Pagoden, Kirchen und Moscheen – Mawlamyine

Immer, wenn wir abends so kurz vor 18 Uhr vom Cinderella Hotel zum Sonnenuntergangs-Bier Richtung Flussufer, zum Nachtmarkt, gelaufen sind, kamen wir an einer kleinen Kirche vorbei. Und direkt um die Ecke steht eine – ebenfalls recht kleine – Moschee.

In beiden war fast jeden Abend Betrieb – aus der Kirche klang Gesang und Musik, aus der Moschee hörte man Gebete.

Wenn wir später wieder heimwärts zogen, saßen die Gläubigen beider Konfessionen in kleinen Garküchen rings um die Gotteshäuser – alle Religionen scheinen hier einträchtig und konfliktfrei neben- und miteinander zu leben.

Dass es gerade im Mon Staat so viele Kirchen gibt, liegt an der ehemals britischen Besetzung – Mawlamyine war in der Kolonialzeit von 1826-1852 die Hauptstadt von Britsh Burma. Fast alle christlichen Zweige sind hier mit Kirchen vertreten – Katholiken und Protestanten, Baptisten und Anglikaner und vermutlich noch ein paar mehr.

Wir wollten heute einen Streifzug durch die Stadt machen – nicht zu Fuß, dazu ist es zu heiß und die Stadt zu hügelig, auch nicht mit dem Motorrad, denn der (einzige) Verleih in der Stadt hatte zu. Also hielten wir ein Tuktuk an, der (indische) Fahrer schien auch auf Anhieb zu verstehen, dass er uns einfach mal seine Stadt zeigen sollte und fuhr los.

Tuktus sind für’s Sightseeing nur mäßig geeignet – man muss gebückt auf den schmalen Bänkchen sitzen und unter dem Dach vorschielen, damit man überhaupt etwas mitbekommt. Nach vorne hat man so gut wie keine Sicht. Deshalb entdeckten wir die große Moschee auch erst, als wir schon daran vorbei waren.

Sie liegt direkt am Markt, wo reichlich Betrieb war.

Und schon ein paar Meter weiter stand eine weitere Moschee – dieses Mal hielt unser Fahrer an und ließ uns aussteigen. Die Kaladan Moschee ist die größte der Stadt und frisch renoviert.

Weiter ging’s durch stille Straßen zur nächsten Moschee. Hier kann man über die Farbgebung sicher streiten – aber auch die Pagode gegenüber ist Grün.

Pfefferminzgrün leuchtet auch die St. Patricks Church, zu der wir kurz danach kamen – dabei war sie ursprünglich mal Gelb und rot. Aber offenbar stand bei den diversen Renovierungsarbeiten nur grüne Farbe zur Verfügung.

Auch im Inneren ist die Kirche frisch renoviert und durchaus sehenswert. Und hinter der Kirche gibt es noch einen kleinen Marienschrein.

Die First Baptist Church, ein Stückchen weiter, ist allerdings in einem ziemlich desolaten Zustand. Deshalb läuft derzeit eine große Spendenaktion, um das Geld für die Renovierung zusammen zu bekommen.

Nicht weit entfernt steht die katholische Holy Family Cathedral – ein imposanter rot-weißer Ziegelbau.


Direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite, wird gebaut – wobei man ganz offensichtlich auf deutsche Qualitätsprodukte Wert legt!

Wir hatten genug von Kirchen und Moscheen, ein paar Pagoden sollten es schon auch noch sein! Die stehen ganz überwiegend oberhalb der Stadt, auf einem Hügel. Oben angekommen, setzte unser Fahrer uns erst mal ab und machte klar, dass er uns ein Stück weiter die Straße entlang wieder einsammeln würde.

Vorbei an kleinen Ständen und Kokosnussverkäufern wanderten wir zur ersten Pagode.


Goldene Stupas und Nats zur Rechten, ein atemberaubender Blick über die Stadt im Abendlicht zur Linken.


Unser Fahrer wollte uns aber noch etwas ganz besonderes zeigen – einen Buddha aus Bambus! Im Taung Pauk Kyaung Kloster sitzt dieses ungewöhnliche Kunstwerk, das in jahrelanger Arbeit von Mönchen aus feinen Bambusstreifen und -schösslingen geflochten worden war.

Untergebracht ist er allerdings sehr spartanisch…

Es gab noch einen Zwischenstopp in einem wunderbaren uralten Klostergebäude, ganz aus Teakholz, wo es aber innen so dunkel  war, dass fotografieren nicht möglich war. Immerhin wurden wir dort vom Abt begrüßt und steuerten eine Kleinigkeit für den Erhalt des Klosters bei.

Dann ging’s aber zügig zur wohl berühmtesten Pagode der Stadt, der Kyaik Than Lan Pagode. 

Hier soll Rudyard Kipling beim Sonnenuntergang gesessen, über die Stadt geblickt und seine berühmten Verse verfasst haben „By the Old Moulmein Pagoda, lookin‘ lazy at the sea …“Keiner weiß, ob das wirklich hier war – aber es spricht einiges dafür, denn die Aussicht über die Stadt und den Thanlwin River bis hin zum Meer ist wirklich überwältigend!


Deshalb versammeln sich hier auch allabendlich Touristen und Einheimische, um den Sonnenuntergang und die Stimmung hier oben zu genießen.

Und mindestens genauso wichtig wie der Sonnenuntergang ist das Familienfoto!

Es gibt einiges zu sehen hier oben – wie in der Shwedagon Pagode in Yangon gibt es neben dem beherrschenden großen goldenen Stupa in der Mitte der Plattform zahlreiche weitere Schreine und Andachtsstätten. Und wie in Yangon kann man rund um die goldene Mitte herum wandern.

Und dabei immer wieder andere Ausblicke auf die Stadt genießen. Und feststellen, dass Mawlamyine erstaunlich grün ist!

Wer sich den kräfteraubenden Aufstieg über diverse Treppen sparen möchte – natürlich barfuß!  …

… kann auch einen der beiden Aufzüge benutzen.


Mit einem letzten Blick auf Stadt und Fluss verabschieden wir uns – den Sonnenuntergang wollen wir dann doch lieber bei einem kühlen Bier direkt am Fluss erleben.

Ein Kommentar zu “Pagoden, Kirchen und Moscheen – Mawlamyine

  1. Dein heutiger Bericht hat schöne Erinnerungen geweckt, auf dem Pagodenhügel sind wir viele Stunden herumgestreift… Aber dein Beitrag hat mir auch wieder einmal klargemacht, was wir alles noch NICHT gesehen haben 😉

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