I n s e l – P e r l e n

Mehr als 800 kleine und größere Inseln liegen im Mergui Archipel.

Bis vor wenigen Jahren durften Ausänder diese traumhafte Ecke der Andamanensee jedoch überhaupt nicht oder nur im Rahmen einer sündhaft teuren Tauchtour besuchen, wo man auf dem Schiff übernachten musste.

Einzige Ausnahme war Pulo mit dem Casino-Hotel Grand Andaman, das jedoch fast ausschließlich von reichen chinesischen Touristen frequentiert wurde.

Inzwischen werden mehr und mehr der Inselchen zugänglich – allerdings nach wie vor ausschließlich im Rahmen vorab gebuchter Ausflugstouren. Einfach mal einen Fischer anheuern, der einen mal kurz zu einer einsamen Insel bringt, geht leider nicht.

Wir müssen uns deshalb auch heute wieder mit einer Gruppe ein Boot teilen. Allerdings geht es etwas später los als beim letzten Mal, das Boot startet direkt vom Jetty in Kawthaung aus. Bunte Wimpelchen hübschen die Umgebung des Piers auf.

Auch heute müssen wir warten – das Boot kommt wieder aus Ranong (Thailand) und hat Verspätung. Aber man kann sich ja auch am Pier mal ein bisschen umschauen.



Bananen und Kokosnüsse in Körben – die sind allerdings nicht zum Verzehr bestimmt, sondern als Opfergaben für die Pagode.

Schließlich kommt das Boot. Wieder sind wir die einzigen westlichen Ausländer, an Bord sind außer uns noch 15 thailändische und chinesische Touristen. Heute geht es zunächst 45 km über das offene Meer bis Cocks Burn Island. Erst seit wenigen Monaten darf diese Insel besucht werden.

Rund 1 1/2 Stunden müssen wir fahren, dann nähern wir uns Cocks Burn Island. Die Besonderheit dieses Inselchens ist der kleine Strand zwischen den beiden Insel-Hälften der nur bei Ebbe zu Tage tritt. Dann ist er jedoch makellos  und absolut unberührt, bis der/die Erste an Land geht.


Bzw. an Land schwimmt – denn zu meiner maßlosen Enttäuschung legen wir nicht am Strand an, sondern das Boot macht gut 100 m vom Land entfernt an einem Unterwasserfelsen fest und wir müssen an Land schwimmen.

Alle verstauen ihre Smartphones in extra mitgebrachten wasserdichten Hüllen, Dieters GoPro ist sowieso wasserdicht – nur meine Kamera muss an Bord bleiben, denn darauf war ich nicht vorbereitet. Und eine Bridgekamera einfach in eine Plastiktüte zu stecken, war mir dann doch zu heikel.

(Was mich ärgerte, war, dass später zwei weitere Boote auf der anderen Seite des Strandes problemlos direkt am Strand anlegten und ihre Passagiere nur ein paar Meter durch’s Wasser waten mussten!)

Während unsere Mitfahrer durch Schwimmwesten und Rettungsringe behindert nur langsam von Bord und an Land kommen, springe ich einfach vom Boot ins glasklare Wasser und bin fix am Strand. Hat schon was, die allerersten Fußabdrücke des Tages auf so einen absolut makellosen Puderzuckerstrand zu setzen!

Es ist einfach unglaublich, was die Natur hier an Schönheit produziert hat – allerdings ist es schnell vorbei mit dem Robinson Feeling, denn bald ist die gesamte Truppe an Land und es werden eifrig Selfies und Gruppenfotos gemacht.

Eine der thailändischen Begleiterinnen macht auch unentwegt Fotos von mir, nachdem sie mitbekommen hatte, dass meine Kamera an Bord geblieben war, und verspricht, sie mir per Mail oder Whatsapp zu schicken – beides ist bis heute allerdings nicht geschehen ..

Aber egal – man kann die Naturschönheiten auch mal so genießen – und Dieter macht dann wenigstens mit der GoPro ein paar Bilder.

Wir haben genug Zeit hier um entweder im Wasser herum zu plantschen (ich), auf den Felsen rauf zu klettern und die Insel von oben zu betrachten (Dieter und die meisten der asiatischen Männer!) oder einfach nur die traumhafte Atmosphäre zu genießen.

Viel zu schnell müssen wir wieder an Bord – wieder müssen wir schwimmen – und verlassen die Insel.



Weil die Anfahrt schon recht lange gedauert hat und weil es Asiaten nie sehr lange ohne Essen aushalten, wird jetzt eine weitere Insel angesteuert, wo es Lunch gibt. Der ist dieses Mal fast ausschließlich auf die Thais ausgerichtet und alle Gerichte sind entsprechend scharf.
Wir halten uns deshalb an die Berge von gegrillten Prawns – mit Reis und süß-scharfer Soße eine Delikatesse! Außerdem gibt es große Platten mit frischem Obst, so dass auch wir durchaus auf unsere Kosten kommen.

Alles ist nett und appetitlich in bunten Emailleschüsseln angerichtet.

Anschließend kommt der asiatische Spieltrieb voll auf seine Kosten: Es gibt Wakeboards, Kanus, bunte Schwimmtiere und badewannen-ähnliche Plastikboote, die beim Besteigen fast sofort umkippen, was für viel Gelächter sorgt!



Andere – wie ich – legen sich einfach auf den Rücken und lassen sich treiben …


Platz im Wasser ist genug – nur der Strand ist auf dieser Insel etwas mickrig. Die Flut ist da und die fällt angeblich heute besonders heftig aus, so dass vom Sandstrand wenig übrig bleibt. Da das Wasser hier aber sehr flach ist, macht das gar nichts, denn in den Sand legt sich sowieso keiner, dafür ist es zu heiß!

Nach einer langen Pause geht’s noch zu zwei Schnorchelspots direkt vom Boot aus an felsigen Inseln mit vielen Korallen. Dort konnten wir erstmalig eine Gesichtsmaske statt Schnorchel und Brille ausprobieren. Gut ist, dass man dabei durch die Nase atmen kann, weniger gut war für mich, dass ich immer wieder Wasser in der Maske hatte. Aber vermutlich hätte ich ein paar Größen durchprobieren müssen, dann hätte es sicher geklappt. Jedenfalls sind die Dinger deutlich hygienischer als die Schnorchel, zumal hier mit Desinfektionsspray nicht gegeizt wurde.

Mittlerweile waren alle etwas müde und trotz der Hitze und des 29°C warmen Wassers etwas durchgefroren. Der Fahrtwind auf der Rückfahrt trug auch nicht zur Erwärmung bei, alle hüllten sich in Handtücher und mummelten sich ein. Und die meisten der asiatischen Mitfahrer schliefen fast sofort ein …

In Kawthaung angekommen holte uns Htoo am Pier ab und machte noch eine kleine Stadtrundfahrt mit uns. Vorbei am Uhrturm …

… ging’s durch kleine Sträßchen zur größten Pagode des Ortes.



Hier hat man einen hübschen Blick über das ziemlich hügelige Städtchen.

Und auch zur anderen Seite, zum Aussichtsberg mit dem merkwürdigen Namen „555“.

Dort waren wir gestern Abend – leider hatten wir gestern einen ziemlich verregneten Tag, deshalb kein Bericht –  und die Sicht war mau. Allerdings gibt es dort auf halber Höhe ein sehr gutes Lokal, das Mingalar, wo wir einen riesigen gegrillten Fisch verputzten.

Hunger und Durst treiben uns dann aber noch vor Sonnenuntergang wieder Richtung Victoria Cliff Hotel – auch von der dortigen Terrasse ist der Blick toll!

Noch ein paar Eindrücke aus dem offenen Tuktuk …

Dann ist schon wieder Zeit für ganz großes Kino …

Der Abend wurde heute etwas länger, denn gestern hatten wir während der langen Regenstunden die Bekanntschaft von zwei netten Paaren aus Leipzig gemacht. Mit denen feierten wir heute Abend unseren Abschied vom tiefen Süden. Und das dauerte … Wobei der eine oder andere Long Island Ice Tea für einen guten Nachtschlaf sorgte.

Morgen geht’s für uns dann weiter. Richtung Norden, nach Myeik!

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