pier sollte es losgehen.

Die Fahrt ist kurz und man hat einen wunderbaren Über- und Rückblick auf und über Kawthaung.


Fischerboote fahren an uns vorbei …

Nach knapp 10 Minuten Fahrt legen wir auf Pulo an, auf der außer dem Grand Andaman Island Hotel nichts weiter ist. Dort werden wir zusammen mit einer Handvoll weiterer Teilnehmer in einer Art Terminal  zunächst mal quasi zwischengelagert, bekommen was zu trinken und Kekse und erfahren, dass man noch auf das Speedboot wartet, das weitere Personen aus Ranong (Thailand) bringt.

Das dauert …. Es ist schon deutlich nach 9:00, als das Boot endlich kommt, bereits gut besetzt mit Touristen aus Thailand und China. Zwar haben angeblich 45 Personen Platz auf dem Boot und heute sind es nur 26, uns kommt es aber dennoch reichlich voll vor.

Statt dass es jetzt endlich los geht, fahren wir aber nochmal zurück nach Kawthaung – der Grund bleibt unklar. Dann nimmt das Boot aber endlich Kurs auf die offene See und düst los. Und fast sofort fangen unsere Mitfahrer an, Selfies zu machen …

Nach gut 30 Minuten taucht ein Strand der Kategorie „Traumstrand“ auf, das Boot steuert drauf zu. Aber noch dürfen wir nicht von Bord, es werden lediglich Kisten ausgeladen – hier werden wir erst später zum Lunch anlegen.


Das Wasser ist glasklar, der Sand sieht verführerisch aus – aber es gibt erst noch ein anderes Ziel. Wir wollen zum Cocks Combe Island,einer felsigen Insel, die eine Besonderheit bietet: Hinter der scheinbar undurchdringlichen Felswand verbirgt sich eine Lagune, zu der man zu bestimmten Zeiten unter dem Felsen hindurch hinschwimmen kann.

(Foto: Grand Andaman Travel)

Nur wenn der Wasserstand niedrig genug ist, kann man gefahrlos unter den Felsen durch – wir haben heute Glück, es geht gerade so eben, aber viel Luft nach oben ist nicht.

Während Dieter und ich problemlos auf eigene Faust unter den Felsen hindurch schwimmen und recht schnell im Inneren sind, haben viele der asiatischen Mitfahrer ziemliche Schwierigkeiten, den viele können nicht schwimmen!

Mit angelegten Schwimmwesten werden sie an Rettungsringen und mit Seilen ins Innere der Insel gezogen, wo wir bereits begeistert unsere Runden ziehen und einige Minuten fast alleine genießen können. Leider hab ich keine wasserdichte Kamera – es gibt also keine Aufnahmen vom Inneren, aber es ist einfach überwältigend! Glasklares Wasser, hoch aufragende Felswände und die Sonne, die alles zum Funkeln bringt.

Bis wieder alle draußen und auf dem Boot sind, dauert es – aber dann geht es weiter. Die Felseninsel lassen wir hinter uns – kaum vorstellbar, dass man durch diese Wände durch kommt!

Es geht zurück zum Puderzucker-Strand auf Tafook Island.

Vollkommen unberührt liegt er vor uns, keine Fußspuren, jungfräulich …


Zumindest für ein paar Minuten – dann laufen 26 Paar Füße durch den schneeweißen Sand. Die Schaukeln werden gestürmt und unzählige Selfies geschossen.


Dann lockt die meisten allerdings das (gar nicht mal schlechte) Essen, mit viel Seafood und scharfem Thai Curry. Anschließend wird geschnorchelt und herumgeplanscht – obwohl das Wasser nicht tief ist, trauen sich viele nicht ohne Helfer ins Wasser, sondern lassen sich an Schwimmringen herumziehen.


Schließlich geht es weiter – unsere muntere Crew hat alles wieder auf dem Boot verpackt und dafür gesorgt, dass kein Abfall auf der Insel zurück bleibt! So ein bisschen weiß man auch hier inzwischen, dass man die Natur schützen muss und Plastikabfälle nicht wirklich den Tourismus fördern.


Ein letzter Blick zurück … Inzwischen ist noch ein weiteres Boot angekommen, aber noch hält sich der Andrang hier in Grenzen.

Wir halten noch zwei Mal an, schnorcheln im glasklaren Wasser, sehen bunte Korallen, Riffe, Schwärme von Fischen. Schließlich lässt der Elan bei allen deutlich nach, wir sind müde – es geht zurück. Die Fotos des Tages werden angeschaut und kommentiert.

Langsam verschwinden die Inseln am Horizont.

Zurück in Kawthaung nehmen wir ein Tuktuk vom Pier ins Hotel, weil es uns zu umständlich ist, Htoo anzurufen und auf ihn zu warten. Bis wir im Hotel sind, ist es schon fast Abend, der Himmel macht sich schon langsam bereit für eine neue dramatische Inszenierung.

Und dann erwartet uns als Zugabe zum Essen wieder ein Feuerwerk am Himmel – die Sonnenuntergänge sind hier einfach grandios!

5 Kommentare zu “Südsee-Feeling …

  1. Hi,
    kannst Du mir sagen, mit wem Ihr diese beiden traumhaften Touren gemacht habt und was sie jeweils gekostet haben? Habt Ihr direkt am Vorabend gebucht und wo? Würdet Ihr es wieder genauso machen oder wißt Ihr jetzt, was man besser machen könnte?
    Beide Touren sehen ja toll aus – wenn aber aus Zeitgründen nur eine möglich wäre, welche hätte Euch besser gefallen – und warum?
    Entschuldige bitte die vielen Fragen, aber es würde mir bei der Planung helfen, wenn ich da etwas genauer Bescheid wüsste 🙂 In der zweiten November-Hälfte bin ich da 🙂

    • Leider sind die Touren im Mergui Archipel ziemlich teuer, du musst mit mindestens 100€ pro Tour rechnen – und weil es kaum Konkurrenz gibt und die Nachfrage hoch ist, gibt es auch kaum Verhandlungsspielraum. Wir hatten die Touren vorab gebucht – wäre aber nicht nötig gewesen, denn hier wird ggf. einfach ein Boot mehr eingesetzt, wenn die Nachfrage entsprechend ist.
      Buchen kannst du direkt in Kawthaung, z.B. bei Grande Andaman Travel oder im Kento Dive Center beim Uhrturm oder über dein Guesthouse.
      Beide Touren sind toll, wenn du gerne schnorchelst, würde ich die 1. Tour machen, da waren wir eindeutig mehr im Wasser.
      Viel anders machen kann man leider nicht, man hat praktisch keine Wahl, die Touren sind mehr oder weniger Fertigkost. Einfach ein Boot anheuern und seine eigene Tour machen, geht nicht, das ist streng reglementiert.
      Im November musst du noch mit Regen und unruhiger See rechnen, insofern macht es wirklich Sinn, das alles sehr kurzfristig vor Ort zu buchen.

      • Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Gut, dass es sogar vor Ort mehrere Anbieter gibt. Ich hatte noch Lifeseeingtours angeschrieben, aber sie haben bisher nicht geantwortet.
        Die Höhe der Kosten habe ich mittlerweile schon geahnt – werde ich dann kurzfristig entscheiden, den See in der Insel finde ich allerdings wirklich faszinierend 🙂
        Ich finde auch den Eintrag mit der Brück in Kawthaung sehr interessant – wollte eigentlich durch Kawthaung nur so schnell wie möglich durch – das hat sich jetzt geändert 😉

  2. Mein 1. Kommentar auf dieser Seite gehört eigentlich zu „Insel-Perlen“ – vielleicht kannst du ihn ja auf dieser Seite löschen. Nun kommt der Kommentar zu „Südsee-Feeling“:

    Also das ist ja lustig: Vor 10 Minuten schrieb ich, daß mich euer Bootsausflug stark an manche thailändische Insel erinnerte, und nun lese ich hier (ich lese deine Beiträge in der falschen Reihenfolge) von der Lagune, zu der man unter den Felsen hindurch schwimmen kann.

    Das ist nun tatsächlich exakt wie unser Ausflug auf Koh Mook zu einer wunderschönen türkisfarbenen Lagune. Zuvor mußte man ca. 80 m (so meine ich mich zu erinnern, es war auf jeden Fall eine sehr lange Strecke) durch einen engen, total finsteren Felstunnel schwimmen, eine echte Herausforderung selbst für mich, vor allem aber für die vielen des Schwimmens unkundigen Asiaten, die sich an Seilen und mit Schwimmhilfen mühsam ins Innere hangeln mußten – genau wie bei euch 🙂

  3. Das war ja wirklich mal ein Traumstrand! Und die Farben von Wasser und Sand, einfach herrlich…

    In Thailand haben wir ab und zu auch mal einen solchen Ausflug gemacht. Wenn ich nicht wüßte, daß ihr in Myanmar wart, könnten das auch Bilder von einem der paradiesischen Strände auf einer thailändischen Insel sein – so sehen sie jedenfalls in meiner Erinnerung aus.

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